3 Fehler, die unsere Liebe verleiden

Natürlich und leider gibt es noch mehr Fehler, die unsere Liebe verhindern. Diese drei Fehler sind nur eine willkürliche subjektive Auswahl.

Fehler 1: Mein Herz gehört nur einem

Ich erinnere mich noch gut, wie sich meine Freundin vor zwei oder drei Jahren in einen anderen Mann verliebt hatte. Hopplahop ging das, und so liebte sie plötzlich zwei Männer, mich und den anderen, auf den ich sofort eifersüchtig war.

Das war für mich ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich sie liebte. Glaubte ich. Denn so liest man es ja in der Sachliteratur über Eifersucht und vielen Eifersuchts-Ratgebern. In gewisser Weise soll man/frau froh über seine Eifersucht sein, dass man seine Liebe spürt. Nach dem Motto:

Du bist eifersüchtig? Dann liebst du deinen Partner! Mega!

Ganz ehrlich: Ich hatte keine Liebe gespürt. Ich war wütend, verzweifelt und voller Angst, sie könnte mich verlassen. Von Liebe war nichts zu spüren.

Da wir eine Fernbeziehung haben (Hamburg – Stuttgart, immer noch), hätte ich mir meine Freundin am liebsten gekrallt und eingesperrt. So viel Angst hatte ich.

Der Traum vom Herzstrauch

In dieser Zeit hatte ich einen Traum, der meine Sicht auf die Liebe komplett verändert hat.

Ich träumte von einem verkümmerten Strauch, der in einer kargen Landschaft stand. Und in der Mitte des Strauchs hing ein Herz, kraft- und saftlos und voller Falten. Im Traum “wusste” ich, dass ich dieser Strauch bin.

Plötzlich begann er mit mir zu sprechen und bat mich, ihn zu gießen. Zuerst wusste ich nicht wie. Aber als ich mich umschaute, sah ich einen blauen Eimer voll Wasser. Mit diesem Wasser goss ich den Strauch.

Leben kehrte in den Strauch zurück. Er begann sofort zu sprießen. Doch es kamen nicht nur Blätter, sondern auch kleine Blütenknospen, aus denen kleinen Herzen herauswuchsen. Bald hingen an diesem mittlerweile grünen Strauch viele kleinen Herzen.

Menschen kamen vorbei, blieben stehen und schauen mich erwartungsvoll an. Ich glaubte zu wissen, was sie brauchten, und pflücke das ein oder andere Herz, das ich ihnen zuwarf.

Zu meinem Erstaunen wuchsen die Herzen nach und es kamen immer mehr Menschen, denen ich Herzen vom Strauch pflückte und zuwarf. Es hörte nicht auf. Es war ein nicht enden wollendes Verschenken.

Mit diesem Bild endete der Traum.

Sein Herz verschenken

Seitdem weiß ich, dass mein Herz nicht nur einem Menschen gehört, sondern vielen Menschen. Allen Menschen. Ich muss mich nicht an mein Herz klammern und einem Menschen vorbehalten. Ich muss keine Angst haben, wenn meine Partnerin sich verliebt. Unser Herz ist nicht nur für einen Menschen gemacht, sondern dafür, dass wir es verschenken. Jedem und jeder. Es wächst wieder nach. Jederzeit.

Diese Haltung fühlt sich viel mehr nach Liebe an. Ich (oder wir) leben nicht polyamor, aber ich kann trotzdem vielen Menschen mein Herz schenken. Ich glaube nicht mehr daran, dass Eifersucht ein Zeichen von Liebe ist.

Unsere menschlichen Ressourcen sind nicht begrenzt. Wir müssen nicht mit unserer Liebe haushalten und darauf achten, dass wir sie verschwenden. Wir sind wie die Natur, die sich selbst immer wieder erneuert. Das, was wir verbrauchen, wächst nach. Das, worauf wir hocken und für uns behalten, wird schal und stumpf. So wie ein See ohne Zufluss und Abfluss verlandet und versumpft.

Fehler #2: Ich darf mich nicht abgrenzen

Hast du manchmal das Gefühl, dein Partner würde von dir Dinge wollen, die du nicht willst? Aber du traust dich nicht, irgendetwas zu sagen, weil es „nur ein Gefühl“ ist und weil es aussehen könnte, als würdest du ihn nicht lieben, sobald du den Mund aufmachst?

