Beziehung ab 50

Gabriele hatte mit 22 geheiratet, 3 Kinder bekommen und nebenberuflich bei einem Versicherungsunternehmen gearbeitet. Sie traf sich regelmäßig mit ihren Freundinnen, die sie noch aus der Schulzeit kennt und besucht ihre Mutter im Pflegeheim.

Das ist die Zusammenfassung der vergangenen, fast 30, Lebensjahre.

Die Kinder sind in der Welt verstreut, nur der Ehemann ist noch geblieben.

Mit ihren Freundinnen sprachen sie schon häufig über das Thema: „Nochmal alles anders machen im Leben, oder wenigstens noch etwas Neues beginnen.“

Aber was??

Eine gewisse Leere, ein Gefühl, sich in der Mitte des Lebens neu finden zu wollen, entsteht.

Das kann zu einer schwierigen Aufgabe werden: Die Sinnkrise zu bewältigen und diese „Neuzeit“ zu füllen.

Offenbar spüren immer mehr Frauen, dass sich etwas in ihrer zweiten Lebenshälfte verändert.

Gerade im mittleren Alter beginnen häufig herausfordernde Zeiten. Eine gewisse Lebensunzufriedenheit macht sich breit und die Suche nach dem Lebenssinn steigt.

Das Leben scheint sinnlos? Und das Kreuz mit den Hormonen

Die hormonelle Umstellung trägt ihren Anteil zu dieser Situation bei. Wir werden auf eine gewisse Weise kompromissloser, aber fühlen uns auch nicht mehr richtig als „Frau“. Dabei zeigt uns gerade dieser Prozess, in dem wir uns befinden, das wir „Frau“ sind.

Ansonsten müssten wir ja nicht durch diesen ganzen „Hormonzirkus“ durchgehen. Die Hormone sind ja noch da, nur eben in einer anderen Zusammensetzung.

Es ist immer der Blick, den wir auf die Dinge haben. Wie bewerte ich eine bestimmte Situation und welches Gewicht gebe ich ihr in meinem Alltag.

Bestimmt die Bewertung meinen Alltag, oder bestimme ich meinen Alltag?
Es ist immer der gleiche Kreislauf: Gefühle lösen Gedanken aus und die Gedanken Handlungen.

Wenn wir nicht achtsam damit umgehen, schlagen sich die negativen Gedanken auch negativ auf unseren Körper nieder.

Wie finde ich wieder meine Aufgabe?

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und eine neue Struktur muss her.

In dem wir früher etwas „ fremdgesteuert“ handelten, weil wir in Familie eingebunden waren, können wir heute frei entscheiden.

Nur was machen wir mit dieser neu gewonnen Freiheit?

Wir sind – vielleicht das erste Mal – selbst für uns verantwortlich und wenn wir dies bewusst wahrnehmen, können wir auch unser „neues“ Sein selbst gestalten.

„In 20 Jahren wirst du die Dinge, die du nicht getan hast, mehr bedauern, als deine Taten. Also, mach die Leinen los, verlasse den sicheren Hafen. Fang den Wind in deinen Segeln, erforsche, träume, entdecke“
Mark Twain

Die berühmte Frage an Sterbende, was sie versäumt hätten im Leben, wurde immer damit beantwortet:

Ich hätte mir mehr Zeit für mich und meine Lieben nehmen sollen.

Ich hätte mein eigenes Leben leben sollen – nach meinen Wünschen und Werten. Selbstliebe und Nachsicht mit sich selbst sind der Schlüssel für große innere Zufriedenheit.

Also sich bewusst die Frage stellen: „ Was möchte ich am Ende meines Lebens erlebt haben, damit ich mir nicht die oben genannten Antworten geben muss?“

Neue Lebensziele – Warum überwiegt die Angst ?

Warum wir hier häufig Blockaden entwickeln, ist die Angst vor Veränderungen.
Auch die Meinung, die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen lähmt uns.

Die Angst besteht nur in unseren Gedanken, denn wir legen uns meist die Dinge so zurecht, wie sie im schlimmsten Fall eintreten könnten.

Die Zweifel werden geprägt von unserem Verstand, da er uns in Sicherheit halten will.
Wenn wir aber in kleinen Schritten starten und neue schöne Routinen entwickeln, setzt das so viel Energie frei, dass sich altes lösen darf und neuer Raum für Ideen entsteht.

Was erfüllt mich – Was ist mein Potenzial?

Es ist eine Mischung aus Lieblingsbeschäftigungen und was uns an Werten wichtig ist.

