Manipulation im Büro - 33 dreiste Kollegen-Lügen
Bin heute beim Browsen über diesen Artikel der Bild gestoßen. Beim durchlesen hab ich mir gedacht ich teile ihn mit den HaFAWo Lesern, weil ich mich dabei sehr amüsiert habe. Also nicht zu ernst nehmen und schmunzeln.
(Bild.de) Bei der Arbeit ist jeder mal ein Lügner. Kein Problem, sagen Experten – aber nur, wenn kleine Joblügen dazu dienen, das Arbeitsklima freundlich zu halten und Sie keine Kollegen in die Pfanne hauen.
Bestsellerautor Martin Wehrle war Manager in einem größeren deutschen Konzern und bildet heute Karrieretrainer an seiner Akademie in Hamburg aus. Er weiß: Wenn dreist manipuliert und vorgetäuscht wird, hört der Spaß auf!
Besonders beliebt ist, den Zorn des Chefs auf die Kollegen abzuwälzen. Zum Beispiel: War ich nicht!
Martin Wehrle: „Der Profilügner weiß: Niemals sollte man im Büro Fehler eingestehen, zu leicht bietet man so eine Angriffsfläche für den Vorgesetzten. Wer aber den Schwarzen Peter weiterreicht, kommt oft ungeschoren davon. Am Ende ist der Ehrliche dann wirklich der Dumme und die Gewohnheitslügner stehen als Unschuldslämmer da.“
Aber warum wird gerade im Büro so viel gelogen?
Anscheinend geht es nicht immer nur um die Karriere. Viele Kollegen haben auch ganz andere Motive. Dr. Elmar Basse, Psychotherapeut aus Hamburg: „Damit der soziale Verkehr funktioniert, folgen wir unbewusst einer Art Konsens-Prinzip. Wir wählen unsere Äußerungen so, dass der andere sich nicht angegriffen fühlt. Das ist ein Prinzip der Höflichkeit, das uns aber dazu zwingt, es mit der Wahrheit nicht immer genau zu nehmen.“
Lesen Sie hier 33 dreiste Job-Lügen, gesammelt von Martin Wehrle:
Lüge 1: „Ich nehme dir den Fehler nicht krumm!“
Oh doch! Sobald der Fehler eines Einzelnen dafür sorgt, dass ein ganzes Team in Misskredit gerät, wird dieser Kollege zum Prügelknaben der Abteilung. Verziehen werden nur Fehler ohne Außenwirkung.
Lüge 2: „Ich war heute Morgen schon um 6.30 Uhr da.“
Wer nur eine Minute vor den Kollegen ins Büro kommt, behauptet gern, er sei schon vor dem ersten Hahnenschrei da gewesen – um sich als Marathon-Arbeiter darzustellen und den anderen ein schlechtes Gewissen zu machen.
Lüge 3: „Du kannst diese Arbeit am besten.“
Das klingt viel freundlicher als „Mach du den Müll, ich will jetzt nicht“ – meint aber exakt dasselbe.
Lüge 4: „Wir haben hier echte Traumjobs.“
Je unzufriedener jemand mit der eigenen Arbeit ist, desto eher greift er zum Pinsel der Schönfärberei. Wo die Arbeit wirklich Spaß macht, wird unter Kollegen kaum darüber gesprochen – sondern genossen.
Lüge 5: „Ich habe mich nirgendwo anders beworben.“
Kein Geheimdienstagent ist so verschwiegen wie ein Kollege, der sich andernorts bewirbt. Mit Tausend Ausreden („Arztbesuch“, „Trauzeuge bei Hochzeit“) verlässt er das Büro früher, immer in auffallend guter Kleidung, um Vorstellungsgespräche wahrzunehmen.
Lüge 6: „Ihr wart mir auf Anhieb sympathisch!“
Dieser Satz kommt gut bei neuen Kollegen an – und wird auch dann gesprochen, wenn einem die Figuren in der neuen Firma zunächst so fremd wie Marsmännchen waren. Ziel ist es, von der neuen Gemeinschaft akzeptiert zu werden.
Lüge 7: „In der Schule war ich ja ein Genie in …“
Auch Mitarbeiter, die eins und eins zu drei addieren, sagen sich wunderbare Leistungen als Mathe-Schüler nach – nur die „Kenntnisse seien ein wenig eingerostet”. Das gilt wohl eher fürs Gedächtnis, wo die ehemalige Mathe-Fünf nicht mehr gespeichert ist.
Lüge 8: „Du warst leider nicht am Platz.“
Wenn ein Kollege auf dem Weg in die Kantine vergessen wurde, weil ihn keiner leiden kann, wird ihm dieser Satz als Trostpflaster aufgeklebt.
Lüge 9: „Eigentlich hast du Recht!“
Das „eigentlich“ spricht Bände! Ein Kollege, der „eigentlich” Recht hat, irrt sich nach Meinung des anderen – genau in diesem Fall!
