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Kreativitätstechnik und Ideenfindung sind Methoden zur Steigerung von Kreativität und gezieltem Produzieren neuer Ideen, um Visionen zu entwickeln und Probleme zu lösen.

Funktionsanalyse

Durchführung

a) Der Problemgegenstand (Objekt, Prozess oder Struktur) wird in seine Grundfunktionen zerlegt: Was muss er grundsätzlich (und möglichst in chronologischer Reihenfolge) tun?

b) Zu jeder Grundfunktion werden, unabhängig vom Problem und seinen Lösungskriterien, alle bekannten und denkbaren Funktionserfüllungen ermittelt: Wie kann die Grundfunktion in verschiedener Art und Weise erfüllt werden?

c) Die Grundfunktionen werden horizontal und die dazugehörigen Funktionserfüllungen darunter vertikal in eine (morphologische) Matrix übertragen.

d) Bezogen auf das zu lösende Problem und seine Lösungskriterien werden zunächst unabhängig voneinander alle Funktionserfüllungen gekennzeichnet, die in diesem Zusammenhang interessant erscheinen.

e) Dann wird untersucht, ob und wie die (unabhängig voneinander interessant erscheinenden) Funktionserfüllungen sich miteinander zu einer Gesamtlösung des Problems kombinieren lassen, welche die Kriterien erfüllt.

Oder: Alle Funktionserfüllungen werden in ein Rechenprogramm eingegeben, dass alle theoretisch möglichen Kombinationen ermittelt. Diese werden, dann bezogen auf das zu lösende Problem und seine Lösungskriterien, auf Lösungsmöglichkeiten hin analysiert.

Wichtiger Hinweis

Die Grundfunktionen müssen abstrakt (rein begrifflich), die Funktionserfüllungen konkret formuliert werden.

Funktionsanalyse (Beispiele)

a) Grundfunktionen eines Thermometers
Temperatur messen, Messwerte übertragen, Messwerte anzeigen

b) Grundfunktionen einer Verpackung
Aufnahme des Füllguts, Lagerung des Füllguts, Schutz des Füllguts, Schutz der Umwelt, Transport des Füllguts, Entnahme des Füllguts, Dosierung der Entnahme, Kennzeichnung des Füllguts, Information über das Füllgut, Zweit- oder Zusatznutzen

c) Grundfunktionen einer Toilettenseifen (physiologisch)
Hautreinigung, Hautpflege, kosmetische Zusatzeffekte, medizinische Zusatzeffekte

Zum Thema:  Kampf den Symptomen: Unsicherheit, Kummer, Depression, Angst - Wie man das Übel an der Wurzel packt

d) Grundfunktionen einer Toilettenseifen (psychologisch)
Befriedigung (introvertiert), Bestätigung (extrovertiert)

e) Grundfunktionen eines Verkäufers
Kunden finden, Kunden informieren, Kunden interessieren, Auftrag abschließen, Auftrag abwickeln, Serviceleistungen erbringen, Markt beobachten, Firma informieren

f) Grundfunktionen eines Werbemittels
Zielgruppe erreichen, Aufmerksamkeit erregen, Interesse wecken, Kaufwunsch aufbauen, Kauf auslösen

g) Grundfunktionen eines Seminars
Teilnehmer motivieren, Lehrstoff darbieten, Lehrstoff diskutieren, Lehrstoff trainieren, Lernerfolg kontrollieren, Zusatzeffekte erzielen

Parameteranalyse

Gleiche Vorgehensweise wie bei einer Funktionsanalyse, nur dass der Problemgegenstand nicht in seine Grundfunktionen, sondern in seine Parameter zerlegt wird. Parameter sind hier direkt beeinflussbare veränderliche Faktoren. Zu jedem Parameter werden alle bekannten und denkbaren „Ausprägungen” ermittelt.

Wichtiger Hinweis

Es muss deutlich differenziert werden zwischen Parametern, Ausprägungen und Konsequenzen. Vorgegebene Konsequenzen sind Kriterien.

Parameteranalyse (Beispiele)

a) Parameter eines Thermometers
Messsystem, Anzeigesystem, Befestigungssystem, Messbereich, Messgenauigkeit, Messeinheit, Verwendungszweck, Verwendungsart, Verwendungsort, uvm.

b) Parameter einer Toilettenseifen
Grundstoffe, Zusatzstoffe, Mischverhältnis, Herstellungsverfahren, Konsistenz, Struktur, Form, Oberfläche, Farbe, Transparenz, Geruch, Geschmack, Verwendungszweck, Verwendungsort, Verwendungszeitpunkt, uvm.

c) Parameter einer einzelnen Aufgabe
Größe, Format, Platzierung, Grafik (Art und Menge), Text (Art und Menge), Typographie, Farbe, Zusatzausstattung, Zusatznutzen, uvm.

d) Parameter eines Seminars
Veranstalter, Seminarziel, Zielgruppe, Teilnehmerzahl, Lehrstoff, Lehrmethode, Lehrmaterial, Hilfsmittel, Zeitpunkt, Dauer, Ort, Kleidung, Rahmenprogramm, uvm.

e) Parameter einer Werbekonzeption
Werbeziel, Zielgruppe, Werbebotschaft, Werbestil, Werbemittel, Werbeträger, Werbemittler, Dauer, Werbebereich (geografisch), Erfolgskontrolle, uvm.

f) Parameter einer Vertriebskonzeption
Vertriebsziel, Vertriebsstil, Vertriebsweg, Vertriebsorganisation, Auftragsabwicklung, Logistik, Serviceleistungen, Preis- und Rabatt-System, Zahlungskonditionen, Vertriebsdauer, Vertriebsbereich (geographisch), Erfolgskontrolle, uvm.

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