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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Eine psychologische Binsenweisheit lautet, wenn es dir schlecht geht, einfach „Positiv denken“. Für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl kann dieses Motto aber nach hinten losgehen und erst recht negative Gedanken nach sich ziehen.

Dies berichtet eine Gruppe von Psychologinnen um Joanne Wood von der amerikanischen University of Waterloo im Fachjournal „Psychological Science“ (online).

Nichts für die, denen es schon schlecht geht

Die Forscherinnen teilten die Versuchsteilnehmer ihrer Studie in zwei Gruppen: die einen verfügten über ein hohes, die anderen über ein geringes Selbstwertgefühl. Ausgewählte Probanden beider Gruppen hatten dann einige Standardsätze der Küchenpsychologie zu wiederholen wie „Ich bin eine liebenswerte Person“ oder „Ich werde es schaffen“. Danach überprüften die Psychologen die Stimmung und Selbsteinschätzung der Teilnehmer.

Es zeigte sich, dass sich jene mit einem geringen Selbstwertgefühl nach dieser Übung schlechter fühlten als jene, die sie nicht absolviert hatten. Den Teilnehmern mit hohem Selbstwertgefühl ging es danach zwar besser, aber auch nur ein bisschen.

Umschlagen ins Gegenteil

Die Studienergebnisse, die im Widerspruch zur Mächtigkeit des Positiv-Denkens stehen, lassen sich laut Wood und Kollegen folgendermaßen interpretieren: Übertrieben positive und mantraartig wiederholte Selbstbeschwörungen lösen eher gegenteilige Gedanken aus. Und diese negativen würden dann die positiven überwiegen.

Oder wie die Forscher laut einer Aussendung der Amerikanischen Gesellschaft für Psychologie schreiben: „Positive Selbstaussagen zu wiederholen kann für manche Menschen gut sein – z.B. für Individuen mit hohem Selbstwertgefühl -, sie können aber ausgerechnet bei Personen, die es am dringendsten nötig haben, in ihr Gegenteil umschlagen.“

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4 Kommentare

  1. Hi,
    Ich kann da Jan nur zustimmen. Es geht um die positive Einstellung im allgemeinen. Man soll es dabei nicht übertreiben, aber es geht dabei auch um Chancen war nehmen. Wenn etwas schlechtes passiert, ist das für einen Pessimisten immer schlecht. Ein Optimist dagegen überlegt sich, ob das schlechte Ereignis eventuell etwas positives nach sich zieht. Er Untersucht das Ereignis genauer.

    Grüße
    Dario

  2. Das Thema positives Denken sollte eher etwas ganzheitlicher betrachtet werden. Es geht dabei nicht alleine darum einfach stur positiv zu denken, sondern Vorgehensweisen, Methoden anzuwenden und Veränderungen im eigenen Leben zuzulassen.

    Dabei müssen selbstverständlich auch alle Ängste und mögliche Misserfolge ins Auge gefasst werden. :-)

    Grüsse,
    Jan Kuonen

  3. Phantasie sei eine wunderbare Gabe, meinte Erich Kästner. Man müsse sie allerdings im Zaum halten können. Wer auf alte Dichter hört, kann gelegentlich viel Geld sparen, Seminargebühren für Motivationsgurus etwa, vor allem für solche, die ihren Kunden immer noch einreden, positives Denken führe automatisch zum Erfolg. Die psychologischen Halbwahrheiten der Gute-Laune-Branche sind mittlerweile ins allgemeine Bewusstsein gesickert und halten sich hartnäckig. „Du musst nur fest an den Erfolg glauben“, schallt es einem entgegen, „dann klappt das schon.“

    Kritiker zweifeln schon länger an der Wirksamkeit der Positiv-Denken-Strategie. Und es gibt Studien, die ihnen recht geben, gelegentlich schadet positives Denken mehr, als es nutzt. Erfolgsphantasien in der Art „In einem Jahr bin ich Abteilungsleiter!“ können bestimmte Persönlichkeitstypen sogar daran hindern, ihre Ziele zu erreichen. So verfallen viele Kritiker ins andere Extrem und behaupten, positives Denken generell mache krank und erfolglos. Viele Ratgeber versuchen vehement, die Alles-wird-gut-Manie wieder aus der Welt zu schaffen. Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach: Erfolgsphantasien müssen immer zum jeweiligen Typ passen.

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