Oder kommt dir dein Partner immer wieder zu nah und statt liebevoller Annäherung fühlt es sich übergriffig an? Fast respektlos dicht?

Doch etwas zu sagen oder den Partner zurückzuweisen kommt dir nicht in den Sinn, weil du sonst ein schlechtes Gewissen hättest? Du denkst, dass du als liebender Mensch deinen Partner keine Grenzen setzen darfst? Du denkst, Liebe sollte grenzenlos sein – und machst dir diese Einstellung zu eigen. Widerwillig. Weil eigentlich brauchst du deinen Freiraum. Deinen respektierten Freiraum.

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Grenzenlosigkeit fühlt sich nach Liebe an?! Ich glaube nicht.

Du darfst Grenzen setzen. Du darfst dich abgrenzen und du musst dich abgrenzen, um zu lieben. Liebe gedeiht in Freiheit, und Freiheit ist ein Garten.

Grenzenlosigkeit ist Savanne und Wüste und es gibt nichts, wohin deine Liebe fließen könnte.

Von der Selbstverachtung zur Selbstachtung

Und vor allem: wie schnell verachtest du dich selbst, weil du dir so sehr wünscht, du könntest Grenzen setzen. Und ohne Achtung vor dir selbst kannst du gar Liebe empfangen, weil du glaubst, sie nicht verdient zu haben.

Oder noch schlimmer. Dein Partner sagt gar nicht, was er von dir erwartet, aber du spürst es ganz genau. Du weißt, was er will und du weißt, was er von dir erwartet.

Und wie fühlt sich deine Liebe an, wenn du die Wünsche deines Partners von seinen Augen abliest, obwohl er noch schläft. Wie fühlt sich deine Liebe an, wenn du die Wünsche deines Partners von seinen Lippen abliest, von deinem Partner, der im Nachbarzimmer schmollt und grollt, und du stehst mit einem heißen Kräutertee vor seiner Tür und bittest um ein Gespräch?

Du springst auf und willst dessen Wünsche erfüllen, weil es ein Liebesbeweis ist? Und du findest, dass du besonders feinfühlig bist.

Nichts für ungut. Alles ertragen und sich Unzumutbares zumuten, hat nichts mit Liebe zu tun. Liebe fängt bei der Selbstachtung an.

Fehler #3: Blumen und Pralinen

Wusstest du, dass ein Blumenbouquet keine Liebe ist, sondern nur ein Symbol dafür? Oder Pralinen?! Auch sie sind keine Liebe im Sinne eines Gefühls, sondern nur ein Sinnbild, das wir liebend gerne für die echte Liebe nehmen. Und diese Symbole sorgen manchmal dafür, unsere wahre Liebe nicht wirklich wahrzunehmen.

Wie „unmittelbar“ Gefühle sind und wie sehr wir uns verpflichtet fühlen, unsere Gefühle beim Namen zu nennen, erleben wir dann, wenn wir vom Partner gebeten werden, ihm oder ihr zu sagen, dass wir ihn noch lieben.

Upps … wenn da keine Liebe mehr in uns ist, dann lassen wir die Wort eher purzeln als dass wir sie betonen. Wir nuscheln: „Doch doch doch!“

Und noch schwerer wird es, wenn wir – ohne es zu fühlen – sagen müssten: „Ich liebe dich!“

Wenn wir Blumen mitbringen oder eine Engelkarte mit einem besonders passenden Sinnspruch, dann steht das stellvertretend für unsere Liebe – für eine Liebe, die wir schon lange nicht mehr unserem Partner ins Gesicht gesagt haben, aber vor langer Zeit versprochen.

Der Zeigefinger, der auf den Mond zeigt, ist nicht der Mond. Genauso wenig ist der Blumenstrauß, mit dem wir vor unserem Partner stehen, unsere Liebe.

Aber “Liebe”, bei der unser Partner gemeint bist, drückt sich vielleicht mit einem spontanen Anruf aus – in dem Moment, in dem wir in Liebe an unseren Partner denken. Unsere Liebe drückt sich vielleicht in Gesprächsbereitschaft aus. Im Suchen von Nähe. Unsere Hand in der Hand des Partners. Liebe verwandelt eine emotionale Ödnis in einen blühenden Garten.

Wann hast du zuletzt deinem Partner gesagt: „Ich liebe dich!“

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Photo by Vera Arsic from Pexels
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