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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Habt ihr schon mal etwas von dem Wort Selbstangst gehört? Nein? Na dann möchte ich euch dieses Phänomen kurz erklären.

Selbstangst ist eine Form des Minderwertigkeitsgefühls, das sich in besonders extrovertiertem Verhalten äußert. Dieses Verhalten soll ein besonders kräftiges Selbstvertrauen vortäuschen. Eine Strategie, die in der Regel (zunächst) auch sehr gut funktioniert, allerdings – durch die dadurch entstehende weitere Entfremdung von dem eigenen Selbst – die Selbstangst weiter verstärkt.

Im Beruf wie im Leben ist Selbstvertrauen ein sehr wichtiger Charakterzug. Es kann uns helfen, einen neuen Job zu bekommen, neue Menschen kennen zu lernen, einen neuen Kunden zu gewinnen, Ziele zu erreichen oder Beziehungen aufzubauen. Einigen liegt Selbstvertrauen einfach im Blut. Sie schreiten mit erhobenem Haupt und treffen Entscheidungen mit Leichtigkeit. Jede Situation betrachten sie optimistisch, und selbst wenn sich die Dinge nicht ganz wie erhofft entwickeln blicken sie nach vorne. Es scheint, als könnte nichts sie bremsen.

Aber für viele andere ist diese Selbstsicherheit nicht so einfach und die Schüchternheit sowie die Minderwertigkeit überwiegt. Manchmal sind sie sich ihrer Fähigkeiten einfach nicht so sicher. Sie glauben einfach nicht an ihre eigene soziale Kompetenz. Was auch immer der Grund ist, ein Mangel an Zuversicht und fehlender Selbstmotivation kann in allen möglichen Situationen behindernd wirken. Vom Bekommen einer Verabredung, dem Studienplatz an der Universität, bis zum Kennenlernen neuer Menschen, kann es überall zu Mängeln kommen.

Viele sogenannte „Businessgurus“ haben bereits vorgeschlagen, dass Menschen mit mangelhaftem Selbstvertrauen einfach vortäuschen sollten, sich ihrer selbst sicher zu sein. Diese „täusch es vor bis du es schaffst“-Mentalität ist der Gegenstand vieler Bücher, Seminare und Coachingprogramme. Aber funktioniert es wirklich?

Kurzfristig gesehen, kann es das natürlich schon. Wenn du in 20 Minuten ein wichtiges Meeting mit deinem Chef hast, und dir der Angstschweiß im Gesicht steht, ist das Vortäuschen von Selbstbewusstsein eine deiner einzigen Optionen. Also atmest du tief ein, gehst deine wichtigsten Argumente durch, betrittst den Raum mit einem Lächeln auf den Lippen und grüßt den Boss mit einem festen Händedruck. Nach häufigem Augenkontakt und stillem Selbstlob verlässt du den Raum mit Erleichterung. Aber was dann?

Du hast dein unmittelbares Ziel erreicht: ein normales Gespräch mit dem Chef. Das ist großartig! Aber das ist erst der Beginn der Zusammenarbeit. Du wirst ihn wahrscheinlich wieder treffen, mit ihm telefonieren und E-Mails hin- und herschreiben. Wirst du diese Fassade aufrecht erhalten können? Oder wird deine „Zuversicht“ mit jedem Treffen ein wenig schwinden? Und was ist mit Interaktionen mit anderen Vorgesetzten – wirst du sie überzeugend täuschen können?

Baue Selbstsicherheit auf anstatt sie vorzutäuschen

„Um in einem schwierigen Beruf voranzukommen, benötigst du festes Vertrauen in dich selbst. Deshalb kommen einige Menschen mit mittelmäßigem Talent aber großer innerer Antriebskraft so viel weiter als Menschen mit weit mehr Talent.“  – Sophia Loren

Wenn du Selbstvertrauen vortäuschst, baust du nur eine vorübergehende Fassade auf. Das kann in einigen Fällen funktionieren, aber es ist keine längerfristige Lösung. Damit Selbstbewusstsein funktioniert, muss es echt sein. Es muss deinem tiefsten Inneren entspringen. Es muss sich natürlich und normal anfühlen. Das heißt nicht, dass du bei fehlendem Selbstvertrauen zu einem Leben voller Misserfolge verdammt bist. Es bedeutet, dass du dein Selbstvertrauen aufbauen muss, und das ist wirklich nicht so schwer, wie du vielleicht denkst.