Sich bewusst die Frage stellen, was man tun könnte und was man wirklich tun will.

Die eigenen Werte finden sowohl im beruflichen, wie auch im privaten Bereich.

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Werte können sein:

Achtsamkeit

Freude

Empathie

Harmonie

Gesundheit

Loyalität

Spiritualität

Weiterentwicklung

Freiheit

Welche Werte, die mir in meinem Leben wichtig sind, lebt auch mein Umfeld.

Manchmal fühlen sich Verbindungen zu anderen Menschen „nicht richtig“ an, weil sie eine andere Haltung zum Leben haben.

Dabei geht es nicht darum, alle Menschen „auszusortieren“. Möglicherweise sich nur dessen bewusst zu sein verhilft einem selbst sich wieder wohler zu fühlen.

Meist liegt unser innerer Antrieb darin, die Welt etwas besser zu machen und unseren Beitrag dazu zu leisten.

„Wir selbst müssen den Sinn in unserem Leben erschaffen .“

– sagte schon Sartre

Wieder auf die eigenen Gefühle vertrauen und zulassen wird die Herausforderung sein.

Das eigene Leben bedeutet, jenseits der 50, vor allem Erfüllung und Freiheit.

„Denn wie schon die alten Griechen wussten: Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss.“

Was soviel bedeutet wie: Keine Erfahrung wiederholt sich ganz genau so, wie wir sie in Erinnerung haben!!!!

Mit unseren Erinnerungen, die im Unterbewusstsein verankert sind, ist es ein bischen wie ein Musikstück von einem DJ zusammengestellt:

Ein Lied läuft im Hintergrund und ein neuer Beat wird darüber gespielt.

Das bedeutet, dass Gedanken an die Erinnerung in Endlosschleife laufen – ganz unbewusst. Dazu kommen dann die aktuellen Gedanken, die uns beeinflussen.

Unsere Gedanken stammen also meist aus unserer Erinnerung und entsprechen nicht der Realität von heute!

Ein großer Anteil unseres Denkens liegt in unserer Kindheit. Wenn wir hier unser Urvertrauen entwickeln konnten, wird dieses Fundament kaum erschüttert.

Doch wir sind der Chef unseres eigenen Lebens und stehen uns nur häufig selbst im Weg.

Die positive Eigenschaft ist mit zunehmendem Alter, dass wir bewusster Dinge wahrnehmen, jedoch verlieren wir uns häufig in Erinnerungen.

Ängste werden hervor geholt und wir meinen das Leben eines vielleicht geliebten Menschen, der verstorben ist, wiederholen zu müssen.

Mit 55 sind wir vielleicht im gleichen Alter, wie die eigene Mutter, die eine lebensbedrohliche Erkrankung bekam und an den Folgen verstorben ist.

„Es gibt keine Natur des Menschen, die den Menschen festlegt, sondern der Mensch ist das, wozu er sich macht.“ Sartre

Doch noch einmal: Die Ängste finden nur in unserem Kopf statt. Seltsamerweise sind wir mehr von unseren Gedanken überzeugt, anstatt von der Wirklichkeit.

Und so bleiben wir stecken in unseren Blockaden und versäumen die schönen Momente des Lebens.

Wenn wir das erfüllte Leben mit 50 nicht leben – wann dann??

Ein erfülltes Leben geht immer mit persönlichem Wachstum einher und sollte nicht von anderen erzwungen werden.

Deshalb entdecke deine Werte und Bedürfnisse und nimm sie als Kompass für dein Leben, denn kein anderer lebt dein Leben.

Nutze bewusst das eigene Potenzial und erlaube dir einmal nur die eigenen Träume zu leben.

Die Symbiose zwischen den eigenen Werten und den Stärken entwickeln, führt dich zu deiner Vision.

In kleinen machbaren Schritten die großen Ziele festlegen und dann losgehen.

Wieder Lebensfreude empfinden und Fußspuren hinterlassen,

Ist es nicht das, was das Leben ausmacht?

Aristoteles sagte schon:

„Sein, was wir sind, und werden, was wir werden können, das ist das Ziel unseres Lebens.“

Bist du bereit, der Mensch zu werden, der du sein willst?

Be balanced!

Die Autorin

Ich bin Cornelia Braun. Lifecoach & Hundefitnesstrainerin. Ich unterstütze Hundemenschen und ihre Hunde auf ihrem Weg zu einer harmonischen Beziehung und zu mehr mentaler & körperlicher Gesundheit

Mehr Informationen findest du auf meiner Seite: https://balancemithund.home.blog


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