Die Psychologie der Selbstbeeinflussung beschäftigt sich damit, wie du Dein Leben nach eigenen Maßstäben gestalten kannst. In den nächsten 5 Minuten lernst du, wie du auf der einen Seite Selbstsabotage-Muster auflösen und auf der anderen Seite Erfolgsstrategien nutzen kannst.

Trick 1: Denke nicht positiv

Positives Denken ist „in“, aber welche Wirkung hat positives Denken wirklich? Das kommt ganz darauf an, was du unbewusst denkst. Wenn du dich vor den Spiegel stellst und zu dir sagst: „Ich bin selbstbewusst“ und gleichzeitig denkst „naja, ich wäre es zumindest gerne.“ Was wirkt dann stärker? Natürlich der (unbewusste) Gedanke an den Mangel, dass es (noch) nicht so ist.

Für manche ist positives Denken also mehr ein Ideal als etwas, das wirklich verinnerlicht wurde. Es verhält sich dann wie der Kochtopf der überzugehen droht. In diesem Bild ist das positive Denken der Deckel, der darauf liegt.

Wie können wir unsere Gedankenkraft jetzt aber sinnvoll nutzen? Statt Positives zu verstärken können wir Negatives in unserem Leben verringern, zum Beispiel durch die 3-Minuten-Regel. Immer wenn du dich über etwas ärgerst, kannst du diese Regel anwenden. Positive Denker denken bei negativen Gedanken ja gleich doppelt negativ. Einmal ärgern sie sich über den Vorfall und dann ärgern sie sich darüber, dass sie sich ärgern (anstatt positiv zu denken). Probiere es stattdessen mal mit Jammern.

Ja du hast richtig gehört, lass mal die ganze Negativität raus mit einer klitzekleinen Veränderung – du stellst die Uhr auf 3 Minuten. In dieser Zeit kannst, darfst und sollst du dich so viel aufregen wie nur irgendwie möglich. Alles ist erlaubt und erwünscht. Nach den drei Minuten ist dann Schluss, dann denkst du wieder in konstruktiven Bahnen.

Dieser simple Trick entmachtet die Idee ständig positiv denken zu müssen und er entlädt Deine negative Energie (hebt den Kochdeckel an). Negative Emotionen sind nichts Schlimmes, sie sind nur Signalgeber für uns. Negative Stimmungen (also langanhaltende Gefühle) hingegen schon. Um negative Stimmungen weniger Raum zu geben, müssen wir nur bewusst und achtsam negativen Gefühlen 3 Minuten lang Raum geben

Trick 2: Motivation durch die Macht des Chunkings

Chunking meint die Größe einer Gruppierung. Zum Beispiel kannst du dir eine Telefonnummer durch kleine Chunks merken: 6 – 8 – 6 – 9 – 7 – 7 – 1 – 2. Oder durch einen größeren Chunk: 68 – 69 – 77 – 12. Zweiteres fällt den meisten Menschen leichter. Wie kann man dieses Wissen jetzt für die eigene Motivation nutzen?

Wenn wir an eine Aufgabe denken und wir bereits bei dem Gedanken daran unmotiviert sind, dann liegt es wahrscheinlich an der Chunkgröße. Ich gebe dir ein Beispiel wie du Chunks nicht nutzen solltest: Du denkst an einen Akquise-Anruf, den du tätigen möchtest.

Dabei hast du folgende Gedanken und du musst dafür:

(1) den PC einschalten

(2) den Browser öffnen

(3) nach dem Unternehmen suchen, das du anrufen möchtest

(4) die Telefonnummer einspeichern

(5) dir Argumente für den Anruf zurecht legen

(6) die Argumente aufschreiben

(7) dich mental auf den Anruf einstimmen, usw.

Passend dazu:  Warum der Glaube an dich selbst der Schlüssel zum Erfolg ist - Die Geschichte vom Portier des Freudenhauses

(8, 9, 10, 11) und zuletzt rufst du dann auch endlich an

(12). Diese meist unbewusste(!) Gedankenkette liegt oft vor, wenn wir unmotiviert sind.

