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2010: Gute Chancen auf mehr Geld

Erstellt von Coach Rainer - December 31, 2009 – 00:24Kein Kommentar
2010: Gute Chancen auf mehr Geld

63.000 oder 10.500 Euro Jahresgage? Der Unterschied ist vor allem eine Frage der Ausbildung.

Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, desto besser wird sie bezahlt. Mark Twain meinte das, und es gibt genug Gründe, um ihm zu widersprechen. Krankenhäuser, Altersheime, Museen zu bauen, macht sicher Vergnügen. Das Einstiegsgehalt eines Architekten bleibt laut Arbeitsmarktservice mit 1700 Euro auf dem Lohnniveau des Anfangsgehalts eines Polizisten, der sich - kaum ein Vergnügen - in seinem Job mit Nachtarbeit und psychischer Belastung herumschlagen muss.

Die Macht des Unterschieds
Der Unterschied ist: Das Gehalt des Architekten wird im Laufe seines Arbeitslebens den Lohn des Polizisten überrunden. Aus der ökonomischen Perspektive gibt es dafür eine handfeste Erklärung. Nach der Humankapitaltheorie des Ökonomen Gary S. Becker lassen sich Einkommensunterschiede in erster Linie durch Ausbildungsunterschiede erklären. Seine Annahme sagt: Bildung steigert die Produktivität und wer produktiver ist, bekommt in unserer Leistungsgesellschaft eben mehr Geld.

Eine ausgezeichnete Beobachtung, für die der Amerikaner Becker immerhin den Nobelpreis erhielt.

Und eine Theorie, die auch umstritten ist. Eine gängige Argumentation gegen Beckers Gedanken ist: Arbeitgeber würden nur hohe Löhne zahlen, um ihre Mitarbeiter zu einer hohen Eigenleistung zu motivieren. Unterm Strich bleibt bei der Annahme eben die Dame an der Supermarktkasse übrig. Ihre Leistung ist messbar und ihre Leistung lässt sich auch nicht steigern - was sich am Monatsende in einem niedrigen Gehalt niederschlägt. Ob das
nun gerecht ist oder nicht, darüber lässt sich streiten.

Vielverdiener: Gutes Geld für gute Ausbildung
Die Rechnung ist einfach: Bildung wird in einer Wissensgesellschaft immer wichtiger. Und je höher die Ausbildung, umso höher der Lohn. Auch die Arbeitslosenquote von Akademikern und Hochqualifizierten liegt weit unter der von Ungelernten.

Die höchsten Gehälter für Angestellte in der Privatwirtschaft werden dementsprechend in hochqualifizierten Sparten bezahlt - in der IT-Branche und im Wirtschafts- und Finanzwesen. Topverdiener sind dabei die System-Programmierer mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von rund 63.000 Euro. “Wer als Unternehmen von Innovationen und Ideen lebt, der zahlt auch höhere Gehälter”, sagt der Gehaltsexperte Bruno Gangel: “Vor allem Firmen in der Startphase müssen heute IT-Mitarbeiter aus dem Arbeitsmarkt herauskaufen, um konkurrenzfähig zubleiben.”

Über den Spitzengehältern der Privatwirtschaft, wo ein Controller auf rund 59.500 im Mittelwert kommt, liegen nur noch die Führungskräfte: Mit rund 200.000 Euro im Jahr kann ein Vorstandsvorsitzender rechen, ein Geschäftsführer kommt auf 120.000 Euro. Der Bundespräsident immerhin auf 319.000 Euro.

Krisenopfer
Allerdings zählen gerade die Manager heute selbst zu den Opfern der Krise. “Viele Firmen haben vor allem im Management ausgedünnt”, sagt der Personalberater Michael Podlaha: “Wer auf den Arbeitsmarkt gehen musste, der steigt heute mit einem kleineren Gehalt ein.”

“Nicht gewachsen sind die Anfangsgehälter. Sie sind aber auch nicht dramatisch zurückgegangen”, sagt Bruno Gangel. Für SAP-Entwickler und Systemanalytiker weist das Arbeitsmarktservice ein monatliches Einstiegsgehalt von 2100 Euro brutto aus.

Wenigverdiener: Wenig Lohn und viel Verdienst
Sie schauen auf uns in der Gastronomie - und bekommen wenig dafür: die KellnerOb wir immer das bekommen, was wir verdienen, das werden sich alle fragen, deren Gegenleistung für ihre Arbeit unter dem Durchschnitt bleibt: Kellner, Putzfrauen oder Lagerarbeiter etwa. Ohne sie würde das tägliche Leben stillstehen und dennoch bleibt ihnen weniger als das durchschnittliche Jahresgehalt des Österreichers, das bei rund 33.000 Euro brutto liegt. 33.000 Euro sind eben nur ein statistischer Mittelwert und vor allem Frauen, junge Arbeitnehmer und Menschen ohne Ausbildung müssen Jobs annehmen, die weit unter diesem Durchschnitt liegen. Kellner etwa. Sie schauen darauf, dass niemand durstig bleibt, und kommen in der Rangliste der Gehälter dafür denkbar schlecht weg. Sie verdienen im Durchschnitt 10.500 Euro.

Doch schon Friedrich von Hayek hat den Unterschied zwischen Lohn und Verdienst ausgemacht. Das eine ist die Gegenleistung für unsere Arbeit. Der Verdienst ist eine soziale oder auch individuelle Wertschätzung unserer Arbeit. “Pflegearbeit ist da eine Kategorie: Es gibt eine hohe Wertschätzung in der Gesellschaft, sie lässt sich aber ökonomisch nicht verwerten”, sagt der Soziologe Manfred Füllsack.

Besonders auffällig bleibt, dass sich Frauen mit weniger Lohn begnügen müssen als Männer.

(Quelle: kurier.at)

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