Frau sitzt nachdenklich am Steg

Emotionen entstehen durch unsere Gedanken. Negative Gedanken durch konditionierte Gedanken-und Verhaltensmuster.

Also müssen wir nur unsere negativen Gedanken verändern und schon haben wir positive Emotionen.

So weit die Theorie.

Praktisch sieht es ganz anders aus:

Isabell war wohlbehütet aufgewachsen bis der Tag der Scheidung ihrer Eltern kam.

Sie traf die Nachricht völlig unvorbereitet. Nichts hatte sie bemerkt: Kein Streit und keine schlechte Stimmung zu Hause.

Und doch kam es, wie es immer kommt: Ihr Vater zog aus und sie blieb mit ihrer Mutter zurück.

Sie verstand die Welt nicht mehr. Nicht war mehr wie vorher. Ihre Mutter hörte sie nachts weinen und von ihrem Vater hörte sie garnichts mehr.

Alleine sein und einsam fühlen

Sie selbst wurde auch immer stiller und zog sich komplett zurück. Die Liebe ihrer Eltern hatte auch gleichzeitig die Liebe zu ihrer Tochter begraben. So fühlte es sich auf jeden Fall für sie an.

Sie fühlte sich alleine gelassen, ungeliebt und unverstanden. Sie hatte doch niemand etwas getan. Warum wurde sie bestraft??

Irgendwann begann sie Liebe und Aufmerksamkeit im Außen zu suchen: Bei Freunden, in der Schule und bei neuen Bekanntschaften.

Doch es veränderte nichts. Sie fühlte sich unverstanden und ungeliebt. Im Gegenteil: Sie hatte sogar das Gefühl noch mehr geben zu müssen, um zumindest ein bisschen Anerkennung und Aufmerksamkeit zurück zu bekommen.

Aber Isabell blieb unzufrieden und unglücklich. Sie fühlte sich nicht nur in der Schule allein, sondern auch anschließend in der Ausbildung.

Im Außen das suchen, was im Inneren fehlt

Sie zog nach der Ausbildung in eine andere Stadt, um beruflich neu durchzustarten, aber das machte alles noch schwerer. Sie fühlte sich fremd und die Ausbildung gestaltete sich anstrengend.

Endlich war die Ausbildung geschafft, da entschloss sie sich den Beruf zu wechseln. Das bedeutete einen erneuten Umzug, aber auch monatlich mehr Geld verdienen.

Damit sie sich in der Fremde nicht so alleine fühlte, adoptierte sie einen Hund aus dem Tierheim. In der Mittagspause ging sie mit ihm spazieren und am Abend freute sie sich mindestens genau so , wie er , dass sie Zeit miteinander verbringen konnten.

Alles lief prima. Sie gewöhnte sich gut ein und fand im Sportstudio neue Freunde.

Irgendwann lernte sie sogar einen netten jungen Mann kennen und das Glück war perfekt. Doch irgendwie blieb die Liebe nicht sehr lange. Nach 1 Jahr eröffnete er ihr, dass er noch beruflich Karriere machen wolle und da müsste er auf so manches verzichten.

„Manches“ – damit war dann wohl sie gemeint. Jedenfalls hörte sie nie wieder von ihm und sie fiel in ein tiefes Loch.

Zum Glück hatte sie ihren Hund, der sie auf andere Gedanken brachte.

Aber sie spürte, dass sie einfach schnell müde wurde und nicht mehr so belastbar war.

Die Arbeit war anstrengend und abends einfach auf dem Sofa liegen bleiben ging auch nicht, da ihr Hund auch seine Zeit einforderte.

So schleppte sie sich morgens und abends oft raus und kam immer müder bei der Arbeit an und abends noch müder nach Hause.

Wenn dann noch andere Dinge den Tagesablauf störten, war sie völlig fertig.

Die Arbeit wurde ebenfalls immer unbefriedigender und auf Anerkennung wartete sie vergebens.

Passend dazu:  So nutzt du die Herausforderungen des Lebens als Chance für die Entwicklung deiner Persönlichkeit

Herausforderung als Chance

Dann passierte eines Tages, was kommen musste:

In Gedanken versunken ging sie mit ihrem Hund spazieren. Plötzlich kam, wie aus dem Nichts, ein anderer Hund angerannt, schoss auf ihren Hund zu und schnappte ihn am Hals. Sofort begann er ihn zu schütteln.

Einen Moment blieb Isabell wie vom Donner gerührt stehen, um dann mit einem Sprung nach vorne in Richtung zu ihrem Hund zu kommen.

Von dem anderen Hundebesitzer war weit und breit nichts zu sehen. Also griff sie beherzt nach ihrem Hund, um ihn von dem Schütteln zu befreien. Der andere Hund ließ jedoch nicht locker.

Deshalb blieb sie nahe bei ihrem Hund stehen, hielt ihn auf dem Arm und wartete.

Sie hatte das Gefühl Stunden nur so da zu stehen. Die Welt blieb ebenfalls stehen. Alles wurde immer ruhiger – fast zur Todesstille.

Der andere Hundehalter war zwischenzeitlich eingetroffen, konnte aber auch nichts tun, außer seinen Hund ebenfalls fest zu halten.

Minuten vergingen, niemand sprach, die Hunde wurden ruhig. Auch das Fiepen ihres Hundes hatte aufgehört.

Innerlich schloss sie mit dem Leben ihres geliebten Hundes ab. Schon viel zu lange hatte sich der andere Hund fest gebissen und wollte einfach nicht los lassen.

Daher entschied sie – eher unbewusst – gedanklich loszulassen. Das anzunehmen, was sie nicht mehr ändern konnte.

