Kennst du auch das Gefühl, dass nicht genug Zeit ist, um die Dinge, die du dir vorgenommen hast am Tag zu erledigen?

Du willst nach der Arbeit noch schnell einkaufen gehen, um dir einen schönen Abend zu machen, und dann…Stau. Da will man einmal früh zu Hause sein und genau in dem Moment verzögert sich die Fahrt nach Hause, weil aufgrund einer Baustelle, die schon seit drei Jahren nicht fertig wird, und allen anderen Schleichern um dich herum, der Verkehr einfach nicht vorwärtsgeht. Du regst dich innerlich schon richtig auf, bist angespannt, vielleicht fluchst du auch hinter dem Lenkrad, weil es schon wieder nicht so geklappt hat, wie du dir den Abend vorgestellt hast.

Und mit der Ruhe, die du dir für den Abend gewünscht hast, ist es vorbei, da du dich noch zwei Stunden später zu Hause über alle diese Idioten aufregst. Und übrigens war der ganze Arbeitstag davor auch einfach nur Mist.

Erlebst du so eine Situation oder ähnliche öfters? Wenn du bereits zu den Leuten gehörst, die in solchen Situationen gelassen bleiben, kannst du dich glücklich schätzen. Gelassenheit, selbst in stressigen Situationen, macht das Leben einfacher und beugt sogar gesundheitlichen Gefahren vor.

Damit wir nicht mehr Zeit am Tag brauchen, sondern feststellen, dass 24 Stunden eigentlich massig Zeit ist, haben wir die Möglichkeit unsere Perspektive und somit unseren Umgang mit unseren To-Do‘s zu ändern und die Dinge gelassener zu nehmen.

Aber wie können wir das anstellen?

Was sind die Stellhebel?

Und wie soll ich bei den ganzen Dingen, die ich zu tun habe, nur durch mehr Gelassenheit zu mehr Ruhe kommen? Wie soll ich bei einem Vollzeitjob, einer Familie, einem regen Freundeskreis, Sport und noch Zeit für mich nur durch ein anderes Verhalten eine Veränderung bei mir selbst erzeugen?

Diesen Fragen möchte ich in diesem Artikel auf den Grund gehen. Ich möchte mit dir herausfinden, was die Gründe dafür sind, dass uns kleine Dinge sehr stressen und wir manchmal das Gefühl haben so viel zu tun zu haben und keine Zeit für uns selbst zu haben.

Am Ende werden wir feststellen, dass es Mittel und Wege gibt, wie jeder für sich selbst dies ändern kann. Du hast alle Werkzeuge bereits in dir. Wir müssen nur verstehen, wie wir sie nutzen können.

Woher kommt es, dass es so schwierig ist gelassen zu bleiben?

Wichtig für Gelassenheit ist die Bedeutung, die wir einer Situation für uns, und unser seelisches Gleichgewicht, beimessen.

Oft überschätzen wir den Einfluss einer Sache auf unser Leben. Dies gilt vor allem für die negativen Dinge, die unser Leben vermeintlich beeinflussen. Von Haus aus sind wir Menschen neurologisch gesehen nämlich „Das Glas ist halb leer-Denker“.

Das hat vereinfacht gesprochen einen evolutionären Grund. Vom Negativen auszugehen ist ein guter Schutzmechanismus, um das Überleben seiner Spezies zu sichern.

Als wir noch jagen mussten, um unser Überleben zu sichern, und durch andere Jäger dabei selbst bedroht wahren, schützte uns dieser Ansatz davor, unnötige Risiken einzugehen. Die Familie konnte man nur ernähren, wenn man am Leben war.

In der heutigen Zeit, die ja wahrlich wesentlich komplexer ist als das Leben ein paar Tausend Jahre früher, tragen nun wesentlich mehr Faktoren zu unseren Sorgenbei. Wir müssen an so viele Dinge denken, die unser Leben beeinflussen oder von denen wir es zumindest glauben.

Hinzukommt, dass die Welt immer schneller wird und wir somit viel weniger Zeit zu reagieren haben, was das Sorgengefühl noch einmal zusätzlich verstärkt.

Dieser Menge an augenscheinlichen Sorgen sind wir jeden Tag ausgesetzt und diese beeinflussen unseren Gefühlszustand.

