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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Machen wir uns doch nichts vor, jeder Mensch hat so seine Probleme. In vielen Fällen sind Probleme einfach unvermeidbar. Es ist in Ordnung, dass wir so unsere Problemchen haben – schließlich sind wir Menschen. Man kann immer wohl durchdachte Entscheidung treffen und trotzdem vor Probleme gestellt werden.

Worauf es wirklich ankommt ist, wie wir die Probleme erkennen, sie interpretieren und auf sie reagieren. Es ist eben wie vieles im Leben Ansichtssache. Für die einen sind Probleme unüberwindbare Hürden, doch für andere sind sie Herausforderungen mit denen sie wachsen können um ein besserer Menschen zu werden. Es ist fast schon zum Lachen wie kurzsichtig und unkreativ manche Menschen werden können, wenn sie auf diese scheinbar unmöglichen, unvorstellbaren Situationen und Probleme blicken.

Hier sind 5 Möglichkeiten, Gedankengänge, oder sagen wir Methoden, die du nutzen kannst, um deine sogenannten „Probleme“ in alles andere als eben das zu verwandeln:

1. Alles im Leben ist nur vorrübergehend
Vorübergehende Beziehungen, Gefühle, Jobs, Reichtum oder eben Schulden usw. nehmen einen großen Anteil an Zeit in unserem Alltag ein. Sehen wir uns einmal jemanden an, der gerade seinen Arbeitsplatz verloren hat. Es ist normal, wenn diese Person aufgebracht ist oder sogar am Boden zerstört, und natürlich ist es frustrierend seine primäre Einkommensquelle zu verlieren. Natürlich hat man allen Grund aufgebracht zu sein und sich selbst ein bisschen leid zu tun. Man könnte herumsitzen und daran denken, wie großartig doch die Freundschaften in der Arbeit waren oder an andere ähnliche Dinge, die das eigene Leid richtig entfachen. Wenn du jedoch dieses Denken beibehältst, wird sich dein mentaler Zustand immer weiter verschlechtern. Also distanziere dich lieber von diesen negativen Gedanken aus der Vergangenheit und konzentriere dich lieber auf eine positive Einstellung für die Zukunft.

Anders betrachtet: Wolltest du diesen Job wirklich bis an dein Lebensende ausüben? Warum baust du nicht mehr Zuversicht auf und glaubst endlich daran, dass du für einen besser bezahlten Beruf qualifiziert bist? Wer sagt, dass du nicht dein eigenes Unternehmen starten kannst? Die Basis für Wachstum und Leben ist Erfahrung – ein neuer Arbeitsplatz oder der Schritt in die Selbständigkeit könnte das Beste sein, was dir je passiert ist.

2. Deine Probleme sind für die Welt nichts Neues
Man ist ihnen irgendwann in der Vergangenheit schon einmal begegnet, man hat sich mit ihnen befasst und hat sie in Angriff genommen. Viele Menschen denken, ihr Problem wäre einzigartig. Sie denken, niemand sonst wäre jemals schon einmal vor diesem Problem gestanden. Sie denken, ihre Situation wäre für die Welt etwas ganz Neues und dass es da draußen keine Antworten für sie gibt. Wenn du so einem Menschen helfen willst, wird er dir wahrscheinlich sagen, dass du seine Lage einfach nicht verstehen kannst.

Nun, glücklicherweise wurden diese Probleme alle schon millionenmal in Angriff genommen von verschiedenen Menschen, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher sozialen Schichten etc.

Anders betrachtet: Anstatt zu denken, dass nur du allein die Schwierigkeit deiner Lage verstehen kannst, solltest du lieber ein paar Dinge verstehen. Dein Problem wurde schon zuvor einmal von Menschen mit demselben Problem erkannt und gelöst. Es gibt Millionen von Menschen auf der Welt und z.B. durch das Internet, soziale Netzwerke und dem Willen der Menschen, ihre Erfahrungen zu teilen, ist es so einfach Menschen mit dem selben Problem und Antworten zu finden. Habe keine Angst davor mit „fremden“ Menschen in kontakt zu treten. Leute die es aus eigener Hand aus schwierigen Situationen geschafft haben, reden gerne über ihren Erfolg.

3. Zügle deine Fantasie
Wie groß ist dein Problem wirklich und wie viel davon existiert nur in deiner Kopf? Wahrscheinlich sind mehr als 90 % des vermeintlichen Problems nur deiner Fantasie entsprungen. Unsere Fantasie ist eine faszinierende Waffe, leider neigen wir dazu, uns von ihr überwältigen zu lassen. Wir ziehen uns mit unseren Problemen in unsere eigene kleine Welt zurück. Wow … verrückt wie weit wir uns dank unserer Fantasie von der Realität entfernen können.

