Yoga im Alltag integrieren
Yoga im Alltag integrieren

Du hast diese Überschrift sicher schon oft gelesen. In der Regel zusammen mit wunderschönen, superfitten Yogis, die beeindruckende Asana-Praktiken zeigen. Positionen die absolut inspirierend sind und uns zeigen, was möglich ist, wenn man sich verpflichtet, Yoga zu praktizieren.

Wir müssen uns aber auch daran erinnern, dass es beim Yoga um weit mehr als nur Asanas geht und dass es viele, viele Möglichkeiten gibt, die Yogapraxis in den Alltag zu integrieren. Oft ergeben sich aber die größten Veränderungen, wenn man Yoga von der Matte in den Alltag bringt. Hier sind fünf Möglichkeiten, wie du situationsunabhängig, Yoga in dein Leben integrieren und jeden Tag leben kannst.

Achtsamkeit üben

Die Zeit, die du auf deiner Matte verbringst, ist dazu da, dich folgendes zu lehren: Geduld, Mitgefühl, Ausdauer, Hingabe, Selbstvertrauen oder Frieden, um nur einige zu nennen. Es ist also nur logisch, dass du diese Qualitäten auch außerhalb deiner Matte und in deinem Leben anwenden musst, um Yoga zu leben. Also bemühe dich in den nächsten Wochen, achtsam zu leben und die besten Qualitäten des Yoga in deinem täglichen Leben zu zeigen.

Die Yamas, die 1. Stufe des Ashtanga Yoga, fordern uns auf, andere so zu behandeln, wie du von ihnen behandelt werden möchtest. Achte also darauf, was das auslöst, und anstatt automatisch zu reagieren, trete einen Schritt zurück, atme durch und entscheide dich dafür, freundlich zu sein, anstatt immer Recht zu haben.

Übe dich in Geduld und Mitgefühl bei Situationen, die normalerweise deine Grenzen testen würden. Werde dir all der kleinen Stimmen in deinem Kopf bewusst, die dir sagen, dass du dies und jenes nicht tun kannst. Finde das Selbstvertrauen und die Zuversicht, die du brauchst, um eine große Chance oder einen großen Traum zu verfolgen. Werde wirklich präsent. Nimm dich selbst wahr und werde all deiner Handlungen und Reaktionen täglich bewusst. Arbeite täglich daran, die beste Version von dir zu werden, die du erreichen kannst.

Das ist Yoga.

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Gönne dir einen ruhigen Moment

Ich weiß, dass das Wort Meditation bei vielen Menschen vorgefertigte Meinungen, Ängste oder die Aussage „Ich kann nicht meditieren“ hervorruft. Warum nimmst du dir also nicht jeden Tag ein paar Momente der Stille?

Die 5. Stufe des Raja Yoga, Pratyahara, bedeutet Sinnesentzug und fordert dich einfach auf, dein Bewusstsein von der Außenwelt und äußeren Reizen abzuwenden. Suche dir einen bequemen Platz, an dem du nicht gestört wirst, schließe die Augen, atme ein paar Mal tief durch und gönne dir eine Auszeit, um einfach nur zu sein.

Wie lange du auch immer in der Lage bist … bleibe einfach sitzen und folge deinem Ein- und Ausatmen. Jedes Mal, wenn du bemerkst, dass deine Gedanken abschweifen, lenke den Fokus einfach zurück auf deine Atmung.

Diese wenigen Augenblicke, werden dich mit Inspirationen überfluten, Stress abbauen und dein Leben in vielerlei Hinsicht positiv verändern.

Die beste Zeit dafür ist morgens, bevor der Tag richtig beginnt, oder abends, wenn der Tag zu Ende geht. Aber die Vorteile können überall und zu jeder Zeit genossen werden. Unterschätze niemals die Kraft eines einzigen Moments der Stille den du dir gönnst.

Atme

Ich weiß, dass wir den ganzen Tag atmen. Jeden Tag, sonst wären wir nicht hier, aber ich meine wirklich atmen! Die meisten von uns atmen überhaupt nicht richtig, und oft atmen wir unbewusst und flach, was den Stress im Körper noch erhöht.

Pranayama, das vierte Glied des Yoga, bedeutet Atemkontrolle und zielt darauf ab, das Wohlbefinden zu steigern, den Geist zu beruhigen und Prana, die vitale Lebensenergie, zu erhöhen.