Unsere positiven und negativen Gefühle entstehen hierbei vor allem im Stirnhirn, dem Frontallappen. Der Frontallappen gliedert sich hierbei in zwei Bereiche, in einen linken und einen rechten Teil.

Glücksgefühle zeigen sich in ihren vielen Facetten im linken Teil, während negative Gefühle wie Depressionen und Misstrauen in der rechten Hälfte angesiedelt sind.

Die gute Nachricht hierzu vorab besteht darin, dass wir es selbst in der Hand haben, welche Stirnhirnhälfte wir „trainieren“ wollen. Bis vor wenigen Jahren war sich die Wissenschaft einig, dass unser Gehirn nach der Pubertät ausgewachsen ist.

Die rasanten Entwicklungen der Hirnforschung senden uns allerdings eine eindeutige Botschaft. Wir sind unserem Schicksal in viel geringerem Maße ausgeliefert als bisher angenommen. Momentan gehen Experten davon aus, dass 50 % unseres Verhaltens durch genetisches Erbe, 10 % durch unser Umfeld, und 40 % durch unser eigenes Denken gesteuert wird.

Was heißt das für unseren Zustand der Gelassenheit?

Wenn wir unser Verhalten zu einem großen Teil trainieren können, können wir es auch in die „falsche“ Richtung trainieren. Regen wir uns beispielsweise über unseren Partner auf, weil er ständig vergisst, den Müll raus zu bringen oder weil er seine Socken überall in der Wohnung liegen lässt, aktivieren wir die rechte Stirnhirnhälfte und trainieren uns eine negative Grundeinstellung gegen das Verhalten eines anderen Menschen an.

Und das Problematische daran: Je öfters wir dies tun, desto mehr verankern wir diese Reaktion in unserem Gehirn. Wir verstärken die Aktivität in unserer rechten Stirnhirnhälfte und trainieren es in ähnlichen Situationen, auch gegenüber anderen Menschen, auf die gleiche negative Art zu reagieren.

Hier hat also unser „Glas ist halb leer-Denken“ einen starken Einfluss darauf, welcher Seite wir mehr Aufmerksamkeit schenken, und somit auf die positive oder negative Einstellung gegenüber einer Situation.

Was für Auswirkungen diese mehr links- oder rechtseitige Gehrinaktivität haben kann, zeigte der Hirn- und Bewusstseinsforscher Richard Davidson in vielen Experimenten. So spielte er Versuchspersonen Ausschnitte von Spielfilmen vor und visualisierte ihre Hirnströme mittels der Magnetresonanztomografie (MRT).

Diejenigen Probanden, bei denen der linke Teil des Stirnhirns der aktivere war, lachten mehr an den lustigen Stellen und empfanden traurige oder grausame Szenen als weniger tragisch. Bei den Probanden, deren rechte Gehirnhälfte die aktivere war, verhielt es sich genau entgegengesetzt. Sie fühlten die traurigen und grausamen Szenen intensiver und hatten zu den guten Gefühlen bei lustigen oder schönen Szenen weniger Zugang.

Die Wahrnehmung der gleichen Situation erzeugte bei den Versuchspersonen also unterschiedliche Gefühle. Je nachdem wie ihr Verhältnis von Aktivität in dem linken zum rechten Teil des Frontallappens war, so zeigte sich auch ihre Gefühlsreaktion.

Zusammengefasst für unsere Gelassenheit bedeutet dies, dass wir durch unser vorgeprägtes eher negatives Denken, dafür anfällig sind, dass wir unsere rechte Gehirnhälfte stärker trainieren und somit negative Reaktionen und Verhaltensmuster.

Müssen sich Menschen mit einer hohen Aktivität im rechten Teil des Frontallappens jetzt damit abfinden, gestresster, unglücklicher und weniger gelassen zu sein?

Glücklicherweise ist dem nicht so, dazu aber später mehr.

Welche Auswirkung kann das Fehlen von Gelassenheit haben?

Der Umgang mit unseren Sorgen und welche Stirnhirnhälfte dabei die aktivere ist, kann weitreichende Folgen auf unseren Gemüts- und Gesundheitszustand haben.

Wie schon in dem Experiment von Richard Davidson beschrieben, erfuhren die Probanden mit rechtseitiger Stirnhirnaktivität die tragischen Szenen intensiver und ihnen fehlte der Zugang zu den guten Gefühlen.