Anders betrachtet: Anstatt deine Energie daran zu verschwenden, mit deiner „was wäre wenn“ Fantasie deine Probleme zu nähren, solltest du diese Energie nutzen um deine Gefühle und Gedanken mit jemandem zu teilen, dem du vertraust, und der dir eine neue Perspektive zu deinem Problem bieten kann. Die Distanzierung von den Auswucherungen deiner Fantasie lässt die Probleme akzeptabler und lösbarer erscheinen.

4. Erkenne was du hast und sei dankbar dafür
In Momenten, in denen wir die „richtige“ Perspektive verlieren, neigen wir auch dazu, all das Positive in unserem Leben zu vergessen. In Momenten, in denen ich mich von meinen Gedanken und einer Situation übermannen ließ, war es sehr hilfreich, einen Schritt zurückzutreten und mich von dem Problem zu distanzieren. So war es mir möglich, alles wieder in die richtige Perspektive rücken zu können. Du wirst überrascht sein, wie schnell sich deine Perspektive verändert, wenn du dir selbst erlaubst, all die Fähigkeiten, Gesundheit, Familie, Freunde oder Möglichkeiten, die du hast, zu erkennen und dabei das gegenwärtige Problem, von dem du dich beherrschen hast lassen, aus deinen Gedanken verdrängst.

Du hast dich davon überzeugt, dass du nicht glücklich bist .. ok .. jetzt musst du dich wieder an all das Glück erinnern, das du in Wahrheit hast.

Anders betrachtet: Wenn in deinem Leben eine unerwünschte Situation entsteht, darfst du nicht in Panik ausbrechen und dich von ihr überwältigen lassen. Tu was nötig ist, um dich gedanklich von ihr zu distanzieren – rede mit echten und positiv eingestellten Freunden, mach einen Ausflug, geh Tanzen, lies ein bisschen, was immer dir als Ablenkung dient – und dann nimm dir die Zeit alles aufzuschreiben, wofür du dankbar bist. Sei dankbar dafür, dass du gehen kannst, atmen kannst, Freunde hast, ein Kind hast, einen Partner der dich liebt, ein neuer Lebensabschnitt auf dich wartet, usw. Es wird dich wundern, wie schnell du dich in deiner derzeitigen Lage besser fühlst.

5. Die größere Realität
Auch während du dich damit abmühst, das Problem zu akzeptieren oder in einem Zustand der Verleugnung bist, weil etwas Schreckliches in deinem Leben passiert ist, existiert immer noch eine größere Realität. Dein Problem ist nur eine kleine Unregelmäßigkeit im großen Gesamtbild des Lebens und vergiss nicht, es ist auf jeden Fall nur vorrübergehend.

Ein gutes Beispiel ist diese Geschichte, die ich vor kurzem auf www.welt.de gelesen habe:

„Wolfgang Genutis aus Hamburg lebte seit der Umsetzung von Hartz IV ein Jahr von einem Regelsatz von 346 Euro pro Monat. Arbeitslos war er schon 1995 geworden. Doch seine Geschichte ist eine Erfolgsstory, die Betroffenen Mut machen sollte.

Genauso unverschuldet wie überraschend fing alles an. Genutis war 1995 als Ingenieur im Kraftwerksbau tätig. Die Firma wurde aufgekauft und letztlich aufgelöst. Wie viele andere Kollegen stand auch er plötzlich auf der Straße. 42 Jahre alt war er zu dem Zeitpunkt. Alt sei das noch nicht, das könnte daher kein Makel sein, dachte er. „Ich sagte zu mir: Du bist Ingenieur, hast eine gute Ausbildung, da wirst du relativ schnell wieder etwas finden“.

Er täuschte sich. 200 bis 300 Bewerbungen, so schätzt er, habe er damals geschrieben. Irgendwann hätte er zu zählen aufgehört. Schwierig sei es 2001 geworden. „In dem Jahr gab es fünf Millionen Arbeitslose. Da habe ich erstmals gedacht, dass ich keinen Job mehr finden würde“, erinnert sich der geschiedene und alleinstehende Hamburger. Wichtig sei in der Phase vor allem die Psyche gewesen. „Ich habe immer den Kopf hochgehalten, das Ego war immer noch da. Die Familie hat mir sehr geholfen, auch viele Freunde. Gut, einige Verbindungen sind kaputtgegangen, aber die wahren Freunde waren immer für mich da“, sagt er.