Wenn wir bei der Akquise Schritt für Schritt vorgehen und zuerst nur denken würden erstens Vorbereiten zweitens Anrufen, sehe die Sache schon anders aus.
Wie können wir uns jetzt aktiv umprogrammieren, so, dass wir produktiver und erfolgreich sind?

1. Wir denken bei der Aufgabe nie an den Prozess-Chunk (also die ToDo-Liste), sondern immer an den Ergebnis-Chunk (also daran, was wir im Anschluss davon haben). Das wäre im obigen Beispiel zB Unabhängigkeit durch das Geld, welches wir verdienen.

2. Wir machen den ersten Chunk der Tätigkeit so winzig, dass wir ihn sofort umsetzen können. Wir haben vielleicht keine Lust einen Akquise-Anruf zu machen, aber die Telefonnummer zu recherchieren erscheint uns möglich, dann tun wir genau das.

3. Wenn wir (1) ein anziehendes Ergebnis haben und (2) der erste Schritt klein genug ist, setzen wir meist die gesamte Gedankenkette um. Wenn dem nicht der Fall ist, solltest du die Aufgabe entweder delegieren oder dich Fragen, warum du das tun willst? Wenn du dann zu dem Schluss kommst, die Aufgabe kann auch gestrichen werden, dann tilge sie!

Trick 3: Stell dir die richtigen Fragen

In dem Wort Erfolg steckt das Wort „folge“. Er-Folg ist die Folge von etwas. Oft die Folge von genialen Fragen. Viele geniale Erfindungen hatten ihren Anfang in einer Frage. Fragen sind deswegen so mächtig, weil sie wie ein Laserpointer einen einzelnen Aspekt ins Visier nehmen.

Statt zu fragen: „Wie viel Akquise-Telefonate muss ich heute machen?“ könntest du dich Fragen: „Was kann ich tun, um die Akquise richtig zu genießen?“ Oder nehmen wir an, du hattest einen großen Misserfolg. Dann solltest du dich erst einmal ärgern (3-Minuten-Regel), aber danach kannst du dich fragen: „Wie wird mir dieser Misserfolg helfen, noch erfolgreicher zu werden?“

Diese Idee entstammt dem Prinzip der Utilisation von dem Hypnotherapeuten Milton Erickson. Also die Idee, dass wir alles, was passiert, nutzen (utilisieren) als weiteren Meilenstein auf unserer Reise zum Erfolg.

In diesem Sinne:

„Wie kannst du die Erkenntnisse dieses Artikels maximal nutzen, um erfolgreicher zu werden?“

Autorenbox:

Der Gastautor Marian Zefferer, MSc. ist Psychologe, NLP-Lehrtrainer und Speaker im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Rhetorik. In seinem Podcast „Die Psychologie der Selbstbeeinflussung“ beschäftigt er sich mit praxisnahen Methoden und Prinzipien, um zum Gestalter des eigenen Lebens zu werden. Außerdem bietet er über Landsiedel NLP Training NLP Ausbildungen in Wien an.

Bild: Pixabay

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2 Kommentare

  1. Was den Trick #1 aneght: Hier habe ich das Problem, dass dieser Vorgang leider einen negativen Effekt hat, der Mindframe also quasi negativ aufgeladen wird, d.h. eine “Entladung” findet gar nicht statt, der Dampfkessel-Effekt bleibt irgendwie aus…Was mache ich falsch?

    LG, Steffi

    • Hey liebe Steffi,

      das kann mehrere Gründe habe. 1. Es braucht am Anfang mehr Zeit, dann einfach zu Beginn auf 5 Minuten oder mehr erhöhen. Oder 2. Es geht um ein wirklich wichtiges Thema. In diesem Fall empfehle ich nicht bloß zu jammern, sondern sämtliche Gedanken aufzuschreiben und zwar am besten auf Papier. Die Zeit ist hierbei unbegrenzt, man schreibt so lange alles unzensiert auf bis man ein inneres Gefühl der “leere” oder “Abgeschlossenheit” hat. Dies wirkt aus mehreren Gründen sehr viel effektiver, als bloßes aussprechen, braucht aber ein wenig mehr Zeit.

      Sag gerne Bescheid, wie es gewirkt hat.

      glg Marian

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