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Unbedingt vergleichen: Gehaltskonto mit teuren Nebenspesen

Erstellt von Coach Rainer - September 24, 2009 – 11:29Kein Kommentar
Unbedingt vergleichen: Gehaltskonto mit teuren Nebenspesen

Ein Gehaltskonto kostet für einen durchschnittlichen Nutzer 71 Euro im Jahr - mit 240 Buchungen und Kontoführungsgebühr. Das zeigt ein aktueller AK Test von 41 Gehaltskonten bei 20 Banken in Wien. Die Guthabenzinsen sind im Keller, die Minuszinsen sind hoch. „Konsumenten sollten auf teure Nebenspesen beim Konto achten, etwa wenn sie einen Zahlschein bar am Bankschalter einzahlen”, rät Harald Glatz, Leiter der AK Konsumentenpolitik.

Was Gehaltskonten kosten
Bei den zwölf Konten mit Einzelverrechnung liegen die jährlichen Kosten für einen Normalnutzer (240 Buchungen pro Jahr und Kontoführungsgebühr) bei 47,23 Euro (BAWAG - Konto für Preisbewusste) bis 157,21 Euro (Bank für Tirol und Vorarlberg, Gehaltskonto). Konten mit Pauschalpreisverrechnung kosten null (easybank - easy gratis; bankdirekt.at - Konto in Verbindung mit einem weiteren Produkt und Gehaltseingang von mindestens 1.500 Euro monatlich) bis 175 Euro (UniCredit Bank Austria - Erfolgskonto Gold).

Der Trend geht zu Konten mit Pauschalpreisverrechnung. Achtung, hier gibt es große Unterschiede, welche Leistungen in einem Pauschalkonto enthalten sind und welche extra verrechnet werden. In der Kontoführungsgebühr kleinerer Pakete sind zumeist automatisierte Buchungen, Internetbanking, Kontoaus-züge per Kontoauszugsdrucker und eine Bankomatkarte enthalten. Teurere Pakete inkludieren auch Dauerauftrags-änderungen, beleghafte Buchungen und Kreditkarten mit und ohne Versicherungsschutz.

Guthabenzinsen sind im Keller, Minuszinsen sind hoch
Die Guthabenzinsen betragen 0,125 bis 1,75 Prozent. Wer mit seinem Konto ins Minus rutscht (innerhalb des vereinbarten Kontorahmens), zahlt 7,25 bis 13,25 Prozent. Wer sein Konto über dem Kontorahmen überzieht, zahlt noch mehr drauf! Über-ziehungen über den Kontorahmen können zusätzlich zu den Überziehungszinsen bis zu fünf Prozent an Strafzinsen aus-machen. Das kann laut AK Test im günstigsten Fall bis zu 12,25 Prozent Zinsen, im teuersten Fall bis zu 18,25 Prozent Über-ziehungszinsen ausmachen.

Nebenspesen schlagen sich teuer zu Buche. Wer einen Zahlschein (auf ein institutsfremdes Konto) bar einzahlt, hat Spesen von zwei bis sieben Euro. Auch die Schließung des Gehaltskontos kann mitunter kostspielig werden - bis zu 25 Euro. Die AK hat im April die Preise von 41 Gehaltskonten bei 20 Banken mit Filialen in Wien und Online-Banken erhoben. Davon werden zwölf Konten mit Einzel- und 29 mit Pauschalpreisverrechnung angeboten.

Klare Informationen für Kontoinhaber!
Bessere Informationen und mehr Rechte - die AK verlangt, dass jeder Verbraucher einen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto haben soll. Ohne Konto zahlt man drauf - die Arbeitsplatzsuche ist mitunter schwieriger; Einzahlungen an der Bankkassa, etwa Miete oder Strom, läppern sich im Jahr. Außerdem sollen auf dem Kontoauszug der Überziehungsrahmen und die Zinsen stehen. Die neue EU-Verbraucherkredit-Richtlinie (bis Mai 2010 umzusetzen) sieht vor, nur die Sollzinsen regelmäßig auf dem Kontoauszug mitzuteilen. Die AK fordert, dass auch die Guthabenzinsen draufstehen sollen.

So holen Sie mehr raus - Zehn AK Tipps:

  • Verhandeln Sie Zinsen für Guthaben und Überziehungen, das lohnt sich! Auf der AK Homepage unter www.bankenrechner.at finden Sie die aktuellen Konditionen.
  • Vermeiden Sie Zahlscheine bar am Schalter einzuzahlen. Das kann bis zu sieben Euro kosten.
  • Pauschal ist nicht pauschal: Prüfen Sie, ob alle oder nur bestimmte Buchungen kostenlos sind.
  • Bei Konten mit Einzelpreisverrechnung gilt: Weniger Transaktionen, weniger Spesen. Vermeiden Sie unnötige Buchungen.
  • Achten Sie auf Überziehungs-Fallen: Fragen Sie von Zeit zu Zeit nach, wie hoch Kontorahmen (in der Regel drei Brutto-Monatsgehälter) und aktuell verrechneter Zinssatz sind.
  • Das Ändern von Daueraufträgen kann bis zu 3,20 Euro kosten. In vielen Fällen ist es per Internet Banking spesenbegünstigt oder sogar kostenlos.
  • Achten Sie, dass Ihr Konto gedeckt ist. Ist es nicht gedeckt und können Dauer- oder Einziehungsaufträge nicht durchgeführt werden, kann das bis zu zehn Euro kosten.
  • Bleibt Ihr Konto länger überzogen, überlegen Sie in einen Privatkredit umzuschulden.
  • Werden Sie arbeitslos, erkundigen Sie sich nach den Kontoführungsgebühren. Die Erste Bank verrechnet hier etwa keine Kontoführungsgebühren.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge und reklamieren Sie Fehler sofort. Ein Einspruch muss innerhalb von sechs Wochen schriftlich erfolgen.

(Quelle: www.arbeiterkammer.at)

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