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Grüßt bei dir täglich das Murmeltier? Dann solltest du unbedingt etwas ändern, bevor Routine und Langeweile deine Leidenschaft für deinen Job völlig zerstört haben. Um selbstbestimmter im Beruf zu sein, hilft es, wenn du dir eine neue Sichtweise auf den Arbeitstag aneignest. Statt zu denken, dass du sowieso dasselbe machst wie immer, denke darüber nach, wie du heute etwas anders machen könntest. Wie du aus einem „Ich Muss“ einen „Ich Kann“ Tag machen könntest.

Wenn du bereits am Morgen den Fokus darauf legst, welche Dinge du heute erledigen kannst, siehst du die Arbeit aus einem völlig anderen Blickwinkel. Wenn du das nicht nur einmal, sondern immer wieder machst, wirst du nach einer Weile werken, dass du mit viel größeren Selbstbewusstsein agierst. Du wirst auch deutlich weniger auf die Uhr schauen und viel mehr Spaß an der Arbeit haben. Nach einer gewissen Zeit, wirst du plötzlich den Drang spüren, etwas zu bewegen. Du möchtest dich in die Firma einbringen. ABER … Nun geht das nicht immer so einfach. Wenn Mitarbeiter in einer durch und durch hierarchischen Organisation arbeiten, ist es für sie in der Regel völlig undurchsichtig und nur schwer einschätzbar, welchen konkreten Beitrag sie zum Unternehmenserfolg leisten. Sie haben keine Chance, ihren individuellen Nutzen zu erkennen.

In solchen Fällen hilft nur eines: Sich in den Vordergrung wagen und Fragen. Frage deinen Vorgesetzten, woran der Wert deiner Leistung gemessen wird. Was ist von dem, was du tust, besonders wertvoll fürs Unternehmen? Und woran arbeitest du möglicherweise hart, lieferst aber keinen wirklichen Wert für die Firma?

Von einem solchen Gespräch profitieren beide Seiten. Die Führungskraft spürt, dass der Mitarbeiter leisten WILL. Und der Mitarbeiter hat die Chance, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren.

Wenn du dich das getraut hast, wirf einmal einen genaueren Blick auf deinen Tagesablauf. Was geht dir besonders flott von der Hand? Wann bist du für welche Tätigkeiten in Bestform? Und wo gibt es vielleicht Dinge, die dich nerven? Wenn du dir das vor Augen führst, kannst du beginnen, deinen Tag bewusst zu organisieren und zu strukturieren. Dann wirst du dir die „schwierigen Dinge“ möglicherweise am Vormittag einplanen, nämlich dann, wenn du noch vor Energie strotzt.

Mit diesem Bewusstsein und diesen Argumenten besteht dann vielleicht sogar die Möglichkeit, sich trotz aller Hierarchien und Regeln mit einer Handvoll Kollegen zusammenzusetzen und erfolgversprechende Arbeitspakete zu schnüren. So kannst du Stück für Stück Verantwortung für deine Arbeitsleistung übernehmen, anstatt das Gefühl zu haben, nur nach den Vorgaben deines Chefs Dinge abzuarbeiten.

Aber wie sieht das nun konkret aus? Was kannst wirklich tun?

Hier sind 23 Tipps wie du eigenverantwortliches Denken und Handeln in deiner Firma fördern kannst

Reflektiere

Sei wachsam und überprüfe immer wieder deine Arbeitsweise. Möglicherweise gibt es einen besseren Weg, das jeweilige Arbeitsergebnis zu erreichen? Wenn du etwas erkennst, das du besser machen könntest, dann probiere es ruhig aus. Und wenn es funktioniert, zeig es deinen Kollegen oder deinem Chef.

Hinterfrage dich und dein Team

Schau dich in deinem Team um. Was kannst du selbst richtig gut? Was fällt dir nicht so leicht? Und: Worin ist dein Kollege möglicherweise unschlagbar? Mit diesem Wissen kannst du damit beginnen, die Aufgaben in deiner Abteilung anders zu organisieren. Wenn’s gut funktioniert, kannst du gewisse Ideen auch einmal mit deinem Chef durchsprechen. So gibst du ihm die Chance, dich zunehmend ganzheitlich als Mensch zu sehen, nicht nur als jemanden, der eine bestimmte Funktion hat und ausfüllen muss.

