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Viele Arbeitnehmer wünschen sich sehnlichst den lang erwarteten Urlaub herbei. Eine Auszeit von dem Stress, der Hektik der Anspannung. Doch leider ist diese oftmals viel zu schnell wieder zu Ende. Wie verlockend klingt dann erst ein ganzes Jahr Urlaub? Wer solch einen Wunsch hegt, sollte sich näher mit dem Thema Sabbatical beschäftigen. Alle Informationen dazu, wer diese Auszeit nehmen kann und was man dabei beachten sollte, wird im folgenden Beitrag erläutert.

Was ist ein Sabbatical überhaupt?

Sabbatical? Was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Ein englischsprachiges Synonym lautet „gap-year“. Es handelt sich um einen der typischen Anglizismen, der Einzug in die deutsche Sprache gefunden hat. Übersetzen kann man das Wort am besten mit Sabbatjahr. Gemeint ist mit all diesen Begriffen eine Auszeit vom alltäglichen Trott, vor allem jedoch dem Arbeitsleben – eine Entschleunigung des Lebens sozusagen.

Zugegeben, das Sabbatjahr, bei dem wirklich 12 Monate und länger der Urlaub genossen werden kann, ist ein Extremfall. Aber auch eine Freistellung von mehreren Monaten kann für die Erreichung der gesetzten Ziele beitragen. Dabei gibt es grundsätzlich verschiedene Modelle die zwischen Arbeitgeber- und -nehmer vereinbart werden können. Diese reichen vom unbezahltem Sonderurlaub bis hin zum Abbau von Überstunden und unterscheiden sich beispielsweise bezüglich des Versicherungsstatus oder der finanziellen Unterstützung durch den Arbeitgeber zum Teil stark voneinander.

Denkbar ist beispielsweise, dass man über einen längeren Zeitraum Überstunden ansammelt und dann den ausgedehnten Urlaub nimmt. Problematisch ist hier allerdings, dass das Ansparen einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Im Gegensatz dazu ist die Variante als unbezahlter Sonderurlaub deutlich einfacher und schneller zu vereinbaren. Allerdings ist hier der Nachteil darin zu sehen, dass der Versicherungsstatus während des Sabbaticals entfällt und man dadurch höhere Kosten tragen muss. Wenn man alle Voraussetzungen geklärt, sowie die verschiedenen Vor- und Nachteile abgewogen und man sich für eine Variante entschieden hat, kann es auch schon los gehen mit der konkreten Planung.

Warum Sabbatical?

Man sollte sich zunächst bewusst machen, was die konkreten Gründe für ein Sabbatical sein können. Der wichtigste Grund ist vermutlich – wie bereits erwähnt – der Wunsch, dass man mehr Zeit für sich hat. Doch das ist nur einer der unzähligen Gründe. Auch der Wunsch nach Weiterbildung und Entwicklung der sozialen Kompetenzen oder die gesundheitliche Prävention stellen durchaus Gründe für eine ausgedehnte Auszeit dar.

Daraus folgt auch, dass ein Sabbatjahr nicht gleichzusetzen sein muss mit Urlaub per se, dem typischen „nichts tun“. Vielmehr kann mittlerweile die Zeit als Sprungbrett für die Karriere genutzt werden und wird daher durch viele Arbeitgeber nicht mehr mit hoher Skepsis, sondern vielmehr durchaus positiv aufgefasst. Nicht zu vergessen sind aber auch die ganz banalen Gründe: In der heutigen Zeit gehören Stress und Hektik zum täglichen Leben. Psychologische Erkrankungen und Burnout sind da vorprogrammiert. Kein Wunder also, dass das Sabbatical als geeignete Maßnahme anerkannt wird, die Gesundheit proaktiv zu wahren oder wiederherzustellen.

How to Sabbatical?

Wenn man die Gründe für das Sabbatical kennt, kann man sich gezielt an die Planung begeben: Sollen die eigenen Fremdsprachenkenntnisse verbessert werden, dann sollte am besten ein Land mit selbiger als Muttersprache besucht werden. Wenn man seine Reiselust stillen möchte, sollte man an sich an Orte begeben, die mit einem „normalen“ Urlaub vielleicht nicht so einfach und erfolgreich zu bereisen sind. Möchte man die soziale Kompetenz austesten und erweitern, bietet sich eine ausgedehnte Work-and-Travel-Reise an.

Während eines Sabbatical bieten sich grundsätzlich also unzählige Möglichkeiten, wie man die Zeit verbringt. Abhängig ist dies natürlich immer von den selbst gesetzten Zielen: Möchte man sich bilden? Möchte man reisen und etwas von der Welt sehen? Welche Erfahrungen wollen gesammelt werden? Deshalb ist auch die Form des Sabbaticals grundsätzlich sehr variabel. Denkbar ist nämlich auch, dass man gar nicht weit verreist, sondern die Auszeit zu Hause verbringt, wodurch die Komponente „Ausland“ entfällt. Dadurch wird Zeit für Dinge geschaffen, die durch das Arbeitsleben zu kurz kommen. Egal, ob man mehr Zeit mit der Familie verbringen möchte, oder sich andere Wünsche erfüllen möchte, es bieten sich unzählige Möglichkeiten, die Zeit sinnvoll zu nutzen.

