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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Hat schon einmal jemand zu dir gesagt: „Es besteht kein Grund zu weinen, also höre auf damit!“. Oder hast du selbst schon jemanden mit diesen Worten trösten wollen? Im schlimmsten Falle hast du es vielleicht auch schon zu dir selbst gesagt. Wenn wir weinen, finden wir uns selbst in einer Spirale von Selbstmitleid, Verlegenheit und Scham wieder.

Ich bin zwar kein Arzt, aber ich bin ein Mensch mit Gefühlen, und ich will euch hier durch meine Erfahrungen vermitteln, warum es sehr wichtig für uns ist, zu weinen.

Warnsignale, dass mit uns etwas nicht in Ordnung ist

Dein Körper, dein Geist und deine Seele versuchen, dir etwas mitzuteilen. Du könntest verletzt, ängstlich oder verärgert sein. Möglicherweise assoziieren wir Weinen deshalb mit Schwäche, weil wir als Kind bei all diesen emotionalen Eindrücken zu weinen begonnen haben. Aber als Kinder kannten wir auch keine andere Möglichkeit, um unsere Emotionen zu verarbeiten. Wir haben es wahrscheinlich noch nicht gelernt, unsere Emotionen zu identifizieren und zu artikulieren, denn wir sind es nicht gewohnt, sie zu unterdrücken. Welche Erklärung man auch immer haben mag: Weinen ist völlig legitim und natürlich, denn etwas in dir signalisiert Schmerz. Zu Weinen ist ein Weg, um deinem Schmerz freien Lauf zu lassen. Ich persönlich fühle mich sofort besser, gereinigt und klar in Gedanken, wenn ich mich gehen lassen kann und weine.

Dampf ablassen

Wie schon erwähnt: etwas in dir will dich warnen. Je angestrengter man versucht nicht zu weinen, umso mehr Druck baut sich in einem auf. Durch diese Anstauung der Gefühle, schießen vielen Menschen die Tränen oft in den ungünstigsten Momenten in die Augen.

Atme tief durch

Das hängt sehr eng mit Druckabbau zusammen. Umso angespannter ich bin, desto mehr halte ich die Luft ohne guten Grund an. Und wieder: je weniger ich atme, desto mehr Druck baut sich auf. Man befindet sich zweifellos in einem Teufelskreis.

Medizinisch positiv

Medizinisch gesehen ist Weinen im ersten Moment purer Stress für den Körper. Beginnt der Mensch zu schluchzen, steigt der Puls und die Drüsen produzieren Schweiß. Auf diese Stressreaktion folgt jedoch ein beruhigendes Moment, das eine andauernde Wirkung hat. Aus diesem Grund bewirkt der oftmals an Hyperventilation grenzende Gefühlsausbruch ein befreiendes Gefühl.

Vermittlung von Authentizität

Ich hatte einmal eine sehr bewegende Erfahrung in einem Workshop gemacht. Die Teilnehmer kritisierten einige Projekte, die in unserer Firma am Laufen waren. Keiner wusste, dass einer der Anwesenden viele davon leitete und sehr hart dafür arbeitete, um ebensolche Kritik zu verhindern. Er war unglaublich enttäuscht darüber, dass seine Anstrengungen nicht anerkannt wurden. Ihm standen die Tränen in den Augen, während der Seminarleiter eine Diskussion angeheizt hatte. Doch plötzlich stand mein Kollege auf, und lies seinen Gefühlen unter Tränen freien Lauf.

Man konnte eine Nadel fallen hören. Der Seminarleiter hatte darauf geantwortet, dass sehr oft vergessen wird, dass Menschen an diesen Projekten sehr hart arbeiten und es meist nur sehr gut meinen.

Mein Kollege musste niemals „den Preis dafür bezahlen“, als er sich an diesem Tag ausheulte. Jedoch haben einige der Teilnehmer – von denen einige knallhart schienen – versucht, eine persönliche Bindung zu ihm aufzubauen. Bei einem Gespräch mit dem besagten Kollegen, erklärte er mir, dass er seit diesem Erlebnis sehr viel mehr Selbstvertrauen im Umgang mit seinen Emotionen hat.

Weinen bietet dir die Gelegenheit, mit anderen Menschen in Verbindung zu treten

Selbst wenn du den Eindruck hast, dass du vor jemand anderem weinen kannst – wenn du mit dir selbst im Reinen bist, sag deinem Gegenüber einfach, was du brauchst und was nicht. Eine gute Freundin sagte einmal folgendes zu mir: „Ich begrüße es sehr, wenn ein Freund einfach nur neben mir sitzt während ich weine und nicht versucht, etwas in Ordnung zu bringen. Ich lasse ihn wissen, dass er nichts damit zu tun hat, sondern dass ich einfach nur verärgert bin oder ich meinem Ärger einfach nur etwas Luft machen muss. Es ist bestimmt für beide Parteien einfacher, wenn ich vermittle, dass es mir meinen Umständen entsprechend gut geht.“

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