Vereinfacht gesprochen sind wir, wenn unsere rechte Stirnhirnhälfte die aktivere ist, stärker anfällig für Probleme, da wir ihre Bedeutung subjektiv schlechter einschätzen, als wenn unser Stirnhirn stärker linksseitig aktiv wäre. Wir sind folglich weniger resilient gegen unsere Umgebung und ihre Einflüsse.

Wir machen uns mehr Sorgen, selbst bei Problemen, denen wir, in Hochphasen bei stärkerer linker Hirnaktivität, keine große Aufmerksamkeit beimessen würden.

Diese Sorgen führen dazu, dass in unserem Organismus Stresshormone ausgeschüttet werden.  Stresshormone haben die Auswirkung, dass alle Organe, die zur Stressbewältigung benötigt werden, akut besser mit Blut versorgt werden.

Dies sind beispielsweise das Herz, die Lunge und die Bronchien, damit mehr Sauerstoff für die Muskelarbeit zur Verfügung gestellt wird. Hier werden vor allem Organe zur Steuerung vorprogrammierter Handlungen wie zum Beispiel der Flucht bevorzugt.

Denkvorgänge dagegen werden hierbei vorrangig blockiert, was wir zum Beispiel aus Prüfungssituationen kennen, wenn plötzlich das gesamte angelernte Wissen eben in dieser Situation nicht verfügbar ist.

Durch die Hormonausschüttung entsteht somit ein Stresszustand im Körper, der durch unsere verzerrte Wahrnehmung genährt wird. Wir können weniger logisch denken oder Situationen analysieren, um den einfachsten Weg zu finden, ein Problem oder eine Aufgabe zu lösen.

Dies kann gerade in allgemein äußerlich stressigen Situationen, beispielsweise auf der Arbeit in einem dringenden Projekt, dazu führen, dass unsere Leistungsfähigkeit sinkt. Wir können die Gedanken nicht mehr ordnen und kämpfen uns mehr durch die Aufgaben, als dass wir uns überlegen, was die richtige Strategie zur Problemlösung wäre.

Wir sind nicht mehr in der Lage neue Informationen ausreichend zu verarbeiten und darauf aufbauend die logischen nächsten Schritte zu planen oder einzuleiten. Dies kann auf der Arbeit, aber auch im Privatleben, zu weitreichenden Konsequenzen führen, wenn wir in so einem Zustand wichtige Entscheidungen treffen.

Hinzukommt, dass sich durch langfristige Stresszustände, sog. Dauerstress, eine krankmachende Wirkung durch Stresshormone entstehen kann. Grundsätzlich sind diese nämlich nicht dafür gedacht, in unserem Blutkreislauf zu bleiben. Befinden wir uns allerdings ständig in einer Situation, in der wir mit einem Gefühl von Angst und Sorge leben, entsteht beispielsweise ein negativer Einfluss auf unser Schlafverhalten oder unser Immunsystem, was zu langfristigen Schäden führen kann.

Fehlende Gelassenheit kann folglich Auswirkungen auf unseren Stresszustand, auf unser Schlafverhalten und sogar unsere Gesundheit haben.

Aber was kannst du nun tun, um deine Gelassenheit zu fördern und dadurch resilienter zu werden?

Was können wir tun für mehr Gelassenheit?

Ich hatte ja bereits angedeutet, dass sich Menschen mit starker rechtseitiger Stirnhirnaktivität keine Sorgen machen müssen, dass sie nichts dagegen tun können. Welche Fähigkeiten das menschliche Gehirn in dieser Hinsicht hat, konnte bereits ebenfalls in Studien nachgewiesen werden.

Besonders hervorzuheben ist hier eine Untersuchung des Frontallappens von Mönchen, die ausgiebig über eine lange Zeit meditiert hatten. Teileweise in über zehntausend Stunden hatten sich Mönche auf ihren Atem und das Hier und Jetzt fokussiert.

Da unsere Ängste und Sorgen häufig mit der Vergangenheit und der Zukunft verbunden sind, haben die Mönche durch diese Form der Meditation den Sorgen und Ängsten keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Wissenschaftler hatten die Hirnströme der Mönche vermessen und eine nie zuvor gemessene Dominanz von linker Stirnhirnaktivität, gegenüber der rechten feststellen können, die in ihrer Höhe die Wissenschaftler selbst überraschte.

