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Dies ist eine Anleitung, um Schritt für Schritt deine Essangewohnheiten zu erkennen, Essensmuster zu ändern und durch eine tiefere Verbindung zu deinem Körper endlich bewusster zu Essen, damit du dich gesund und glücklich fühlen kannst.

Die Nahrungsaufnahme in einer gesunden und vor allem intelligenten Art und Weise ist für viele von uns eine tägliche Herausforderung. Es war auch eine meiner größten Hürden, den Körper besser zu verstehen und die Ernährung an meine Lebensumstände anzupassen. Rene Gräber behauptet, wir hätten sicher 25-50 Prozent weniger Darmstörungen nur durch bewussteres Essen. Dem stimme ich zu!

Vor geraumer Zeit (2010) habe ich einen Versuch gestartet und habe tierisches fast gänzlich mit pflanzlichem ersetzt. Fleisch, Milch und Wurst komplett gestrichen. Auch habe ich die Mahlzeiten mehr an meinen Tagesablauf und somit meinen Bedürfnissen angepasst.

Ich will aber mit diesem Artikel keinen zum Vegetarier oder gar Veganer verwandeln, sondern eher über “bewusstes Essen” schreiben. Zusammen angewandt werden dir diese 9 Punkte und Methoden einen Schub oder zumindest einen Denkanreiz in Richtung bewusster ernähren geben.

Wenn du es schaffst den Artikel bis ans Ende zu lesen, hast du schon den ersten Schritt getan. Dann hast du auf jeden Fall den Willen etwas zu unternehmen. Also legen wir los.

1. Überprüfe deine Essangewohnheiten – Glauben zu wissen ist nicht genug

Wir Menschen sind uns sehr sicher, zu wissen was gut und gesund für uns ist. Die Basis für dieses instinktive Wissen ist meist über Generationen weitergegeben, anerzogen, oder kulturell bedingt. Auch durch ausgeklügeltes jahrzehntelanges Marketing großer Unternehmen wurden wir geprägt. Sehr oft auch negativ.

Lebensumstände und Nahrungszusammensetzung ändern sich stetig, was aber ist mit unseren Essangewohnheiten? Klar, für einige Menschen ist es einfacher als für andere, seine alten, angewöhnten oder vererbten Gewohnheiten anzupassen. Dennoch in jedem von uns ist diese unrationelle, kaloriensüchtige Fressmaschine.

Manche Menschen sind in der Lage diese Fressmaschine in Schach zu halten, ja sogar soweit zu verdrängen, dass sie letztendlich komplett verschwunden ist. Diese Menschen machen sich meist mehr Gedanken über die Ernährung und ihre Auswirkungen. Die gute Nachricht ist, sobald du erkennst wo du ein Fehlverhalten hast, wo etwas schief läuft, kannst auch du zu diesen (bewussteren) Menschen zählen.

2. Sei dir dem Hungergefühl bewusst und erkenne die (Fehl) Funktionen deiner Ernährung

Viele Menschen essen unbewusst. Quasi auf Autopilot. Sie “fressen” was sie körperlich gesehen gar nicht brauchen. Jeden Tag. Und dann wundern sie sich warum sie fett sind. Warum sie sich ungesund fühlen. Sie essen fast ausschließlich künstlich bearbeitete Nahrung wie Fast Food, welche oft aus Abfallprodukten der Fleischwirtschaft hergestellt ist und trinken zu viel Zuckergetränke wie Cola, Sprite oder Eistee. Wichtig ist auch die Ernährung am Arbeitsplatz. Im Stress wird oft zu ungesunden Alternativen gegriffen.

Viele Menschen essen einfach sozial. Sie essen weil es erwartet wird. Weil das Essen gerade dasteht, oder weil es gratis ist oder einfach gegessen gehört (man will ja nichts verschwenden).

Menschen essen außerdem emotional. Reaktiv. Sie belohnen sich selbst mit Lebensmitteln. Sogar ihre Kinder werden mit Essen belohnt oder bestochen. Schon des öfteren hab ich den Satz gehört “wenn du dies oder das machst, fahren wir zu Mc Donalds”. Na das nenne ich ja mal eine super Erziehung! Manche Eltern machen es sich echt leicht. Habt Ihr nichts besseres zu bieten für eure Liebsten?

Menschen essen um den Schmerz zu lindern, um sich sofortige Glücksgefühle anzueignen (das Gefühl wenn man satt ist) und um Langeweile oder negative Gefühle zu unterdrücken. Und wenn man damit fertig ist, dann fängt alles wieder von Vorne an.

3. Bewusst oder Unbewusst? – Frage dich “warum” du ißt

Bewusst essen heißt nichts anderes als unserem Körper die Nährstoffe zu geben, die er für einen optimale Gesundheits- Energie und Funktionshaushalt braucht. Nicht mehr und nicht weniger. Das Signal zum Bewusst Essen kommt vom Körper, unbewusstes Essen vom Kopf.

Klingt einfach oder? Zumindest in der Theorie. Würden wir alle in der Theorie leben wären wir alle super perfekt denken jetzt sicher einige. Das wichtigste aber, was wir in unserer Essenssituation tun müssen, ist uns die folgende Frage zu stellen:

“Warum esse ich das?”

