Bitte teile jetzt diesen Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Ich habe schon für viele große Firmen gearbeitet. Sowohl als Angestellter als auch als Berater, und oft habe ich mich gefragt: was macht Führungskräften wirklich Spaß und was unterscheidet sie in ihrer Einstellung zu mir? Klar, sie alle verdienen vielleicht Unsummen von Geld, aber wie wirkt sich das auf ihre Einstellung aus? Ich habe einmal gelesen das der Chef der Deutschen Bank circa 16 Millionen Euro im Jahr verdient. Boah muss dieser Mensch eine menge Spaß haben bei so viel Kohle … oder was denkt ihr?

Ich denke nicht. Warum? Nun, ich lese sehr viele Bücher mit psychologischer Ausrichtung und habe auch schon auf vielen Seminaren langjährige Topmanager kennengelernt. Hier habe ich zu diesem Thema eine andere Sichtweise bekommen.

Bei einem hochkarätig besetzten Seminar saß ich eines Abends mit einem Vorstandsmitglied eines Pharma-Unternehmens beieinander. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und ich habe ihm meine Philosophie von Spaß bei der Arbeit näher gebracht. Auch an diesem Abend hatten wir sehr viel Spaß. Nach ein paar Gläsern Wein sah er mich etwas traurig an und sagte:“ach was würde ich dafür geben, wenn mir die Arbeit noch einmal so viel Spaß machen würde. Das was sie mir erzählen erinnert mich an meine Anfangszeit als junger Manager. Alles war noch so frisch, kein Ziel war zu hoch, keine Anstrengung war zu stark und wir dachten einfach nicht zu viel nach sondern taten Dinge einfach“. Ich war beeindruckt von seiner Ehrlichkeit und kam wieder einmal zu dem Entschluss, dass kein Geld der Welt wahre Freude am Tun ersetzen kann.

Aber was ist echte Freude und wie kann ich diese erkennen bzw. erfahren?

Ich möchte euch dazu eine tolle Geschichte erzählen. Ich lebe in einem Hochtal in den Kitzbüheler Alpen und es war ein schneereicher Sonntag im Februar als wir uns entschlossen eine Skitour zu machen. Wir kehrten bei einer Berghütte ein und hörten dort, dass 2 Personen vermisst werden. Nur 1 Stunde später landete tatsächlich der Hubschrauber der Bergrettung vor unserer Hütten. An Board waren die 2 vermissten Personen und 4 Personen von der örtlichen Bergrettung. Nach einer Weile kamen auch noch viele andere Bergretter zur Hütte, die an der Rettungsmission beteiligt waren. Sie kamen alle zusammen lachten, klatschten sich ab, klopften sich gegenseitig auf die Schulter und jubelten: „Ein Hoch auf unsere Profis. Der Hans und der Andi haben sie gefunden. Wieder einmal. Die 2 finden wirklich jeden“.

Wir saßen vor der Hütte und hatten Gänsehaut. Wie sehr wünschen wir uns in diesem Moment einer von ihnen zu sein. Wenn ich daran denke frage ich mich schon: Heutzutage muss man Topmanager mit tausenden von Euro ködern, damit sie dann vielleicht auch noch ein Unternehmen ruinieren, und hier stehet ein Dutzend freiwilliger Helfer von der Bergrettung die an diesem Sonntag bestimmt etwas Besseres zu tun hätten. Doch sie hatten Spaß und waren erfüllt von echter Freude. Bestimmt mehr als so mancher Spitzenverdiener im Topmanagement.

Warum haben Sie nicht täglich so eine Freude wie diese Bergretter? Ja warum eigentlich nicht. Was hält dich davon ab.

Nichts!

Nichts außer dem Willen und der Einstellung.