Die Meditation hatte die Gehirnstrukturen der Mönche verändert. Sie hat sie trainiert, durch Bewusstheit für ihr selbst die Welt auf eine gelassene Art zu sehen.

Passend dazu:  Alles dreht sich im Einklang mit diesen 10 Wegen - Schon mal was von dynamischer Balance gehört?

5 Tipps für mehr Gelassenheit:

1.Trainiere dich selber bewusster wahrzunehmen

Bewusstheit für dich selber stärkt deine positive Wahrnehmung und fokussiert dich nicht nur die schlechten Dinge zu sehen, sondern auch die vielen guten Dinge, die um dich herum passieren.

Es zentriert dich auf dich selber, auf deine Gefühle. Die Ereignisse der Außenwelt durch schlechte Nachrichten, Ärger von anderen Menschen, Termindruck etc., die deine rechte Stirnhirnhälfte anregen, haben dann nicht mehr so einen starken Einfluss auf dich.

Jetzt musst du nicht gleich anfangen, stundenlang zu meditieren. Aber Meditation, dass kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, ist hierfür ein sehr gutes Hilfsmittel.

Allerdings kann der erste Ansatz auch sein, wenn du dich beispielsweise über deinen Partner oder einen anderen Menschen wegen etwas zum wiederholten Male aufregst, inne zu halten und zu versuchen dir bewusst zu machen, was der wahre Grund deiner Aufgebrachtheit ist.

Fühlst du dich vielleicht zurückgestellt oder missverstanden?

Ob Meditation oder Achtsamkeitsübung, bei den wenigsten von uns wird es beim ersten Mal direkt funktionieren.

Geduld beim Trainieren deiner linken Stirnhirnhälfte ist wichtig. Du gehst daran dein grundlegendes Verhalten, deine Programmierung, zu ändern. Und das benötigt Zeit, gib dir diese Zeit.

2.Sei geduldig mit dir und anderen Menschen

Sei dir immer bewusst darüber, dass jeder Mensch anders ist. Jeder Mensch geht Dinge anders an.

Stelle nicht automatisch an andere Menschen den Anspruch, den du an dich selber stellst, und hinterfrage auch, ob dein eigener Anspruch vielleicht durch den Vergleich mit anderen Personen entstanden ist.

Reflektiere dein Handeln und versuche dich ab und zu in dein Gegenüber hinein zu versetzen. Eine alte indianische Weisheit sagt hier nicht umsonst, „Wenn du nicht 1000 Meilen in den Mokassins des anderen gegangen bist, hast du kein Recht, über ihn zu urteilen“.

Gib dir selbst und anderen die Zeit, die du brauchst, um eine Aufgabe erfolgreich abzuschließen. Eine schöne Übung, die ich dir dazu empfehlen möchte, ist, dir zu Hause einen ruhigen und gemütlichen Platz zu suchen und einmal für fünfzehn Minuten nichts zu tun.

Und ich meine wirklich nichts, keine Musik, kein Buch, natürlich auch kein Fernsehen.

Vielleicht ein Tee oder Kaffee ist erlaubt. Setze dich hin und tue nichts und schaue was passiert und sei geduldig mit dir. Probiere es regelmäßig wieder und schau, was sich verändert. Selbst wenn du nach dem ersten Mal von deinem Gedankenfeuerwerk kalt erwischt wurdest, lass dich nicht entmutigen, probiere es wieder.

Das Ausprobieren der Nichts-Tun-Übung ist eine schöne Überleitung zum nächsten Tipp. Wer schon einmal die Begeisterung von Kindern beobachtet hat, wenn sie etwas Neues ausprobieren und entdecken, kann sich vorstellen, wovon ich spreche.

Kinder probieren schnell neue Dinge aus und lernen wie sie damit umgehen müssen. Wenn es nicht so klappt, wie sie wollen, sind sie vielleicht kurz traurig oder missmutig, aber sobald die nächste Sache kommt haben sie das Vorherige schon wieder vergessen.

3.Sei neugierig und probiere neue Dinge aus, selbst wenn du manchmal scheiterst

Eine alte chinesische Weisheit heißt „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“.