Wenn du nur am Anfang Selbstbewusstsein vortäuschst, ist das in Ordnung. Genau genommen ist das ganz und gar keine schlechte Idee. Selbstvertrauen vorzutäuschen ist ohne Zweifel besser, als in eine Situation zu geraten, in der du dich fühlst, als wäre es deine Bestimmung zu versagen, und das dann auch noch zeigst. Wenn du das erste Mal mit jemandem zu tun hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass er den Unterschied nicht bemerken wird. Solange du eine zuversichtliche Person perfekt personifizierst (achte auf deine Haltung, halte deine Stimme ruhig und fest, nimm voll an der Unterhaltung teil und nenne jeden beim Namen), stehen die Chancen gut, dass es zu deinem Vorteil ausgehen wird.

Was wirklich zählt ist, was nach diesem anfänglichen Erfolg passiert. Du musst deinen Sieg auskosten und das ganze Lob für dich in Anspruch nehmen. Viel zu oft misslingt das Menschen mit mangelndem Selbstvertrauen. Sie sind froh, dass sich die Dinge zu ihren Gunsten entwickelt haben, aber sie erkennen nicht, dass dieser Ausgang ihnen zu verdanken ist. Sie nennen es Glück oder kreiden es den Kräften des Universums an oder denken: „Mann, den hab ich jetzt wirklich hinters Licht geführt!“

Anstatt weiterhin diesem Muster des negativen Denkens zu folgen, solltest du deine Siege nutzen, um echtes Selbstvertrauen aufzubauen. Nun da ein Erfolg auf dein Konto geht, solltest du diesen nutzen um dir vor Augen zu halten, dass du zu Großem fähig bist. Es ist egal, wenn du dein großes berufliches Ziel nicht erreicht hast. Du hast einen Kampf gewonnen, der dich diesem Ziel einen Schritt näher bringt … und das ist ohne Zweifel etwas, auf das man stolz sein kann.

Um das Beste aus dieser Erfahrung zu machen, musst du sie in deinem Kopf erneut abspielen und analysieren, was du gemacht hast. Die Art wie du dich benommen und präsentiert hast, hat wahrscheinlich eine Rolle gespielt, aber das wird dich nur bis zu einem gewissen Level bringen. Um deinen Chef davon zu überzeugen, dass du der beste Mann oder die beste Frau für den Job bist, brauchst du etwas, das dich von der Konkurrenz abhebt. War deine Präsentation außergewöhnlich? Hast du ein Muster erstellt, das ihm die Sprache verschlagen hat? Versetze dich in die Lage des Chefs und finde heraus, wie du so gut abgeschnitten hast. Dann archiviere diese Information in deinem Kopf, um dein Selbstvertrauen aufzufrischen, wenn du es am meisten brauchst.

Wenn du das nächste Mal ein Meeting mit einem Vorgesetzten hast, bist du vielleicht etwas nervös. Der vorherige Sieg hat dir möglicherweise nicht die ganze Menge an Zuversicht geliefert, die du brauchst, um das alles noch einmal zu überstehen. Aber wenn du dir selbst erlaubt hast, das Lob dafür zu kassieren, solltest du zumindest etwas mehr Selbstvertrauen haben, als du beim letzten Mal hattest. Benutze das, um dich anzutreiben, und täusche etwas Selbstbewusstsein vor, wenn du musst. Wenn du erneut erfolgreich bist, hast du noch etwas mehr, um deine Vertrauen in die Zukunft zu stärken.

Natürlich können wir nicht immer siegreich sein. Wesentlich ist, dass du dir davon nicht deinen Selbstwert zerschlagen lässt, den du dir aufgebaut hast. Wenn du einen Rückschlag erlebst, dann analysiere ihn ebenso, wie du es bei einem Sieg machen würdest. Stelle fest, was du falsch gemacht hast, oder ob das unerfreuliche Ergebnis überhaupt deine Schuld war. Hefte die Schlussfolgerung für die Zukunft ab, und wende deine Aufmerksamkeit dann wieder den Fällen zu, in denen du erfolgreich warst.

Nach einigen Erfolgen und der Anerkennung, dass du selbst für diverse Erfolge verantwortlich bist, sollte zukünftig der Aufbau von gesundem Selbstvertrauen kein Problem mehr für dich darstellen. Du solltest in der Lage sein, jede Situation mit einer positiven Einstellung zu meistern und das sollte sich in deiner Sprache und deiner Körperhaltung äußern. Anstatt Selbstbewusstsein vorzutäuschen, wirst du eine natürliche Aura des Optimismus und der Selbstsicherheit haben.

Du wirst den Respekt und den Erfolg gewinnen, der dir zusteht.

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