Versuche, ein- oder zweimal am Tag ein paar volle, tiefe und achtsame Atemzüge zu machen, indem du durch die Nase einatmest, und zwar direkt aus dem unteren Teil deines Bauches. Du kannst das auch anders machen und aktiv steuern, indem du etwa 5 oder 6 Mal ein- und ausatmest. Dann fühle diese Atmung.

Wenn du dich sehr gestresst und überfordert fühlst, versuche die Ausatmung zu verlängern, da dies deinen Herzschlag verlangsamt und dein Nervensystem entspannt. Oder versuche, den Atem zwischen Ein- und Ausatmung für einige Augenblicke anzuhalten, um die Wirkung zu verstärken.

Spüre die Lebenskraft in dir und erlaube dem Atem, deinen Körper zu durchdringen, deinen Geist zu beruhigen und dein Herz zu erwärmen. Achte darauf, wie ruhig und zentriert du dich schon nach ein paar einfachen, achtsamen Atemzügen fühlst.

Passend dazu:  9 wertvolle Ratschläge für das Leben aus dem Yoga

Raus in die Natur

Die Natur ist einer unserer größten Heiler und Lehrer. Da das Wort Yoga „Vollständigkeit“, „Einheit“ oder „Verbundenheit mit allem“ bedeutet, macht es für mich absolut Sinn, dass Yoga die Natur ist und die Natur Yoga ist.

Die Zeit in der Natur hilft uns zu wissen, dass wir wirklich lebendig und Teil von etwas so viel Größerem sind. Die Natur lehrt uns auch so ziemlich alles, was wir darüber wissen müssen, wie man stark und doch fließend ist.

Wie man loslässt und mit dem Strom schwimmt. Wie man sein volles Potenzial entfaltet. Man sieht nie, dass die Natur sich abmüht oder an Dingen festhält, die sie nicht mehr braucht, und man sieht ganz sicher nie, dass die Natur sich klein macht und nicht in ihrer vollen Schönheit und ihrem vollen Potenzial wächst.

Durch das Leben in der Stadt und durch die moderne Technologie haben viele von uns diese tiefe Verbindung mit der Erde und der Natur verloren. Gehe also so oft wie möglich nach draußen, stelle deine Füße auf die Erde und atme tief ein. Verbinde dich wieder mit der Erde, dem Rhythmus und dem Fluss. Dem Wechsel der Jahreszeiten und dem Yoga (der Vereinigung) mit allem um dich herum.

Starte deine eigne Routine

Okay, wir können die Asanas nicht ganz ignorieren! Mit deinen eigenen Übungen kannst du selbst bestimmen, wann, wo und was du übst. Versuche es mit einem halbstündigen Vinyasa-Flow oder einer Ashtanga-Praxis am Morgen, wenn du dich voller Leben fühlst. Oder mache eine halbstündige Yin-Praxis am Abend, nach einem langen, anstrengenden Tag.

Vielleicht hast du an diesem Tag keine Zeit für einen Kurs, aber selbst 15-30 Minuten Selbstpraxis werden den größten Unterschied für deine Geisteshaltung und dein Wohlbefinden ausmachen.

Eine Selbst-Routine hilft dir, dich darauf einzustellen, wie du dich in jedem Moment fühlen darfst, und herauszufinden, was du in diesem Moment brauchst – das ist das wahre Geschenk des Yoga.

Deine Routine muss nicht eine ganze Stunde dauern, um zu zählen. An manchen Tagen tut dir eine 15-minütige Auszeit mehr gut als alles andere. Also stimme dich ein, lerne dich selbst kennen, und nimm dir DEINE ZEIT.

Mache jeden Tag ein wenig Yoga – der Unterschied wird im Handumdrehen sichtbar sein.

Wie integriert Ihr Yoga in euer tägliches Leben? Schreibt mir doch in den Kommentaren.

Namaste
Eure Claudia „Parvati“ Egger


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2 Kommentare

  1. Hallo Verena

    Danke für deine Antwort. Natürlich sind diese 3 Punkte ebenfalls wichtig. Es würde auch noch viel mehr geben, aber ich wollte den Artikel nicht mit zu vielen Punkten überfluten :)

    LG

  2. Hallo Claudia

    Danke für deinen Artikel. Ich selber praktiziere auch schon seit 20 Jahren Yoga und finde es ganz ganz wichtig, dass man Yoga auch außerhalb des Kurses lebt. Deine Punkte unterstreiche ich sofort, aber für mich sind noch 3 weitere Dinge wichtig:

    Konzentriere Dich auf das Gute
    Verzeihe Dir selbst
    Pflege gute Angewohnheiten

    Wie siehst du das?

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