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Nichtsdestotrotz verbinden viele Menschen die Auszeit auch mit Ausland. Daher kommen auch abenteuerlustige Menschen auf ihre Kosten. Denn die ausgedehnte Freizeit erlaubt genügend Raum für unzählige Verwirklichungen, für die zuvor schlicht die Zeit zu knapp war. Endlich kann man den lang ersehnten Backpacking-Trip unternehmen, von dem man schon als kleines Kind geträumt hat. Der Fantasie sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt und es gibt nicht DAS Sabbatical nach einem bestimmten Schema.

Planung ist das A und O

So viele verschiedene Länder und Kulturen bieten für alle etwas

Hat man für sich selbst entschieden wohin einen die Auszeit führen soll, muss man noch einige Dinge berücksichtigen. Wie bereits zuvor erwähnt, sollte man dafür sorgen, weiterhin seinen Versicherungsstatus beizubehalten. Je nach Modell muss man bedenken, dass sich dieser Status ändern kann und sich die Beitragsgrundlage ändert. Daher ist eine genaue Klärung vor dem Beginn des Sabbaticals notwendig. Einfach ins Flugzeug zu steigen und nach längerer Zeit zurückkehren, kann dann nämlich böse Überraschungen bergen. So passiert es, dass sich unangemeldete Fehlzeiten und Anrechnungszeiten bei der Rente später äußerst negativ bemerkbar machen und im schlimmsten Fall dann der Rentenanspruch gänzlich entfällt.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt ist natürlich die Finanzierung selbst. Ohne Geld kommt man nicht lange aus. Ein wichtiger Startpunkt für die Überlegungen spielt das Sabbatjahr-Modell. Wie zuvor beschrieben gibt es die Möglichkeit unbezahlten Sonderurlaub zu nehmen. Denkbar ist auch ein alternatives Modell, in dem Vollzeit gearbeitet wird, aber nur die Hälfte des Lohns gezahlt wird. Der Rest wird dann während des Sabbaticals ausgeschüttet. Vorstellbar ist selbstverständlich auch das eigene ersparte Geld aufzubrauchen.

Widersprüchlich wirkt die Idee während des Sabbaticals zur Lebenserhaltung zu arbeiten, denn dies ist oftmals schließlich einer der Gründe, warum frei genommen wird. Aber man sollte bedenken, dass bereits kleinere Nebenjobs ausreichen, um genug Geld zum Leben zu haben. Dazu kommt, dass es sich dabei oftmals um eher kognitiv wenig fordernde Jobs handelt und man so einen Ausgleich zum Büro-Job bekommt.

Nicht vernachlässigen sollte man die Tatsache, dass mit anderen Länder auch andere Sitten einhergehen. Daher sollte man in der Planung genügend Zeit investieren, um nicht nur die notwendigsten Dinge wie Verpflegung und Aufenthaltsort zu planen, sondern sich auch explizit mit der Kultur zu beschäftigen. Für die gelungene temporäre Integration sollten andere Sitten, Bräuche, Normen und nicht zuletzt Gesetze beachtet werden. Der Aufenthalt soll schließlich in positiver Erinnerung im Gedächtnis bleiben.

Die Planungen müssen an die verschiedenen Situationen angepasst werden und alle unterschiedlichen Eventualitäten bedacht werden: Soll der Sprachkurs an einem bestimmten Ort absolviert werden, sollte man sich eine feste Unterkunft und geeignete Bildungseinrichtungen suchen. Ist ein Wander-Urlaub geplant, sollte man die richtige Ausrüstung einplanen – von der an die Umgebung angepassten Kleidung bis zum komfortablen und funktionalen Zubehör.

Zu guter Letzt sollte auch die Zeit nach der Rückkehr bedacht werden. Was ist mit der Wohnung? Dem Mobiliar? Dem Job? Der Familie? Den Freunden? Auf all diese Fragen sollte man eine adäquate Antwort haben, damit die Auszeit reibungslos über die Bühne geht.

Das unvergessliche Ereignis kann beginnen!

Insgesamt kann man festhalten, dass das Sabbatjahr ein hohes Maß an Vorplanung erfordert. Wer keine Lust hat, ein vollständiges Sabbatical zu nehmen, der hat natürlich auch die Möglichkeit eine verkürzte Auszeit zu nehmen. Unabhängig von der tatsächlichen Dauer eines Sabbatjahrs bleibt eine Tatsache immer gleich: Unzählige Entscheidungen müssen im Voraus getroffen werden und es gilt einiges zu bedenken. Aber eben diese Dinge helfen dabei, das Sabbatical zu einem unvergesslichen Ereignis werden zu lassen und die Auszeit vom Job und dem Alltag zu genießen.

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