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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Es gibt diese unvermeidlichen Situationen im Leben, in denen man die knallharte Wahrheit aussprechen muss. Selbst Profis, wie Ärzten, fehlt oft die Fähigkeit, die Wahrheit richtig zu transportieren. Oft platzen sie mit der Wahrheit einfach heraus, sind harsch, sprechen kalt und abgehoben, was bei Patienten ein Gefühl der Strandung im Tal der Schmerzen hinterlässt.

Um diese traurigen Szenarien zu beenden hat Dr. Mack Lipkin Jr. einen Kurs für die New York University School of Medicine vorbereitet, der zukünftigen Ärzten beim Transportieren von rauen Botschaften behilflich sein soll. Ich habe mir den Inhalt dieses Seminars durchgelesen und ihn auf deutsch für die HaFAWo-Leser zusammengefasst.

Behaltet es im Gedächtnis, wenn das Unvermeidliche auf euch zukommt. Eines Tages wirst auch du eine schlechte Nachricht und die unverschönerbare Wahrheiten mitteilen müssen:

1. Zu allererst solltest du einen ruhigen, privaten Platz für das Gespräch finden.

2. Sprich zuerst eine Warnung aus, dass du leider schlechte Nachrichten hast. Lass das die andere Person erst einmal aufnehmen, bevor du mit der Wahrheit rausrückst.

3. Versuche „Ich weiß es leider nicht“ zu vermeiden. Sage stattdessen, „Ich werde es herausfinden“. Gib aber nicht mehr Informationen als in diesem Moment nötig sind, sondern gib ein realistisches Bild der Situation wieder.

4. Nimm an, dass dein Gegenüber keine Ahnung von der Situation hat. Frage immer, „Was wissen Sie über…“. Beispiel: Ein Arzt muss einer Frau beibringen, dass ihr Ehemann eben einen Herzinfarkt erlitten hat. Es scheint, als verstünde sie nicht, warum ihr Mann nicht in der Lage war zu kommunizieren. Eine gute Frage wäre hier: „Was wissen Sie über Infarkte?“

5. Antworte aktiv. Das heißt, Informationen zurückzuhalten, während du jede Reaktion des Gesprächspartners überprüfst. Lerne, dich weiter vorzuarbeiten, wenn der Patient dafür bereit ist. Zuhören, zuhören, zuhören.

6. Schaue ins Innere. Was sind deine eigenen Ängste bezüglich des Verlusts deines Jobs, eine Krankheit zu bekommen oder starke Emotionen aufzubringen?

7. Nimm keinen emotionalen Ausbruch oder eine Wutattacke persönlich. Lerne auch, mit Schweigen umzugehen. Erlaube deinem Gegenüber, mit der Nachricht auf seine Weise umzugehen. Fülle diese Stille nicht zwanghaft mit peinlichen verbalen Ergüssen.

8. Wenn die Nachricht angenommen wurde, drücke deine eigene Bestürzung aus und sei eine Stütze durch Phrasen wie „Ich bin für Sie da“, oder „Es tut mir so Leid, dass ich Ihnen diese Nachricht überbringen muss“.

9. Wenn Tränen rollen, sollst du nicht automatisch ein Taschentusch rausholen. Lass die Tränen laufen und habe auch keine Angst davor, mitzuleiden. Manchmal ist es der größte Trost, wenn jemand ehrlich mitfühlt.

10. Warte nicht zu lange, und tu es einfach. Du kannst das Unvermeidliche nicht vermeiden. Wenn schlechte Nachrichten überbracht werden müssen, mache es lieber früher als zu spät. Verschlimmere es nicht durch Aufschieben.

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