Lüge 10: „Wenn ich dich nicht hätte …“
Der Satz klingt wie eine Liebeserklärung – und wird auch so verstanden. In Wahrheit meint er aber oft: „Du bist ein nützlicher Idiot. Ohne deine Unterstützung hätte ich noch mehr Probleme auf dem Tisch.“
Lüge 11: „Ich habe auf dem Dienstweg davon erfahren.“
Die meisten brisanten Infos, z.B. über frei werdende Stellen, halten sich eben nicht an den Dienstweg – sondern schlagen sich durch den Dschungel der Gerüchteküche. Gut vernetzte Kollegen sind immer zuerst versorgt, während die Dienstweg-Gänger den Kürzeren ziehen.
Lüge 12: „Ich kenne Peter, den Manager von XXXXX, schon seit einer Ewigkeit!“
Wer unauffällig behauptet, sich mit einem Promi seiner Branche zu duzen, erzählt den Kollegen oft eine Geschichte vom Pferd. Ziel: Er will dadurch seinen Status heben – auch wenn er von dem Manager nicht mehr als den Namen kennt.
Lüge 13: „Von meiner letzten Firma habe ich mich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt.“
Das soll nach einem ehrenwerten Abgang klingen – bedeutet aber meist, dass die letzte Firma den Kollegen vor die Tür gesetzt hat, wie Kenner der einschlägigen Zeungisformulierung („gegenseitiges Einvernehmen”) wissen.
Lüge 14: „Ich recherchiere gerade für unser Projekt im Internet.“
Wer Kollegen über die Schulter schaut, sieht oft nackte Haut oder flimmernde Spiele auf dem Bildschirm. Doch kaum, dass man den Surfer ansteuert, taucht auf seinem Bildschirm plötzlich eine Business-Seite auf. Als hätte er die ganze Zeit nur gearbeitet.
Lüge 15: „Ich war von Freitag bis Montag krank.“
Statistiken weisen nach: Vor und nach dem Wochenende springt die Zahl der Kranken in die Höhe. Das liegt wohl kaum an Erkältungen – eher an Diskofieber und dem Wunsch nach einem verlängerten Wochenende.
Lüge 16: „Ich habe ein Team mit fünf Mitarbeitern geführt.“
Gerade neue Mitarbeiter, die sich großer Führungstaten in der Vergangenheit rühmen, meinen damit oft: Sie haben mal einen Azubi betreut und ein paar freie Mitarbeiter koordiniert. Aber diese Wahrheit würde sie disqualifizieren.
Lüge 17: „Hintertupfingen ist meine Traumstadt!“
Neue Kollegen tun oft so, als sei der Firmensitz das Ziel ihrer Träume – die Kollegen brauchen ja nicht zu wissen, dass diese Firma nur ein Rettungsring sein soll, bis sich Vielversprechenderes in einer Metropole findet.
Lüge 17: „Hintertupfingen ist meine Traumstadt!“
Neue Kollegen tun oft so, als sei der Firmensitz das Ziel ihrer Träume – die Kollegen brauchen ja nicht zu wissen, dass diese Firma nur ein Rettungsring sein soll, bis sich Vielversprechenderes in einer Metropole findet.
Lüge 18: „Der Chef hat meine Gehaltserhöhung abgelehnt!“
„Das bleibt aber unter uns!”, fordert der Chef, nachdem er die geforderte Gehaltserhöhung dann doch genehmigt hat. Etliche Kollegen nehmen das wörtlich – und lassen sich von den anderen trösten, während auf dem Gehaltszettel am Monatsende nun 200 oder 300 Euro zusätzlich stehen.
Lüge 19: „Von zu Hause arbeite ich effizienter!“
Wer gegenüber seinen Kollegen fürs Homeoffice plädiert, tut so, als würde sein Wunsch nur dem Arbeitsergebnis dienen – und nicht der Tatsache, dass er seinen Arbeitsweg gern auf 15 Schritte (zwischen Küche und Arbeitszimmer) reduzieren will. Keiner sieht, wenn er sich mal für ein paar Stunden nicht der Arbeit, sondern dem Sohn widmet.
Lüge 20: „Meine Geburtstagsfeier hole ich nach!“
Wer seine Kollegen zum Geburtstag nicht einlädt, sondern auf später vertröstet, ist nicht selten ein Geizkragen, der seine Feier auf den St.-Nimmerleinstag verschiebt. Allerdings haben die Kollegen in dieser Hinsicht ein Langzeitgedächtnis – und knurren zumindest, wenn der Geizige dann bei den Geburtstagsfeiern anderer nach dem dritten Stück Torte greift.
Lüge 21: „Ich habe dich vorm Chef gelobt.“
Alle Kollegen loben einen bestimmten Mitarbeiter mit Vorliebe vor dem Chef – nämlich sich selbst. Oft stecken sie sich sogar fremde Federn an, statt wie behauptet das Lob an Kollegen weiterzureichen.