Fehler zu machen, ist als guter Lehrmeister zu sehen. Wenn wir etwas Neues ausprobieren, testen wir immer aus, zu was wir fähig sind. Durch den Erfolg, aber auch den Misserfolg und seine Lehren, die wir daraus ziehen, entwickelt sich neurologisch gesehen ein neues Selbstvertrauen.

Wagen wir etwas und sind erfolgreich, verändern sich unsere Nervenbahnen und wir werden resilienter gegen Einflüsse von außen.

Denk beispielsweise an die Entwicklung eines Kindes. Wie lernt es laufen?

Jedes Kind steht irgendwann das erste Mal auf, geht den ersten Schritt, fällt hin, steht wieder auf und irgendwann geht es zwei Schritte, bis es richtig laufen kann. Das würde es nicht schaffen, wenn es nach ein paar Mal hinfallen nicht wieder aufgestanden wäre und beim nächsten Mal etwas anders gemacht hätte.

Der Mensch lernt nun mal aus seinen Fehler. Vielleicht könnte man den Tipp auch als „lerne wieder Fehler zu machen“ zusammenfassen.

Der erste Schritt hierzu ist ganz einfach. Dir fällt bestimmt direkt irgendetwas ein, dass du schon länger machen willst, aber aus bestimmten Gründen vor dir herschiebst.

Vielleicht etwas Verrücktes?

Es muss nichts Großes sein. Aber wenn du jetzt gerade die Möglichkeit hast, es zu tun…mache es. Tue es jetzt, sodass es schwieriger wird, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Wenn wir uns in ungewisse Situationen begeben und aus unseren Fehlern lernen können, wird uns auch klarer, dass es für andere Menschen auch nicht immer einfach ist und sie auch Fehler machen. Das hilft uns, anders damit umzugehen.

4.Behandle andere Menschen mit Freundlichkeit und Respekt

Bereits kleine Gesten der Freundlichkeit können das Wohlbefinden des Gebenden messbar erhöhen.

In einer Studie der kanadischen Psychologin Elisabeth Dunn wurde Probanden ein größerer Geldschein übergeben. Der eine Teil durfte sich selbst einen beliebigen Wunsch erfüllen, der andere nur wählen, welcher anderen Person oder welchem guten Zweck sie das Geld zukommen lassen wollten.

Gefragt, welche Variante ihre Laune wohl mehr heben würde, antworteten so gut wie alle Beteiligten, dass es natürlich besser sei, sich selbst eine Freude zu machen.

Doch in Wirklichkeit zeigten die Hirnströme, dass die Schenkenden in besserer Stimmung waren. Sie trainierten also ihre linke Stirnhirnhälfte. Es lohnt sich somit bereits aus rein opportunistischen Gründen, sich über das Wohl anderer Gedanken zu machen.

Hierzu kannst du mit einer ganz einfachen Übung anfangen. Mache einen Freundlichkeitstag. Nehme dir an diesem Tag ganz viele Dinge vor um anderen Menschen eine Freude zu machen. Backe beispielsweise ohne Grund einen Kuchen für deine Arbeitskollegen, koche für Freunde, gebe dem Obdachlosen vor dem Supermarkt Geld und unterhalte dich mit ihm, frag ihn nach seinem Namen.

Es gibt viele Möglichkeiten!

Studien haben ergeben, dass ein Freundlichkeitstag in der Woche einen größeren Effekt hat, als kleine Freundlichkeiten über die Woche verteilt.

Der Grund ist noch nicht völlig klar, aber die Vermutung ist, dass einzelne Freundlichkeiten einen kleinen Ausschlag in unserer „Stimmungskurve“ bedeuten, während die Komprimierung mehrerer Ereignisse auf einen Tag zu einem wahren Feuerwerk unserer Stimmung führt und länger anhält. Es muss für unsere linke Stirnhirnseite anscheinend eine Art Sylvester Party oder Weihnachten darstellen.

Von Freundlichkeit ist der Weg nicht weit zum letzten Tipp, der auf eine natürliche Reaktion auf Freundlichkeit, und zwar Dankbarkeit, abzielt. Hiermit ist aber nicht nur die Dankbarkeit anderer Menschen gegenüber, sondern vor allem auch dir gegenüber selber gemeint.

