Immer wieder kann man im Alltag beobachten, wie Menschen ihre Hunde in der einen, oder anderen Weise davon überzeugen wollen, dass sie auf ihren Menschen achten sollen.

Erst kürzlich sah ich eine Frau mit ihren zwei Hunden an der Straße entlang gehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kam ein weiterer Hund an der Leine entgegen.

Etwa auf gleicher Höhe erstarrten die beiden Hunde der Frau und blickten in die Richtung des Hundes. Alles Zureden und mit der Hand vor den Köpfen der Hunde herum wedeln brachte keine Veränderung.

Sie hatte den Augenblick, um entspannt durch die Situation durchgehen zu können, verpasst.

Das ist in etwa so, als würde die Ampel schon auf rot stehen und tritt erst auf die Bremse, wenn man die Kreuzung bereits überschritten hat.

Hundebegegnungen üben

Konflikte löst man einfacher, in dem man sie idealerweise erst gar nicht aufkommen lässt.

Zugegeben klappt nicht immer, aber wie sagt man so schön:

„Prävention ist besser, als Nachsorge.“

Funktioniert auch hier. Denn wenn sich Hund erst einmal aufregt, ist der Stress bereits ausgelöst.

Der überträgt sich dann auch sehr schnell auf Herrchen, oder Frauchen.

Zudem stellt der Hund die Verknüpfung her: Anderer Hund = Aufregung/Bedrohung/Gefahr.

Hundebegegnungen trainieren

Um also jeglichen Frust beim Mensch-Hund-Team vermeiden zu können, können folgende Tipps hilfreich sein:

1) Bei den Gassirunden immer 1-2 Schritte mental vorausschauend sein, also Handy in der Hosentasche lassen und nur für schöne Fotos rausholen.

2) Sobald ein weiterer Hund in Sicht ist, den eigenen Hund in einer Beschäftigung verwickeln, so dass du die Aufmerksamkeit von deinem Hund bekommst.

3) Belohnen, belohnen, belohnen – so lange bis der andere Hund an einem vorbei gezogen ist.

Und wenn doch mal die Aufregung groß ist und der Hund sich erdreistet zu bellen – so what??!!

Selbst der größte Hundeflüsterer kann nicht jede 10tel-Sekunde der Hundekommunikation voraussehen – behaupte ich jetzt mal.

Soll heißen, dass oftmals ein schiefer Blick, oder Missachtung von einem Hund ausgeht und der andere reagiert darauf.

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Unseren Kindern empfehlen wir doch auch nicht: „ Lass dir bitte alles gefallen, was andere Kinder dir antun.“

Hundestress abbauen

Wichtig dabei ist nur, dass sich der (eigene) Hund schnell wieder beruhigt und kein gestresstes „Dauerbellen“ daraus wird.

Es gibt ja auch den Hund Marke „Mich regt alles auf, was sich auf mich zu, oder an mir vorbei bewegt.“

Da hat einfach der Mensch schon gleich zu Beginn seine Hausaufgaben nicht gemacht. Also beispielsweise nicht erkannt, dass man einen unsicheren/ängstlichen Hund zu Hause hat.

Möglicherweise liegt auch eine Grunderkrankung vor.

Wenn ich einen so extrem gestressten Hund habe, fehlt die komplette Beziehungsarbeit zum Hund und die notwendigen Entspannungsphasen.

Davon kann ich ein Lied singen – o.k. ich schreibe lieber :-)

Denn so ein „Sensibelchen“ bekommt jede Stimmung mit und reagiert entsprechend.

Nun kann man sagen, dass das mit seiner schlechten Vergangenheit zu tun hat, aber gerade dann benötigt man ein Gespür für die Bedürfnisse des Hundes.

Als ich meinen Hund vor über 9 Jahren zu mir holte, ahnte ich nicht welche Herausforderungen auf uns warteten.

Zunächst lief alles ganz gut. Der „Lehrplan“ stand:

Stubenreinheit – Check

Alleine bleiben – Check

Sitz – Platz – Check

Doch dann kam der erste Umzug in eine neue Stadt und die Rebellion begann.

Plötzlich vertrug er das Futter nicht mehr und alles, was er bis dahin gelernt hatte, war vergessen.

Als wäre ich mit einem „neuen“ Hund umgezogen.

Natürlich war er gerade ins Junghundealter gekommen, aber all die Begleiterscheinungen waren doch eher untypisch.

Hundegesundheit stärken

Es half nichts: Zunächst musste ich den kleinen Kerl wieder gesund bekommen, da er von massiven Magen-Darm-Erkrankungen geplagt war und dann wollte ich einen Hundetrainer suchen.

Nun kann man sich natürlich die berühmte Frage stellen: „Was war zuerst da – Huhn, oder Ei?