Lüge 22: „Ich unterstütze deine Abteilung.“
Die Kollegen der einzelnen Abteilungen arbeiten meist nicht miteinander, sondern gegeneinander – anders lautende Behauptungen sind nur Taktik. Vertrieb bekämpft Entwicklung, Redaktion bekämpft Anzeigenabteilung. Und die Interessen der Firma bleiben auf der Strecke.
Lüge 23 : „Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit.“
In der Kneipe, oft bei steigendem Bierpegel, werden die wichtigsten Kontakte geknüpft und Informationen getauscht. Der US-Wissenschaftler Edward Stringham wies nach: Alkohol-Trinker machen schneller Karriere. Trinkfreudige Männer verdienen im Schnitt zehn Prozent mehr, Frauen 14.
Lüge 24: „Das schaffst du schon!“
Dieser Satz meint nicht, dass einer es tatsächlich schafft. Vielmehr soll er antreiben, dass der Kollege es schaffen soll. Ehrlicher wäre: „Ich wünsche dir, dass du es schaffst.“
Lüge 25: „Ich bin glücklich verheiratet.“
Es gibt zwei Formen von Eheglück: echtes und vorgetäuschtes. Interessanterweise präsentieren diejenigen, die in einer wirklich erfüllten Partnerschaft leben, ihr Glück den Kollegen nicht wie einen Tennispokal. Sie müssen niemandem etwas beweisen.
Lüge 26: „Ich kann auch ohne die Arbeit.“
Tagein, tagaus hört man Kollegen in der Arbeit jammern. Nichts scheint ihre Lebensfreude so sehr zu trüben wie die Tatsache, dass sie jeden Tag an den Arbeitsplatz müssen. Doch Umfragen fanden heraus, dass die Mehrzahl der Deutschen nach einem Millionengewinn im Lotto dasselbe wie vorher täte: Jeden Tag zur Arbeit gehen.
Lüge 27: „Ich nehme es auf meine Kappe.“
Wer sagt, er nehme alles auf seine Kappe, gibt in Wirklichkeit oft anderen eins auf die Mütze.
Lüge 28: „Ich sag dem Chef meine Meinung.“
Fast täglich kündigt ein Kollege an: „Dem Chef sage ich meine Meinung!” Einen Haken hat die Sache dann aber doch: Solche Gespräche werden im Kollegenkreis nur angekündigt, aber unter vier Augen geführt. Und derselbe Kollege, der mit Kriegsgeheul aufs Chefbüro losgeht, schrumpft vor dem Chef wie ein Luftballon beim Nadelstich zusammen.
Lüge 29: „Nein, wir sind kein Paar.“
Wie erklärt es sich, dass zwei Turteltauben ihre Liebe bis zum letzten Augenblick verleugnen (eines Tages, spätestens beim Tragen der Eheringe, fällt es dann doch auf)? Das hat mit Selbstschutz zu tun: Wer will schon in der einen Woche seine große Liebe verkünden (neidische Gesichter!) und in der nächsten womöglich die Trennung? Auch gibt es Arbeitgeber, besonders amerikanische Firmen, die Zärtlichkeiten zwischen ihren Mitarbeitern per Arbeitsvertrag untersagen wollen.
Lüge 30: „Ich hab nichts gegen dich.“
Freundlichkeit ist eine Währung, die am Arbeitsplatz inflationär gehandelt wird und kaum etwas wert ist. Wer seinen vermeintlichen Freunden für eine Hundertstelsekunde den Rücken zudreht, muss mit allem rechnen! Dieselben Münder, die gerade noch Liebenswürdigkeiten aussprachen, geifern dann Gehässigkeiten. Jedes Mobbingopfer kann ein Lied davon singen, wie schnell die Loyalität zur Lüge wird.
Lüge 31: „Mit dem Fehler habe ich nichts zu tun.“
Warum scheuen sich Kollegen, zu einem Fehler zu stehen? Wer sich freimütig zu einem Riesenfehler bekennt, der könnte – je nach Temperament des Chefs – genauso gut freiwillig den Zweitnamen Versager annehmen oder seine Kündigung einreichen.
Lüge 32: „Ich verdiene auch nicht mehr als du.“
Beim Gehalt sind viele Leute Tiefstapler. Was hätte Ihre Kollegin davon, Ihnen auf die Nase zu binden, dass sie für dieselbe Arbeit 20 Prozent mehr kassiert? Ihre Hilfsbereitschaft könnte sinken, entsprechend der Haltung: „Soll sie doch schuften, schließlich wird sie auch dafür bezahlt…“
Lüge 33: „Ich will gar nicht befördert werden.“
Wer lauthals behauptet, kein Stuhl sei für ihn abstoßender als der Chefsessel, kann damit zwei Ziele verfolgen. Kollegen, die etwas selbst nicht erreichen können, geben gern vor, es sowieso nicht haben zu wollen. Oder sie wollen einen Konkurrenten im Kampf um den Posten in Sicherheit wiegen, um dann selbst zuzugreifen!
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