offene Hände mit Blume

Selbstliebe ist was für Narzissten, heißt es häufig. Ich stelle mal die Frage anders herum:

Was wäre, wenn kein Mensch Selbstliebe fühlen könnte?

Wäre er dann überhaupt noch fähig, zu lieben?

Würde er spüren, wenn man ihm Liebe entgegen bringt?

Ist Empathie dann überhaupt noch möglich?

Geschieht irgend eine Handlung, die von dieser Person ausgeht, noch aus Liebe, Mitgefühl, oder um anderen zu helfen?

Eine Welt ohne Selbstliebe

Davon mal abgesehen, dass wir vermutlich aussterben würden, wäre das Interesse an anderen Menschen sehr gering. Wenn, dann nur um selbst einen Vorteil zu erzielen.

Selbstliebe ist die Brücke zur Liebe, denn wenn wir keine Liebe uns selbst gegenüber schenken, sind wir auch nicht bereit Liebe zu empfangen.

Stattdessen warten wir nur immer darauf, dass uns etwas (oder jemand) im Außen glücklich macht und wundern uns, warum das Glück nie wirklich eintrifft.

Ohne Selbstliebe machen wir auch alles und jeden im Außen dafür verantwortlich, wie wir uns fühlen. Dabei liegt es an uns selbst, den Kompass auf Liebe auszurichten.

Dazu eine kleine Geschichte:

Svenja war eine hübsche, junge Frau, die nach dem Abitur ihr Medizinstudium aufnahm. Eigentlich wäre sie gerne Kinderkrankenschwester geworden, doch ihr Vater – selbst Arzt – drängte sie dazu, doch in seine Fußstapfen zu treten.

Ohne Selbstliebe kein Selbstwert

Sie ließ sich dann überreden und begann mit dem Studium. Sie war sehr an Medizin interessiert, jedoch überforderte sie das viele Theoriewissen. Deshalb rasselte sie auch durch die erste Prüfung und ihrem Vater konnte sie die Enttäuschung im Gesicht ansehen.

Jetzt fühlte sich Svenja noch schlechter. Bereits das Abitur hatte sie nur mit viel Mühe und Nachhilfestunden bestanden. Sie konnte sich einfach nichts merken.

Da Svenjas Vater nur ihre Leistungen anerkannte, suchte Petra in Beziehungen, bei Jobs und bei anderen Menschen die Anerkennung, die sie sich so sehr wünschte.

Doch irgendwie wurde sie immer enttäuscht. Die Beziehungen hielten nie länger als 3 Monate und ihre Freundinnen warfen ihr immer vor, dass sich alles nur um sie drehte. Ständig fühlte sie sich verletzt, nicht verstanden und allein.

Selbstliebe lernen

Dann hörte sie einen Podcast über Selbstliebe. Die Podcasterin erzählte ihre eigene Lebensgeschichte, wie sie sich immer mehr in selbstzerstörerische Beziehungen brachte, um den inneren Hunger nach Liebe zu stillen.

Erst am tiefsten Tiefpunkt, nach Depressionen und als sie ganz allein war, suchte sie einen Hypnosecoach auf, der ihr den Weg aus den selbstzerstörerischen Gedanken aufzeigte.

Svenja sah plötzlich sich selbst, wie sie mit nichts lange glücklich war und ständig auf der Suche nach Veränderung. In der Hoffnung, dass diese Veränderung ihr den inneren Frieden schenkte.

Nach einigen Stunden mit dem Hypnosecoach war ihr neuer Leitsatz:

„Ich kämpfe nicht länger um Anerkennung, die nur ich mir geben kann!“

Svenja warf ihr Studium nach 4 Semestern hin und begann die Ausbildung als Kinderkrankenschwester.

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Nebenbei jobbte sie ehrenamtlich im Kinderhospiz und fühlte sich seit langer Zeit endlich innerlich ausgefüllt und konnte ihr Leben genießen.

Sie hatte gelernt, dass sie nur ihre Gegenwart verändern konnte und nur in ihrem Leben glücklich wurde, wenn sie authentisch sein durfte.

Ihre Angst vor Ablehnung und nicht zu genügen, brachte ihr nur noch mehr Schmerz und ließ sie das Leben durch den Filter der Angst sehen. Angst ist allerdings fast immer ein schlechter Berater.

6 Tipps – Wie du in mehr Selbstliebe kommst:

1) Erkenne deine eigenen Bedürfnisse und erfülle sie. Warte nicht darauf, dass jemand von außen dies für dich tut. Wenn jemand zusätzlich an deine Seite kommt, um so schöner!

2) Journaling hilft extrem, dich selbst zu reflektieren, deinen Tag und deine Gedanken. Mit den richtigen Fragen, deckst du deine eigenen Verhaltens- und Gedankenmuster auf, um sie transformieren zu können.

3) Vergebung. Vergebe an erster Stelle dir selbst, denn wir sind mit niemand so hart, wie uns selbst gegenüber. Und wenn wir uns selbst gegenüber hart sind, sind wir auch schnell im Verurteilen von unserem Gegenüber.

4) Nimm immer die körperliche Ebene mit in die Selbstliebe, denn hier ist alles biochemisch verankert. Bewege dich so, dass du Spaß dabei hast, oder praktiziere EFT (Klopftechnik auf Akupressur-punkte am Körper). Beides bringt blockierte Energie wieder zum fließen.

5) Affirmationen können sein: „Ich lasse die Härte gegen mich selbst los.“
oder „ Ich erlaube mir, sanft zu mir zu sein.“

6) Gönne dir auch eine Zeit, in der du einfach DU sein darfst! Hier entstehen die meisten guten Ideen und Inspirationen.

Wähle eine Routine, die deinen Bedürfnissen entspricht und die dir Spaß macht.

Zum Beachten der eigenen Bedürfnisse zählt auch, sich abzugrenzen, wo es erforderlich ist. Wenn du das Gefühl hast, dass ein bestimmtes Umfeld die mehr Energie zieht, als dass es ein gutes Gefühl gibt, lerne „Nein“ zu sagen.

Meist sagen wir nicht „Nein“, weil wir Angst haben vor der Reaktion des Gegenübers. Möglicherweise könnte die andere Person enttäuscht sein, oder uns nicht mehr mögen. Aber das ist das Problem der anderen Person, die ebenfalls lernen darf, mit einem „Nein“ umzugehen.

Denn wir dürfen auch einmal darüber nachdenken, warum wir häufig schnell „Ja“ sagen. Ist es, weil wir uns Anerkennung wünschen, oder das Gefühl haben, nicht zu genügen? Vielleicht auch Angst vor Konfrontation überwiegt.

„Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, sind winzige Dinge im Vergleich zu dem, was in uns liegt.“
Ralph Waldo Emerson

Be balanced!

Deine Cornelia

Die Autorin

Ich bin Cornelia Braun. Lifecoach & Hundefitnesstrainerin. Ich unterstütze Hundemenschen und ihre Hunde auf ihrem Weg zu einer harmonischen Beziehung und zu mehr mentaler & körperlicher Gesundheit

Mehr Informationen findest du auf meiner Seite: https://balancemithund.home.blog/mit-mir-arbeiten/

Photo by Lina Trochez on Unsplash

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