Als ich dann am Montag wieder in der Arbeit war, nutzte ich die Führungskräftebesprechung um dieses Erlebnis als positives Beispiel für unseren Betrieb zu nutzen. Ich erzählte meinen Führungskräften was ich auf der Berghütte erlebt habe, und erklärte ihnen, wie viel Freude einen der Job machen muss um freiwillig sein Leben zu riskieren. Deshalb fragte ich meine Mitarbeiter, was für Sie echte Freude im Job bedeutet. Zu Beginn kamen nur leere Phrasen doch mit zunehmender Dauer der Besprechung wurden meine Mitarbeiter immer ehrlicher und es kamen super Erklärungen zum Vorschein. Plötzlich sprang der Funke über und meine Mitarbeiter wurden immer emotionaler bei ihren Beschreibungen.

An diesem Tag dauerte die Besprechung nicht wie gewöhnlich 1 Stunde sondern 3. Dieser Tag änderte alles. Die Begeisterung die diese Besprechung auslöste wurde von den Führungskräften auf alle Mitarbeiter übertragen. Auch sie wurden nun gebeten zu erklären, was wahre Freude bei der Arbeit für sie bedeutet. Das Ergebnis war grandios. Wir hörten unseren Mitarbeitern natürlich aufmerksam zu, denn wir wollten ihnen ja einen Arbeitsplatz bieten, wo sie echten Spaß an der Arbeit erleben können. Die darauf folgenden Wochen, Monate und Jahre waren ausschließlich von Erfolg geprägt. Wir brachen einen Rekord nach dem anderen. Und nicht weil wir Prämien und hohe Bonus Zahlungen aussetzten. Sondern weil wir alles daran Taten, dass wir und unsere Mitarbeiter echte Freude bei der Arbeit erleben durften. All das was uns beflügelt, was uns bestärkt und uns stolz macht. Das was vielleicht dem Sinn unseres Lebens am nächsten kommt. Denn wenn der Sinn des Lebens keinen Spaß mehr macht was dann.

Vergiss nicht. Die echte Freude geht im Alltag oft verloren. Die Routine ist einer ihrer größten Feinde. Dann müssen wir uns auf die Suche machen um den Spaß wieder zu finden. Wenn du zur Arbeit gehst und überhaupt keinen Bock hast, dann bemühe dich die echte Freude wieder zu entdecken. Rede darüber und lass andere darüber reden. Mache z.B. einen: „Ich habe dich erwischt, du hast etwas gut gemacht“ Tag. Das Schönste daran ist, dass wir es selbst in der Hand haben. Wir können uns jederzeit daran erinnern, was uns wirklich echte Freude bereitet. Denn diese steckt in uns und wir müssen sie nur herauslassen. Die Bergretter von denen ich berichtet habe, brauchten für ihren Spaß keine Prämienzahlung. Denn wahre Freude kommt nicht von außen sondern aus uns selbst. Bei der Friseuse ist es der Hang zum Trend, beim Verkäufer der Verkaufsabschluss, beim Barkeeper der Hang zum Showmaster, beim Tischler die Liebe zum schönen Möbel und bei dir?

Solange du das nicht weißt, bist du dazu verurteilt dich mit Geld und anderen oberflächlichen Dingen zufrieden geben zu müssen. Schlussendlich wirst du aber erfahren, dass dich materielle Dinge nie wirklich langfristig befriedigen können. Zufrieden ist man erst, wenn man entdeckt was einem Tief im Herzen die echte, unverfälschte Freude bringen kann.

Sie, die Freude, die stärkste Kraft von Allen.

„Eine Arbeit darf niemals nur ein Broterwerb sein. Ohne Enthusiasmus bei der Arbeit geht ein drittel deines Lebens verloren.“ (Ingvar Kamprad, IKEA Gründer)

Newsletter

Die beliebtesten und aktuellsten Beiträge kannst du ab sofort monatlich erhalten, indem du anschließend ganz einfach unseren Newsletter abonnierst.


Bitte teile jetzt diesen Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Kommentieren Sie den Artikel