Teste „unter dem Radar“

Auch wenn die Firma, Reflexion und Veränderung, auf deine Weise nicht so einfach zulässt, gehe diesen Weg. Wichtig: Arbeite dabei zunächst „unter dem Radar“, sonst riskierst du sofort einen Aufschrei der routinesüchtigen Kollegen. Viel wirksamer ist es, wenn du Prozesse im Tagesgeschäft schleichend veränderst. Das kann jeder tun, ohne dass ihm ein Stein in den Weg gelegt wird. Deine Kreativität steckt möglicherweise andere an und führt damit nach und nach zu einer Veränderung.

Kompetenzüberschreitung wagen

Trauen dich, deine eigenen Grenzen (sei es deine Abteilungsgrenze, deine Funktion oder deinen Verantwortungsbereich) zu übersteigen. Wenn du siehst, dass „dort drüben“ etwas zu erledigen ist, dann versuche es einfach.

Um Hilfe bitten

Wenn du Verstärkung brauchst, sei es, weil dir schlicht die Manpower fehlt oder auch, weil dir eine ganz konkrete Kompetenz fehlt, dann sprich deine Kollegen einfach an. Du wirst staunen, wie unkompliziert das in der Regel läuft. Dabei darfst du den Bogen aber nicht überspannen. Auf dem kurzen Dienstweg gehen nur kleine Hilfestellungen.

Einfach helfen

Genauso läuft es umgekehrt. Wenn dich eine Kollege um Unterstützung bittet, dann gehe hin und hilf ihm doch einfach.

Habe den Mut zu neuen Ideen

Überlege: „Was wollte ich schon immer ausprobieren? Mache dir bewusst, welche Neigungen, Interessen und Lernfelder du hast, und überlege, wie du dich in deinem Arbeitsumfeld in diesen Feldern ausprobieren könntest. Natürlich sollte es sich um Felder handeln, bei denen du Ergebnisse produzierst, die dem Unternehmen nützen. Schlage deine Ideen deinem Vorgesetzten vor. Du signalisierst somit deinem Chef echtes Interesse am Unternehmen. Möglicherweise Iässt er dir sogar freie Hand.

Bring deine Talente ins Spiel

Fragen dich: „Inwiefern könnten meine Talente, über das Tagesgeschäft und meinen Bereich hinaus, für das Unternehmen von Nutzen sein? Schreibe dir deine eigenen Ideen auf, und diskutiere diese mit deinen Kollegen. Wenn du dich mit ihnen abgestimmt hast, gehe mit deinem Vorschlag auf den Chef zu. Die nötigen Argumente und gegebenenfalls auch schon freiwillige Mitstreiter hast du ja bereits in petto.

Zum Thema:  Wann macht mir die Arbeit Freude? - Ein 30 sek. Tipp für Führungskräfte

Unterbreite Verbesserungsvorschläge

Einen Ideenwettbewerb, Ideenbriefkasten oder „Ideen Manager“ haben mittlerweile immer mehr Unternehmen. Dieses Vorschlagswesen bietet jedem Mitarbeiter schon heute eine Möglichkeit der Selbstbestimmung. Fange an, dich für eine Verbesserung deines Bereichs, oder auch darüber hinaus, zu interessieren. Nutze diese Plattformen, um Verbesserungen gemeinsam mit anderen eigenverantwortlich umzusetzen. Damit hast du schon heute die Möglichkeit, dein Unternehmen entscheidend mitzuprägen.

Weite deinen Blick und ändere deine Sichtweise

Schaue dir an, wo dein Auftrag eigentlich herkommt und wo dein Arbeitsergebnis genau hingeht. Gehe dazu „out of the box“ und nimm mal eine völlig neue Sichtweise ein. Suche den Kontakt zu deinen Kollegen. Die können dir meistens völlig neue Denkanstösse geben. Wenn du so den Blick über deinen eigenen Arbeitsbereich hinaus auf die gesamte Wertschöpfung des Unternehmen richtest, entdeckst du möglicherweise Chancen, den Arbeitsfluss noch besser zu organisieren. Daraus können Sie selbstständig kleine Projekte ableiten. Und wenn du siehst, was mit deinem Arbeitsergebnis geschieht, und wie wichtig es für deine Kollegen und letztlich für das gesamte Unternehmen ist, dann wirst du anfangen, selbst unternehmerisch zu denken. Dann wirst du anfangen, dir jeden noch so kleinen Freiraum zu suchen. Und du wirst ihn auch finden. Versprochen!