5.Sei dankbar zu dir und anderen

Die Wissenschaft hat die Wirksamkeit von Dankbarkeit mittlerweile in vielen Studien nachgewiesen. Es wurden beispielsweise Versuchspersonen angehalten jeden Tag drei gute Dinge aufzuschreiben, die sie erlebt haben und für die sie dankbar waren. Da waren so kleine Dinge dabei wie ein schönes Gespräch mit einem Arbeitskollegen oder der Weg zur Arbeit bei Sonnenschein.

Nach einigen Wiederholungen verbesserte sich zusehends das Wohlbefinden der Probanden und die Aktivität der linken Stirnhirnhälfte nahm zu. Sie verfügten über ein höheres Energieniveau und sogar Blutwerte veränderten sich zum Positiven.

Aber auch in der Dankbarkeit gegenüber anderen Menschen liegt ein großer Schlüssel. Durch aufrichtige Dankbarkeit gegenüber anderen Menschen schenken wir ihnen Aufmerksamkeit. Wir gehen auf sie ein, und erzeugen dadurch ein gutes Gefühl bei ihnen sowie auch bei uns, quasi eine win-win-Situation.

Eine schöne kleine Übung hierzu ist, nachdem du diesen Artikel gelesen hast, jemanden Wichtiges in deinem Leben anzurufen oder mindestens eine WhatsApp Nachricht zu schreiben.

Mit diesem Anruf oder der sage diesem Menschen von Herzen etwas, was du ihm schon immer sagen wolltest, aber aus verschiedenen Gründen nicht getan hast. Manchmal gehen nämlich die wirklich wichtigen Momente der Dankbarkeit im Alltag unter.

Es könnte beispielsweise einer deiner Geschwister sein, mit dem du dich oft streitest, aber du genau weißt, wenn du ihn brauchst, wird er immer für dich da sein. Oder du möchtest dich bei deinen Eltern dafür bedanken, dass sie dir in jeder Lebenssituation Rückhalt geben.

Die Möglichkeiten sind groß, nutze sie.

Was kann ich mitnehmen?

Diese Schritte können dir helfen dich von einem das „Glas ist halb leer-Denker“ zu einem das „Glas ist halb voll-Denker“ zu entwickeln und somit Gelassenheit in dein Leben zu bringen.

Vielleicht hast dich in einigen Punkten wiedergefunden. Denke immer daran, du hast es in der Hand, dein Denken entscheidet zu einem Großteil über dein Verhalten.

Und wer weiß, was die neurologische Forschung mit der Zeit noch herausfindet. Vielleicht können wir ja noch mehr als die oben genannten 40 % unseres Handelns beeinflussen.

Der Stand der Forschung ist auch nur die Erkenntnis von heute. Wer weiß, vielleicht sind wir sogar in der Lage durch das Ändern unseres Verhaltens unser genetisches Erbe zu verändern. Wer kann das heute schon wissen? Finden wir es einfach selber heraus.

Zur Erinnerung noch mal kurz zusammengefasst die fünf praktischen Übungen, um mit der Umsetzung zu starten. Fang doch vielleicht direkt damit an.

  1. Starte mit einer kleinen Meditations- oder Bewusstseinsübung
  2. Probiere 15 Minuten Nichts-Tun
  3. Probiere direkt etwas Neues aus, dass du schon lange im Kopf hast
  4. Plane einen Freundlichkeitstag
  5. Melde dich bei einem vertrauten Menschen und bedanke dich

Zum letzten Anstoß möchte ich dir ein gutes Hilfsmittel mit an die Hand geben. Wenn du alle fünf praktischen Übungen durchgeführt hast, notiere deine Erkenntnisse in einem Glückstagebuch.

Fange ab diesem Moment an regelmäßig aufzuschreiben, wofür du dankbar bist und was alles Gutes passiert ist. Wenn du das tust, trainierst du in hohem Maße deine linke Stirnhirnhälfte, da du dich auf die positiven Dinge im Leben konzentrierst.

Über den Autor

Mein Name ist Tim und ich bin einer der Co-Founder von Ctrl-Life.de.  Wir setzen uns dafür ein, Menschen zu einem positiveren Lebensgefühl zu verhelfen.

Auf unserem Blog möchten wir unsere Leser zum Nachdenken anregen und dazu ermutigen, Veränderungen anzustoßen und Potenziale zu entfalten. Getreu dem Motto: „Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.“

 

Viel Spaß und immer gelassen bleiben!

Tim & Eurer Ctrl-Life Team

 

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