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Persönliche Informationen, Umfeld und Daten eines Bewerbers schnell mal im Internet checken, gehört heutzutage schon zum normalen Tagesablauf jeder Personalabteilung. Doch jetzt können Angestellte, Arbeiter oder eben auch frische Bewerber den Spieß umdrehen. Es ändern sich die Zeiten, und auch Firmen werden auf Grund des Internets immer durchsichtiger. Auf Bewertungsportalen wie www.kununu.com, www.jobvoting.de und www.arbeitgebercheck.at können Mitarbeiter ihre ehemaligen oder aktuellen Arbeitgeber bis auf das Kleinste Detail bewerten.

Wie sind das Arbeitsklima und die Entlohnung? Gibt es Probleme mit dem Betriebsrat? Werden die Gehälter pünktlich bezahlt? Gibt es einen betrieblichen Kindergarten und wie ist die Kantine?

Total anonym kann alles durch das strenge Auge der Angestellten bewertet werden.

Ich habe mich auf jeden Fall mal bei kununu umgesehen, da es die größte deutschsprachige Plattform zum Thema Arbeitsplatzbewertung ist. kununu bietet ArbeitnehmerInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Möglichkeit, Arbeitsverhältnisse in Firmen anonym und seriös zu bewerten. Die Bewertungsmethoden beruhen auf dem EFQM Modell – einem europäischen Standard für die ganzheitliche Betrachtung von Organisationen – und decken sämtliche in Mitarbeiterbefragungen erwähnten Interessensgebiete ab. Getreu dem Motto „Die Jobs die wir lieben” liefert kununu Aufschluss über Arbeitsverhältnisse in Firmen.

Mit über 1.5 Million Seitenaufrufen pro Monat und stark steigenden Besucher- und Bewertungszahlen ist kununu wie bereits erwähnt die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform im deutschsprachigen Raum und entwickelt sich ebenfalls zu einer ausführlichen Informationsquelle für die persönliche Karriereplanung.

Das Wort kununu stammt  übrigens aus dem Suaheli und bedeutet „unbeschriebenes Blatt”. Damit steht der Name stellvertretend für alle Unternehmen, die noch nicht auf kununu bewertet wurden.

Ich habe mich jedenfalls registriert und mal alles getestet. Gleich zu Beginn habe ich meine Ex-Arbeitgeber gesucht und auch prompt gefunden. Wie ich es erwartet habe, schneiden sie in der Gunst der Bewerter eher durchschnittlich bis schlecht ab. Mir viel überhaupt gleich von Beginn an auf, dass der Trend eher zu schlechten Bewertungen neigt. Die Betreiber behaupten zwar, dass auf Grund des starken Wachstums, die Beurteilung auch wirklich aussagekräftig ist, und trotzdem finde ich sehr viele Kommentare, die inhaltlich stark an der Grenze zur Beleidigung sind.

Zum Thema:  Like a boss - Chef sein kann man lernen

Bei genauem Lesen der Kommentare stellt sich mir auch die Frage: “Was wenn diese von der Konkurrenz verfasst wurden?” Schließlich kann sich hier jeder registrieren, und nichts ist einfacher, als meinen Konkurrenten auf dieser Plattform anonym zur Schnecke zu machen!

Dies erkennen auch schon immer mehr Unternehmen, und erste Beschwerden über diese Online-Bewertungssysteme wurden bereits laut und sehen es eher negativ. Natürlich tun sie das, aber bei genauerem Hinsehen gibt es auch Vorteile für die Arbeitgeber. Aus Angst vor Konsequenzen oder Mobbing trauen sich viele Mitarbeiter nicht in einem persönlichen Gespräch auf Missstände im Unternehmen hinzuweisen. Doch online und anonym hat man schneller den Mut, seine Meinung kund zu tun.

Mein Fazit:
Grundsätzlich sind Bewertungen jeder Art zu begrüßen, aber eben nur, wenn es in einem fairen Rahmen passiert. Dieser fehlt meiner Meinung nach leider auf diesen Online-Plattformen. Das Gesamturteil ist eher schlecht, die Kommentare sind teilweise erschreckend und die User genießen es förmlich, auf den Chef herumzutrampeln. Jetzt könnte der eine oder andere natürlich sagen: “Das macht der Chef auch mit mir, also ist es nur fair wenn er hier sein Fett wegkriegt”.

Dazu sage ich nur: “Konflikte löst man nicht, indem man hinter dem Rücken des anderen feige drauflosprügelt. Fairness ist das wichtigste, und wenn dein Chef schon nicht die Courage aufbringt um gerecht zu sein, dann zeige eben du, dass du der bessere Mensch bist. Wenn du also eine dieser Bewertungsplattformen nützt, dann bleibe objektiv und sachlich. Nur so haben diese Systeme Zukunft und können als seriös bezeichnet werden”.

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3 Kommentare

  1. Diese Bewertungsportale sind total subjektiv. Teilweise total lächerlich, was da frustrierte Mitarbeiter alles reinschreiben. Ausserdem gibt es in manchen Unternehmen mehr als 100 Führungskräfte, dann ist es wohl “nichtsaussagend”, wenn jemand bei der Bewertung des Konzers bei “Führung” eine 5 gibt …

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