Falls unsere Antwort nicht “weil ich es brauche” heißt, dann essen wir wahrscheinlich unbewusst. Unverantwortlich. Emotional. Wenn wir aber bewusst essen, dann sind unser Körper, die Emotionen und das Bewusstsein in Einklang. Höre auf deinen Körper und versuch ihm zu geben was er braucht. Wichtig ist also, dass du erkennst warum du ueberhaupt isst.

4. Nahrung oder doch nur Droge? Erkenne dein Suchtverhalten

Für viele Menschen ist ihr Essen zur Droge geworden. Ihre Medizin. Ein Zufluchtsort. Und ich verwende absichtlich den Begriff Droge, denn Essen ist wirklich bewusstseinsverändernd. Es kann mich extrem aufmuntern oder auch hinunter ziehen. Es kann süchtig machen oder sogar vernichtend sein. Und mit der Zeit brauchen wir dann immer mehr um den selben Grad an Glücksgefühlen zu erreichen. Finde heraus ob du nur isst weil du weißt, dass es dir danach besser geht.

Zum Thema:  Plank Grilling: Uriges Grillvergnügen aus Amerika

5. Weiche dem gesellschaftlichem Druck aus und lerne wo das Überfressen herkommt

Viele von uns sind in einer Umgebung erzogen worden, in der einfach gesellschaftlich gegessen wurde ohne das der Körper es braucht. Oft waren wir nicht mal hungrig aber es wurde erwartet, dass man was isst, weil man ja sonst unfreundlich aussehen könnte oder den Gastgeber oder Koch verärgert. Wir essen weil es die Situation verlangt und wenn wir mal nicht zusammen essen, dann werden wir kritisiert (iss ja dein Teller auf, hier wird nichts übrig gelassen). Versuche wirklich nur so viel zu essen wie nötig. Langsam essen kann dir dabei helfen sich nicht zu überessen.

6. Lass los von alten B(r)äuchen – Es ist doch kein Wunder das wir Probleme haben

Wir wurden ja geschult, mit übermäßig viel Essen zu feiern. Bizarr eigentlich. Es war und ist immer noch normal, dass man sich an bestimmten Tagen oder Ereignissen einfach anfrisst. Weihnachten, Geburtstag, Ostern, Hochzeiten, Einstandsfeiern, Vereinsfeiern, Silvester und noch viel mehr sind alles typische Ereignisse, wo Menschen ihre Körper esstechnisch vergewaltigen. Es sieht dann aus, als zwingt uns jemand, das “ich bin jetzt voll” Zeichen zu ignorieren, die Hosen aufzuknöpfen und einfach weiter zu essen. Wenn du diese Bräuche aktiv pflegst, hör am Besten sofort damit auf.

7. Ändere deine Essmuster und sage “Nein” zur Gefräßigkeit

Ich bin oft überrascht, wie viele Menschen sich persönlich angegriffen fühlen, wenn man sie auf diese Weihnachts- oder Geburtstagsfressereien anspricht, oder versucht ihnen zu erklären, dass es nicht sein muss, sich mit Essen voll zustopfen um etwas zu feiern. Es ist auch möglich einen klasse Tag zu haben (ja sogar einen noch besseren) ohne das wir uns mit Essen, welches unser Körper gar nicht braucht vollstopfen. Für viele Menschen ist es eine Beleidigung wenn man vorschlägt an solchen Ereignissen keine Fressorgien zu veranstalten.

Bewusst Essen heißt mit unserem Körper in Verbindung zu sein. Sich die Zeit zu nehmen um sich Gedanken über unser Essen zu machen und somit über unseren einzigartigen Körper, der ja die Grundlage für unser Leben ist. Ich glaube viele Menschen vergessen das oft, wenn man sieht wie leichtsinnig sie damit umgehen. Sei stark und stoppe die Gefräßigkeit!

8. Übernimm die Kontrolle, dann machst du dir automatisch mehr Gedanken über dein Essen

Ja, jeder Mensch kann selber urteilen was er mit sich macht. Ich will auch gar niemanden verändern, dass können die Leute sowieso nur selber tun. Aber ich sehe, wie weltweit die Junk Food, Fleisch und Fast Food Industrie und deren Werbe und Marketingkonzerne sich über die leichtgläubigen Konsumenten stürzen, die Gesellschaft mit Falschmeldungen über Nährwerte, Zusammenstellung und Herkunft überfluten und viele Menschen sich einfach keine Gedanken darüber machen, was sie zu sich nehmen und sich denen aussetzen, die nicht wirklich das beste für den Konsumenten, sondern nur für sich selber wollen.

Will ich wirklich “bewusst essen” und die Kontrolle über meinen Gesundheitszustand haben, muss ich mir einfach Gedanken übers Essen machen, da führt kein Weg vorbei. Den Menschen wäre geholfen, wenn sie eine Ahnung hätten, was die leckere Currywurst mit Mayonnaise und Pommes in ihrem Körper anstellt, wo sie herkommt und was da überhaupt drin ist, bevor sie hineinbeißen.

