Kundenkontakt, Nachtelefonat, Terminabsprache, Terminbestätigung, Tag des Termins.

Es war an einem Freitag. Ich betrat das Vorzimmer des Geschäftsführers eines großen Logistikkonzerns und wurde nach kurzer Wartezeit in die heiligen Hallen der Firma gebeten. Freundliche Begrüßung, Klärung der Getränkefrage, Abschluss der Platzwahl. Das Gespräch konnte beginnen.

Wir kamen gut voran. Schnell stellte sich heraus, dass es gar nicht mehr um das ob ging, sondern nur noch um das wie. Plötzlich klingelte das Telefon. Der Geschäftsführer nahm ab, klärte kurz ein paar Dinge und wandte sich dann wieder zu mir. Es vergingen keine 10 Minuten, da klingelte es wieder. Diesmal sah der Hausherr anscheinend die Chance gekommen, mir seine Machtposition zu demonstrieren. Unser Gespräch hatte sich an einigen Punkten festgefahren. Und so nutzte er die willkommene Gelegenheit der Unterbrechung, mich eine Weile schmoren zu lassen. Zwischendurch signalisierte er mir immer mal ein „leider“ und ein Achselzucken, aber das wirkte nicht sehr überzeugend.

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Na, dachte ich – warten wir es ab. Das Telefonat war nach ca. 20 Minuten zu Ende. Wir setzten unser Gespräch fort, zu meiner Überraschung moderater als ich vermutet hatte. Doch nach weiteren 15 Minuten klingelte wieder das Telefon. Als mein Gegenüber abnahm, kam mir eine spontane Eingebung, was ich tun könnte:

Ruhig stand ich auf und verließ die heilige Halle. Im Rücken spürte ich die Blicke meines verdutzten Gesprächspartners, der am Telefonhörer gefesselt war. Im Vorzimmer fragte ich seine Sekretärin, was ich tun müsse, um nach Beendigung des laufenden Telefongesprächs mit ihm verbunden zu werden. Etwas verwundert zeigte sie es mir und plötzlich sah ich den Hauch eines Lächelns in ihren Augen. Sie hatte verstanden, was ich vorhatte.

Das Gespräch war zu Ende und ich tat das, was mir soeben technisch erklärt worden war. Die Sekretärin beobachtete mich und lauschte gespannt.

Der Hausherr nahm den Anruf an und fragte, nachdem er erkannte hatte, dass ich am anderen Ende der Leitung war, wo ich denn plötzlich sei? Ich erklärte ihm kurz, dass ich gelernt hatte, was die beste Möglichkeit sei, unser Gespräch ungestört weiterzuführen. Totenstille am anderen Ende. Was passierte jetzt wohl? Die Antwort war kurz: „OK, kommen Sie rein. Ich habe es verstanden.“

Seitdem gibt es zu Anfang unserer Gespräche eine klare Order: „Nur wenn die Bude brennt!” Danke, Frau Kowalski, für die technische Einweisung am Telefon.

Fazit

Gegenseitige Wertschätzung hebt das Niveau der Zusammenarbeit. Eine Autorität ist man nicht von sich aus und Respekt kann man nicht einklagen, beides kann erarbeitet und erworben werden, beides wird verliehen, vielleicht auch nur auf Zeit. Aufmerksamkeit ist eine Wechselwirkung.

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1 Kommentar

  1. Hallo,
    Respekt ist auch ein sehr wichtiges Thema während des beruflichen Alltag. Kollegen, die nicht respektvoll miteinander umgehen ziehen auch automatisch das Arbeitsklima mit runter.

    Wir bei der ONMA legen großen Wert auf einen respektvollen Umgang innerhalb des Teams.
    Sollte deine Neugier geweckt sein, dann besuche uns doch einfach auf unserer Homepage und Hinterlasse uns doch gerne ein Kommentar.

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