Also erst die Futterunverträglichkeit, oder die rebellische Phase?

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Denn natürlich fühlt sich ein kranker und schwacher Hund nicht mehr sicher und die Hormone taten ihr übriges.

Wenn wir also nicht gerade (wieder) beim Tierarzt waren, bellte er alles an, was sich bewegte.

Dann wurde er, zu allem Überfluss, noch von einigen Hunden attackiert. Da war es natürlich vorbei mit dem Vertrauen in seine Umgebung und auch in mich.

In den Zeiten, wo er einigermaßen gesund war, besuchten wir dann einen Hundekurs.

Der war natürlich auch eine Challenge, aber „wir“ bekamen doch einige hilfreiche Tipps.

Hund-Mensch-Beziehung stärken

In einer Einzelstunde beobachtete mich der Hundetrainer im Umgang mit meinem Hund und sagte dann nach einiger Zeit:
„ Du hast überhaupt keine Beziehung zu deinem Hund.“

Wummms! Das saß.

Verständnislos und etwas irritiert gingen meine Blicke zwischen meinem Hund und dem Hundetrainer hin und her.

Ich verstand nicht so wirklich, was er meinte. Ich hatte doch viel Zeit mit meinem Hund verbracht, ihm das „Rüstzeug“ für das Hundeleben mitgegeben.

Doch vermutlich ging durch den Umzug ein vertrautes Umfeld verloren und ich war zu sehr mit den neuen Herausforderungen beschäftigt.

In mühsamer Kleinarbeit bauten wir die offenbar fehlende Beziehung in den nächsten Wochen auf.

Und tatsächlich wurde alles immer leichter. Mein Hund orientierte sich mehr und mehr an mir und stand nicht mehr unter Dauerstress.

Das verbesserte natürlich seinen Allgemeinzustand und wir konnten endlich wieder die Spaziergänge genießen.

Selbst erneute örtliche Veränderungen in unserem Leben, machte er super mit und gewöhnte sich schnell ein.

Ich konnte richtig sehen, wie er immer mehr Vertrauen fasste und dazu lernte. Zwischendurch absolvierte ich noch eine Ausbildung zur Hundefitnesstrainerin und er wurde mein bester Proband!

Von dem ehemals unsicheren und kränklichen Hund wurde ein selbstbewusster kleiner Kerl, der alles Neue aufsaugte, wie ein Schwamm.

Die Futterunverträglichkeiten gehörten schon lange der Vergangenheit an. Ich konnte ihm endlich anstatt Diätfutter, richtiges Fleisch und Gemüse geben.

Anstatt andere Hunde anzubellen, zog er es vor mit mir zu kommunizieren, oder ließ sich durch ein Spiel ablenken. Selbst wenn ein anderer Hund ihn „angrummelte“, blickte er zunächst zu mir, um die Situation einschätzen zu können.

Durch unterschiedlich Beschäftigungsspiele blieb er ausgeglichen und vertraute meiner Leitung.

Mehr Inspirationen auf https://balancemithund.home.blog/2020/06/14/beziehung-zum-hund-staerken/

Mensch glücklich – Hund glücklich

Ja, gute Führungsqualitäten sind nicht nur im Berufsleben gefragt.

Auch für unsere Hunde sind wir Sozialpartner, Vorbild und Vertrauensperson.

Zugegeben, es ist nicht immer leicht, gelassen zu bleiben, wenn der eigene Hund mal wieder völlig ausflippt und wir nicht verstehen warum.

Aber auch wir Menschen sind lernfähig,um unser Bewusstsein zu schärfen und eigenes „Fehlverhalten“ zu erkennen.

Routinen etablieren

Ich habe für mich selbst neue Routinen entwickelt, die auch meinen Alltag leichter machten und das Leben erfüllter.

Wir Menschen funktionieren meist in herausfordernden Situationen und spüren nicht, was sie uns abverlangen.

Denn was häufig zwischen uns und unserer (inneren) Freiheit steht, sind Selbstzweifel, Frust und fehlende Energie.

Wenn du also das Gefühl hast, nicht mehr selbstbestimmt dein Leben zu führen, wird es Zeit – zunächst im Inneren – „aufzuräumen“:

Alte Glaubenssätze loszulassen, neue Ziele zu stecken und dir Dinge ins Leben ziehen, die dir das Gefühl von Lebendigkeit geben.

„Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt. „

G.E.Lessing

Be balanced!

Die Autorin

Ich bin Cornelia Braun. Lifecoach & Hundefitnesstrainerin. Ich unterstütze Hundemenschen und ihre Hunde auf ihrem Weg zu einer harmonischen Beziehung und zu mehr mentaler & körperlicher Gesundheit

Mehr Informationen findest du auf meiner Seite: https://balancemithund.home.blog

Photo by Vlada Karpovich from Pexels

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