9. Ehre deinen Körper und erstelle eine Einheit von Körper und Geist

Bewusst essen ist letztendlich ganz einfach und kommt von selbst, wenn man beginnt etwas von sich zu halten und seinen Körper zu ehren. Krankheiten werden schon im Keim erstickt, die Haut reinigt sich von selber, der Körper ist voller Energie, man “will” auf einmal aktiver sein und man wird logischerweise automatisch glücklicher und gesünder.

Wenn man den optimalen Zustand erreicht hat und mit seinem Körper verbunden ist, dann schließt sich der Kreis. “Bewusst Essen” passiert dann ganz unbewusst und man gibt seinem Körper genau das, was er braucht. Nicht mehr und nicht weniger.

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14 Kommentare

  1. Die Zwischenüberschrift “Ändere deine Essmuster und sage „Nein“ zu gerechtfertigter Gefräßigkeit” würde ich eher wie folgt formulieren “Ändere deine Essmuster und sage „Nein“ zu Gefräßigkeit”.

    Beste Grüße,
    Elli

  2. Die Zwischenüberschrift “Ändere deine Essmuster und sage „Nein“ zu gerechtfertigter Gefräßigkeit” würde ich abändern in “Ändere deine Essmuster und sage „Nein“ zu Gefräßigkeit”.

    Beste Grüße und Danke für dein Beitrag!
    Di

  3. Das sind ganz tolle Ansätze! Für jemanden, der noch am Anfang steht, sich mit seiner Ernährung zu beschäftigen, könnte es allerdings eine kleine Herausforderung darstellen. (-; Ich finde es immer ganz wichtig, den Menschen zu vermitteln, dass Ernährung tatsächlich eine Frage der Gewohnheit ist. Unser Gehirn gewöhnt sich daran, was wir seit Jahren essen, und verlangt dann immer wieder danach. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, wie wundervoll und auch einfach (ohne sich etwas zu verbieten, weil man möchte es dann gar nicht mehr (-;) eine Änderung in der Ernährung ist.

  4. Interessant wie das Problem der falschen Nahrungsaufnahme gesehen wird. Stimmt meiner Meinung nach, es könnten jedoch noch die tieferen Ebenen unseres Bewusstseins und Unterbewusstseins berücksichtigt werden.
    Viel an unserem Essverhalten wurde in unserer Prägungsphase angelegt, wovon wir nichts wissen und deshalb mit dem Verstand auch nicht drankommen.
    Trotzdem ein guter Artikel
    Monika

  5. Hey, super Artikel. Ich beschäftige mich schon länger mit den Themen Ernährung und Sport und bin somit auch auf das ‘bewusste Essen’ gestoßen, das viele (mich eingeschlossen) mit der Zeit verlernt haben. Ich kann dir nur zustimmen! Wir müssen uns viel bewusster ernähren und nicht, weil es die Gesellschaft so vorschreibt. Hierzu kann ich das Buch ‘Eat what you love, love what you eat’ empfehlen, das sich auch intensiv mit dem Thema beschäftigt.
    LG

  6. Danke Ines, der Artikel von dem du sprichst ist sehr gut. Es werden dort Pflanzenöle, Fischfett, Nüsse und Samen als gesunde Fette angemerkt, nicht aber alle andere tierischen Fette wie die in Pute, Huhn, Schwein oder Rind usw. Obwohl wenn jemand mal Fleisch vom grasgefuetterten Freilandrind verspeist denke ich ist das nicht so schlimm. :) Ich finde es gut das du Bio kaufst und somit deinen Teil zur artgerechten Haltung beitraegst.

  7. Ein schöner Artikel!

    Da stimme ich mit dir überein, so vieles was am Markt erhältlich ist, ist nichts für unsere Körper, unseren Stoffwechsel. Ich koche nur mehr selbst und kaufe keine Fertignahrung, schon gar nicht mit irgendwelchen E-nummern drin.

    Doch etwas zu den Fetten: Harvard hat das tierische Fett rehabilitiert :) (ein artikel den ich im Internet fand, auf de.sott.net, Kategorie: ernährung) hat mich mal wieder aufgeweckt.

    Ich war neun Jahre lang Vegetarier, und merke jetzt wie gut meinem Körper das tierische Fett eigentlich tut, doch kaufe ich nur BIO-Fleisch, das die Tiere artgerecht gefüttert werden und ein schönes Leben haben ist mir seehhr wichtig. (und Pflanzen sind ja auch Lebewesen ;)
    Aber natürlich jedem das seine.

    lg

  8. Dich bei der Kuh bedanken, die für ihr Fleisch vermutlich 4 Kopfschüsse mit einem Schlagschussgerät hinnehmen und durch einen unprofessionellen Halsschnitt lebendig ausbluten musste.

    Mahlzeit

  9. Dies ist ein sehr lesenswerter Beitrag der genau in diese Zeit passt. Werde ihn an meine Freunde weiterleiten, aber auch an meine Eltern, die mich genau so erzogen haben wie hier beschrieben. Lg Hari

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