Verspürst du manchmal Schmerzen im Nacken- oder Rückenbereich? Verantwortlich dafür können deine Faszien sein. Erfahre alles über die Aufgaben der Faszien im Körper – und wie du sie effektiv stärken kannst.

Das Geheimnis der Faszien

Faszien stellen eine besondere Form des menschlichen Bindegewebes dar. Sie bestehen aus festen Bestandteilen wie Elastin oder Kollagen und aus flüssigen Bestandteilen wie Wasser oder unterschiedlichen Klebstoffen. Elastinfasern sind außerordentlich elastisch und dehnbar – sie sorgen für die notwendige Flexibilität der Faszien. Kollagenfasern wiederum sind extrem zugfest und können hohe Kräfte aufnehmen. Sie sorgen für die nötige Stabilität der Faszien.

All diese Bestandteile bilden ein großes Fasergeflecht, das Muskeln, Knochen, Organe sowie andere Gewebsarten umhüllt. Oft wird von Faszien gesprochen – nimmt man es genau, dürfte man jedoch nur von einer Faszie sprechen. Denn all diese Strukturen sind miteinander verbunden und durchziehen den gesamten menschlichen Körper. Eine der Hauptaufgaben der Faszien ist es, dem gesamten Körper Struktur und Form zu verleihen.

Doch Faszien sind bei weitem nicht nur eine formgebende Struktur – sie können wesentlich mehr: Das Fasziengewebe enthält eine große Anzahl an Bewegungs- und Schmerzrezeptoren, die sehr eng mit dem vegetativen Nervensystem in Verbindung stehen. Damit wird das Fasziensystem zu einem der wichtigsten Sinnesorgane im menschlichen Körper. Durch die permanente Informationsaufnahme und -weitergabe können einfache und komplexe Bewegungen punktgenau geregelt und gesteuert werden.

Bewegungsmangel und Stress

Bewegungsmangel oder einseitige Belastungen können zu Rissen, Verhärtungen oder Verklebungen innerhalb der Faszienstruktur führen – und das wiederum verursacht Schmerzen in der jeweiligen Körperregion.

Auch Stress kann einen negativen Effekt auf die Faszien ausüben. Durch Stress gerät der Körper in einen verstärkten Spannungszustand, der auch die Faszienstukturen erfasst. Hält dieser Spannungszustand längere Zeit an, so wird das Fasziengewebe sehr stark beansprucht und es kommt zu Verhärtungen und Verklebungen innerhalb der Faszie.

Triggerpunkte

Oft fällt das Wort Triggerpunkte in Zusammenhang mit Faszien. Diese Punkte werden auch Myogelosen genannt und sind kleine Verhärtungen von muskulärem oder sehnigem Gewebe. Sie entstehen durch fehlende, beziehungsweise einseitige Belastung oder langfristige Stresseinwirkung und überreizen die Nervenenden. Diese Überreizungen nehmen wir als Schmerz wahr.

Mit Druckmassagen lassen sich Triggerpunkte lösen. Der punktuelle Druck auf die Triggerpunkte löst zwar zunächst Schmerzen aus, bei längerer Druckbehandlung wird das Gewebe jedoch stärker durchblutet und mit Nährstoffen versorgt. Die Verhärtungen lösen sich und der Schmerz verschwindet. Schnelle Druckbehandlungen können leicht selbst durchgeführt werden – auch ganz nebenbei im Arbeitsalltag!

Faszientraining

A – Warum sollen Faszien trainiert werden?

Die Faszien sind eines der größten Sinnesorgane und sorgen für Struktur im Körper. Damit sie all ihre Funktionen erfüllen können, sollten sie regelmäßig bewegt und trainiert werden. Das Training regt die Zellstrukturen innerhalb des Fasziensystems an – so werden alte Faszienstrukturen repariert und neue gebildet. Durch diesen natürlichen Regenerationsprozess bleiben die Faszien elastisch und stabil.

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B – Faszientraining mit Geräten

Beim generellen Faszientraining wird mit einer Faszienrolle oder einem Faszienball über eine Körperregion gerollt. Punktuelle Verklebungen oder Verspannungen können direkt durch Druckbelastung mit einem Ball behandelt werden. Je größer das Gerät, desto weniger hoch ist die Druckbelastung für das Gewebe. Besonders bei größeren Muskeln oder Faszien und starken Verklebungen raten wir zunächst zu großflächigem Training.

Denn kleine Rollen oder Bälle verursachen beim Faszientraining eine höhere Schmerzausschüttung. Hast du bereits Erfahrung mit Faszientraining, kannst du auch zu kleinflächigeren Rollen oder Bällen greifen.

C – Faszientraining mit dem eigenen Körpergewicht

Eine Alternative zu Faszienrollen und -bällen sind Eigengewichtsübungen wie zum Beispiel Dehnübungen oder Sprung- und Federbewegungen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass nicht nur eine Muskelgruppe isoliert gedehnt wird, sondern mehrere Bereiche gleichzeitig. Um den Faszienbereich der hinteren Körperkette zu trainieren, dehnt man also den oberen Rücken, das Gesäß, die Beine und die Fußsohlen gemeinsam. In der go4health App findest du dazu unterschiedliche Dehnungsprogramme.

D – Faszientraining im Alltag

Faszientraining lässt sich sehr gut in den Alltag integrieren: Vor allem kleine Faszienbälle passen in jede Tasche und lassen sich überall hin mitnehmen. Das Training selbst braucht wenig Platz und Zeit: Etwa 5-10 Minuten Zeit reichen aus, um den Großteil der Faszien zu trainieren. In der go4health App gibt es zu diesem Thema verschiedene Trainingspläne, die dir Ideen für das Faszientraining liefern.

E – Faszientraining im Büro

Sogar am Arbeitsplatz können die Faszien ganz nebenbei trainiert werden. Im Büro kann beispielsweise eine Triggerpunktmassage oder ein kurzes Training mit kleinen Bällen unauffällig und effektiv durchgeführt werden. In einer kurzen Bewegungspause kannst du auch Dehnübungen einbauen – das trainiert und stärkt nicht nur die Faszien, sondern vertreibt auch die Müdigkeit und macht fit. Probiere eine der vielen Trainingseinheiten aus der go4health App!

Fazit

Die Faszien bilden eines der wohl wichtigsten Sinnesorgane und geben dem Körper Struktur. Um sie zu trainieren ist wenig Zeit und Platz erforderlich – alles was du brauchst, sind Faszienrollen oder -bälle. Im go4health Faszienratgeber findest du vertiefende Informationen zum Thema, sowie abwechslungsreiche Übungen und Tipps für dein Training.

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