Die Hoffnung auf Besserung hatte er sich bewahrt. Er wollte das Glück erzwingen. „Ich habe mich immer weitergebildet, habe unter anderem den Technischen Betriebswirt angeschlossen, einen SAP-Kursus absolviert und mein Englisch aufgefrischt. Es war schon etwas komisch. Ich habe mich gelangweilt, aber durch die vielen Weiterbildungsmaßnahmen dann doch wieder nicht.“ Die Beharrlichkeit machte sich ab Mitte 2005 – nach mehr als einem Jahrzehnt der Dauerarbeitslosigkeit – bezahlt. Zunächst arbeitete er als Ein-Euro-Jobber in der Verwaltung beim Eimsbütteler TV. Dank der Unterstützung des Hamburger Sportbundes und der Arbeitsinitiative „45 plus“ kam er zum Hamburger Handballverband. Auch dort arbeitete er in der Verwaltung. Genutis bewährte sich. Zum 1. Januar 2007 wurde sein Vertrag entfristet. „Es gefällt mir in meinem neuen Beruf sehr gut. Das Lebensgefühl hat sich verbessert, keine Frage. Es ist schon ein Glücksgefühl, dass ich einen festen Job erhalten habe.“

Die Einführung von Hartz IV und das karge Leben mit 346 Euro im Monat habe er stark zu spüren bekommen, erinnert Genutis. „Der Druck ist zu groß, da trifft es einige Falsche.“ Enorm wichtig sei es für ihn gewesen, „immer am Ball zu bleiben. Man muss sich Wissen aneignen und versuchen, den Kopf aufrecht zu halten. Auch wenn das schwer ist“, sagt Genutis. Und man müsse, wenn man am Boden sei, immer wieder aufstehen. Die Frage, wie häufig er im Laufe der Dauerarbeitslosigkeit wieder aufgestanden ist, beantwortet Wolfgang Genutis mit einem Lächeln. „Ich bin jeden Morgen wieder aufgestanden.“ (Quelle: www.welt.de)

Tja .. eine Geschichte über jemanden dem es im Leben nicht so gut geht und der eine andere Vorgeschichte hat, kann einem die Augen öffnen.

Anders betrachtet: Du kannst von den Geschichten anderer und den Herausforderungen, die sie bewältigen mussten, viel lernen. Wenn man bedenkt, wie groß das Potential der meisten Menschen bezüglich der Bewältigung von Schwierigkeiten und dem inneren Wachstum ist, fällt das Eigenlob dabei viel zu gering aus. Es gibt Millionen an wunderbaren Geschichten von Menschen, die unvorstellbare Situationen überstanden haben. Ist deine Lage wirklich aussichtslos? Im großen Gesamtbild des Lebens und in dieser Welt – ist es wirklich so eine große Sache? Die größere Realität kennen zu lernen, vereinfacht das Finden der richtigen Perspektive enorm.

Und wie ist das bei dir? Vielleicht kannst auch du eine Geschichte mit uns teilen?

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4 Kommentare

  1. Hey ihr,

    Danke für den tollen Artikel! bin gerade drübergestossen und kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass Probleme und Ängste fast immer im Kopf entstehen und meist größer sind, als sie tatsächlich sind.

    Best wishes,
    Chris

  2. Das mit dem Perspektiven ändern, scheint gerade Mode zu sein. Das liest man ja gerade bei jedem 2ten Artikel über Persönlichkeitsentwicklung oder Problemlösung …

  3. Im Leben bist du ständig mit Wahlmöglichkeiten konfrontiert. Du kannst wählen, ob du die Sicht des Pessimisten einnehmen und ein sinnloses Leben verbringen willst, oder du kannst dich für den Weg des Optimisten entscheiden und ein erfülltes Leben voller Herausforderungen aufnehmen.

    Also, warum sollte man eine optimistische Perspektive wählen? Und warum jetzt?

    Nun, Optimismus ist verbunden mit guter Laune und guter Moral; mit akademischem, sportlichem, militärischem, beruflichem und politischem Erfolg; mit Beliebtheit, mit guter Gesundheit und sogar mit langem Leben und Freisein von Schock und Trauma.

    Andererseits war der Zahlen der Depressionen und des Pessimismus nie höher. Es befällt Erwachsene in den mittleren Jahren genauso wie jüngere Menschen. Das Mindestalter des Ausbruchs ist von 30 auf 15 Jahre heruntergegangen. Es ist nicht länger eine Funktionsstörung bei Hausfrauen im mittleren Alter, sondern genauso bei Teenagern.

  4. Probleme nicht einfach verdrängen, sondern sich trauen Lösungen zu finden. Das ist auch unser Motto. Auf ganz verschiedenen Wegen, bei unterschiedlichen Fragen. Aber immer Hand in Hand.

    Gratulation zu diesem wertvollen und umfangreichen Artikel. Wir werden ihn auf jeden Fall auch unseren „Hilfesuchenden“ weiterleiten.

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