Wie stoppt man quälende Gedanken?
“Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken”, sagte schon Marc Aurel. Tipps, wie man quälende Gedanke stoppt, hat Gesundheitspsychologin Julia Umek.
Die Methode des Gedankenstopps hilft. Jeder kennt das, man möchte an etwas nicht denken, aber es geht nicht. Die quälenden Gedanken, das unerwünschte Grübeln, die negativen Prophezeiungen umkreisen einen unentwegt, man kommt zu keiner Erlösung. Hier gibt es eine beeindruckend einfache und sehr wirksame Methode aus der Schatzkiste der Psychologie, den Gedankenstopp.
Der Gedankenstopp hilft, nicht noch tiefer in die niedergedrückte Stimmung oder Angst zu fallen, sondern nach einer Lösung zu suchen und diese auch zu finden. Der Erfolg der Methode liegt in dem Moment, wo sie sich selbst “erwecken” um dieses „im Kreis rennen” der Gedanken zu stoppen.
Anleitung: Wie stoppe ich quälende Gedanken?
Schritt eins: Laut “Stopp” sagen
Setzen Sie sich in gerader Körperhaltung (Kopf hoch) an einen ruhigen Ort und lassen Sie die quälenden Gedanken zu. Nun nehmen Sie einen Gegenstand (Hammer, oder ähnliches) es geht auch mit der Faust, und schlagen kräftig auf den Tisch (je lauter, je besser) und sagen Sie sehr laut “Stopp” zu sich selbst. Sie werden überrascht sein, wie Sie plötzlich hell wach sind und die quälenden Gedanken weg sind.
Schritt zwei: Sich selbst Anleitung geben
Der nächste Schritt ist jetzt sehr wichtig: Geben Sie sich eine Anleitung, was Sie als nächstes tun wollen, um das Problem zu lösen, zum Beispiel: “morgen gehe ich zu xx, was muss ich da mitnehmen”, oder “morgen rufe ich xx an, welche Fakten sage ich, dass ich gut verstanden werde”, oder “was brauche ich, um xx durchführen zu können”, usw. Diese Gedanken ersetzen nun die quälenden
Schritt drei: Raus aus dem Kreis
Wenn das Problem ein sehr tiefgehendes ist, kann tatsächlich die erste Zeit ein ständiger Wechsel von Denken und Unterbrechen (Tisch hauen, sehr laut “Stopp” sagen) sein, aber auf Dauer werden Sie die Gedanken weniger plagen. Denn es nützt ja dieses quälende Im-Kreis-Denken- nichts
Schritt vier: Gute Einrede
Der nächste wichtige Schritt ist die so genannte “gute Einrede”, also der Aufbau neuer Denkweisen. Dies hilft, neue Sichtweisen vom Kopf ins Herz zu transportieren. Besonders günstig hat sich hier das Lernen eines Liedes erwiesen. Suchen Sie sich ein Lied, das Sie besonders mögen und nun erfinden Sie zu diesem Lied einen neuen Text, wenn Sie zum Beispiel die Melodie von “Let the sunshine in” aus “Hair” nehmen und dazu singen “ich schaff das, ich habe Mut” oder “ich fang neu an, die Welt gehört mir” oder eben Ihre neue “gute Einrede”. Sie werden überrascht sein, wie gut das funktioniert. Wichtig ist, nun jedes Mal, wenn die unerwünschten und schädlichen Gedanken kommen, diese selbst abstoppen und sofort im Kopf die “neue Melodie” zu hören oder noch besser sofort laut zu singen.
Schritt fünf: Positiv denken
Aufmerksamkeitslenkung. Achten Sie auf Ihre inneren Dialoge und gestalten Sie diese so, dass Sie sich Gutes prophezeien. Zum Beispiel sagen Sie anstatt “ich werde keinen Parkplatz bekommen…”: “Ich werde irgendwo mein Auto parken können, ich bin auf der Suche…” Reden Sie sich eine gute Zukunft ein, unsere Erwartungen leiten die Wahrnehmung. Menschen können entscheiden, wohin sie schauen und was sie tun. Beginnen Sie Ihren Tag damit, dass Sie sich sagen, heute werde ich einen guten Tag haben, erzeugen Sie sich selbsterfüllende gute Prophezeiungen
Die Tipps von Julia Umek können Sie als Podcast nachhören oder im Archiv einfach nachlesen.
(Quelle: http://wien.orf.at)