Und plötzlich kam Bewegung in die Alptraum-Situation. Sie weiß heute nicht mehr, wie es kam, aber plötzlich war ihr kleiner Hund aus den Fängen des Angreifers befreit und sie taumelte mit ihm in die nächste Wiese zu Boden.

Dort kamen Isabell kurz Tränen der Erleichterung. Dann eilten auch schon Passanten herbei. Sie untersuchte kurz ihren Hund, konnte zunächst nichts Auffälliges feststellen.

Trotzdem ging sie auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt, um ihn untersuchen zu lassen.

Auf Grund der Tiefe des Bisses, musste die Wunde gereinigt werden. Ansonsten gab es körperlich keine Auffälligkeiten.

Traumatisierter Hund

Doch das erlittene Trauma machte sich bald bemerkbar. Zu Hause angekommen, legte sich ihr Hund für komplette 5 Tage und Nächte in eine Ecke der Wohnung und bewegte sich ansonsten nicht mehr.

Er schlief fast ausschließlich, sie fütterte ihn aus der Hand und selbst den Wassernapf musste sie ihm an seinen Schlafplatz bringen.

An Gassigehen war nicht zu denken. Sie trug ihn auf eine Wiese, damit er sich lösen konnte und brachte ihn wieder nach Hause.

Es wurde still im Haus. Aus einem kleinen lebendigen Kerlchen wurde ein Häufchen Elend, das in der Ecke lag.

Er, der ihr immer wie ein Schatten folgte, kam nur noch nachts in ihre Nähe und blieb tagsüber in einer Zimmerecke.

Emotionaler Stress

Nun hatte sie viel Zeit nachzudenken: Über sich, ihr Leben und was diesen schrecklichen Vorfall möglich machte.

Wann hatte sie eigentlich das letzte Mal so richtig aus vollem Herzen gelacht?

Wann hatte sie das letzte Mal ausgelassen getanzt, oder überhaupt gelebt?

Hörte sie überhaupt noch auf ihr Herz?

Stattdessen hörte sie auf das, was von außen auf sie einprasselte. Oder was sie meinte zu hören.

Mit ihrem Filter auf Augen, Ohren und Herz konnte sie nichts mehr wirklich positiv wahrnehmen. Sie spürte nur noch Enttäuschung und bewertete alles und jeden mit ihrem eigenen Filter.

Wie ein Verdurstender in der Wüste, der auf der Suche nach Wasser war, wartete sie auf Anerkennung durch andere.

Oder anders gesagt: Was sie selbst sich nicht geben konnte, sollten andere für sie herstellen. Es stand ihr allerdings nicht auf der Stirn geschrieben, dass es ihr an Selbstwert und Selbstliebe mangelte und andere waren auch nicht für ihr Glück verantwortlich.

Natürlich kann man sich im Leben von Menschen verabschieden, die einem nicht gut tun. Aber auch diese Entscheidung liegt bei einem selbst.

Wie komme ich nun wieder in meine emotionale Kraft?

1) Die eigenen negativen Glaubenssätze über sich selbst aufdecken.
Was rede ich mir täglich ein, oder was wurde mir „beigebracht“.
Diese „Überzeugung“ umwandeln und / oder austauschen gegen einen positiven Satz der HEUTE Bestand hat.
Am besten diesen Satz jeden Tag einmal aufschreiben.

Beispiel: Ich bin wertvoll genau so , wie ich bin.

2) Damit dieser Satz mehr Kraft gewinnt etwas für sich tun, was dem Herz und der Seele gut tut. Das kann ein Entspannungsnachmittag im Wellnessbereich sein, oder sich zu Hause eine kreative Ecke einrichten, in der man all das nach Herzenslust macht, wonach einem gerade ist: Schreiben (z.B. alles was dich über den Tag bewegt – positiv und negativ- notieren) , malen, Musik hören, tanzen……..

3) Aus vollem Herzen einem Menschen etwas Schönes sagen. Das kann eine Kundin sein, eine Nachbarin, Arbeitskollegin…….

Nur wenn wir uns mehr aus unserem Herzen trauen, handeln wir auch mit dem Herzen.

Isabell musste sich eingestehen auch ihren Hund vernachlässigt zu haben – nicht nur sich selbst. Sie hatte das Pflichtprogramm abgespielt und weder auf ihre, noch auf die Bedürfnisse ihres Hundes geachtet.

Natürlich kann man damit nicht alles verhindern. Wenn man jedoch achtsamer mit sich und seinen Lieben ist, erkennt man schneller, wenn etwas ins Ungleichgewicht gerät.

„Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen. Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen „

(Joseph Joubert)

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Be balanced!

Die Autorin

Ich bin Cornelia Braun. Lifecoach & Hundefitnesstrainerin. Ich unterstütze Hundemenschen und ihre Hunde auf ihrem Weg zu einer harmonischen Beziehung und zu mehr mentaler & körperlicher Gesundheit

Mehr Informationen findest du auf meiner Seite: https://balancemithund.home.blog

 

 


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2 Kommentare

  1. Wieder einmal ein super Artikel. Ich bin selber Hundebesitzer und hatte schon mal ein ähnliches Erlebnis im Park. Das fährt einen in Mark und Bein. Mein Hund Chico hat sich lange nicht erholt von dieser Situation und wollte nicht mehr in den Park gehen. Das hat echt lange gedauert, bis das wieder gepasst hat.

    • danke für deine Mitteilung. Ich kann nur von mir sprechen, dass ich lange gebraucht habe, mich davon zu erholen. Mein Hund hat sich seine Zeit genommen und dann war es gut. Alles Liebe weiterhin!!

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