Engagiere dich

Möglicherweise ergeben sich in deinem Tagesgeschäft noch keine passenden Projekte. Der soziale Bereich bietet in jedem Fall Möglichkeiten, sich zu engagieren. Vielleicht ist es das nächste Sommer- , Jahres- oder Weihnachtsfest? Vielleicht kannst du dich aber auch in der Begleitung der neuen Kollegen oder Kolleginnen einbringen?

Bei allem Mut ist Respekt wichtig

Achte darauf, dass du bei deinem Weg der Selbstbestimmung nicht in den Machtbereich der anderen eindringen. Gerade in klassisch organisierten Unternehmen sind die Hierarchien und Reviere sehr klar abgesteckt. Ein Überschreiten der Grenzen wird von der Organisation schnell abgestraft.

Nutze auch deine Freizeit

Work-Live-Balance kann man auch anders interpretieren. Sei bereit, dich auch in deiner Freizeit zu engagieren, denn oft bietet das Tagesgeschäft kaum Zeit für Extra-Projekte. Da du dir deine „projekte“ aber dann selbst aussuchst, dürfte es dir auch Freude machen, sodass d gern ein Stück deiner Freizeit damit verbringst.

Klingt poetisch, ist aber so: „Lerne dich selbst lieben“

Gehe selbstbewusst mit deinen Stärken und Schwächen um. Wenn du dich selbst magst, brauchst du keine Fassade aufrechtzuerhalten, um anderen zu gefallen.

Klingt ebenfalls poetisch: „Lerne dich selbst kennen“

Sich selbst erkennen, ist der erste Weg zu mehr Freiraum. Höre in dich hinein und finde heraus, was dir leichtfällt. Was scheint deine echte Stärke zu sein? Welche Aufgaben bereiten dir im Gegenzug immer wieder Schwierigkeiten? Und dann melde dich bewusst für Aufgaben, die zu deinem Stärkenprofll passen. Aufgaben, die dir liegen.

Setze deine Stärken ein

Arbeite bewusst daran, deine Stärken einzusetzen. Es macht überhaupt keinen Sinn, an den Schwächen herumzudoktern. Aber: Stehe zu deinen Schwächen. Gestehe dir ein: Das kann ich nicht besonders gut. Und dann überlege dir, wie du das kompensieren könntest. Vielleicht tauschst du Arbeitspakete mit einem Kollegen?

Suche nach Verbündeten

Beobachte deine Kollegen. Finde heraus, was diese richtig gut können. Vorallem solltest du nach Leuten mit Fähigkeiten suchen, welche du nicht hast. Und dann tu dich mit ihnen zusammen, um komplexe Aufgaben gemeinsam zu stemmen. Mache dir bewusst, dass das Eingeständnis, eben nicht der Alleskönner zu sein, dich sympathisch macht. Dann wirst du automatisch Hilfe bekommen. Und der Anfang für eine möglicherweise kollektive Offenheit ist schon gemacht.

Konstruktive Dialoge führen

Spreche mit deinem Vorgesetzten über Probleme, die dir aufgefallen sind. Und bringe dabei schon deinen eigenen Vorschlag auf den Tisch. Wie würdest du es machen und welche Kompetenz bringst du dafür mit?

Zivilcourage haben

Es lohnt sich, aus der Deckung zu gehen und auf Missstände hinzuweisen. Denn so bleibst du dir als Mensch und deinen Werten treu. Dafür lohnt es übrigens auch, die eigene berufliche Karriere temporär aufs Spiel zu setzen.

Empfehlen Sie sich

Finde heraus, in welcher Form du dich als Experte im Unternehmen einbringen könntest. Bilden dich weiter. Mache dich sichtbar, indem du Probleme löst – und nicht nur darüber redest.

Im Kleinen beginnen

Übe bei Problemchen schon mal, wie es geht, wenn du selbst handelst und nicht mit dem Finger auf den Kollegen, auf den Chef oder die andere Abteilung zeigst. So wirst du dich Schritt für Schritt für die nächste Aufgabe oder sogar Beförderung qualifizieren. Freue dich schon jetzt darauf, ein bisschen Held sein zu dürfen!

(Foto: Peshkova/shutterstock.com)

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