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Ein kluger Kopf meinte einst, Kreativität sei die Fähigkeit, unzusammenhängend erscheinende Elemente zu einer einheitlichen neuen Vorstellung zu verbinden.

Anders gesehen ist Kreativität das Gegenteil von Imitation. Wenn man mit der Notwendigkeit der Lösung einer Aufgabe oder eines Problems konfrontiert ist, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten des Vorgehens, und man sollte auch in dieser Reihenfolge an die Lösung herangehen:

1. Man versucht festzustellen, wie andere gleiche oder ähnliche Aufgaben bzw. Probleme schon gelöst haben, und probiert dann, ob und wie sich die dabei gewonnenen Erkenntnisse unverändert oder entsprechend abgewandelt auf die Lösung der eigenen Aufgabe (des eigenen Problems), anwenden lassen, d.h. man imitiert bereits vorhandene Lösungen.

2. Wenn Möglichkeit 1 zu keinen befriedigenden Ergebnis führt, muss man sich selbst etwas ausdenken, „einfallen“ lassen, auf das andere auf Grund des eigenen Wissensstandes bisher noch nicht gekommen sind. Gelingt dies, dann war man kreativ, und wenn einem das immer wieder gelingt, dann ist man ein kreativer Mensch.

Trotzdem sind die Ergebnisse kreativen Denkens und (wenn sie nachhaltig erfolgreich realisiert wurden) Innovationen immer auch „nur“ neuartige Kombinationen von an und für sich bereits Bekanntem. Das Erkennen und Herstellen solcher neuartigen Verbindungen macht allerdings Schwierigkeiten, und die Fähigkeit dazu ist ein wesentliches Merkmal von kreativen Menschen.

Die 8 größten Irrtümer in der Geschichte der Kreativität

Seit Jahren hört man immer wieder völlig unsinnige Sachen, wenn Leute über Kreativität sprechen. Das schlimme daran ist, dass viele dieser Aussagen regelrecht schädlich für den kreativen Prozess sind. Darum wird es endlich Zeit, mit diesen Mythen aufzuräumen. Hier ein paar der weitverbreitesten Lügen oder nennen wir sie Irrtümer:

1. Ich kann nicht kreativ sein

Völliger Schwachsinn. Natürlich ist jeder Mensch kreativ, nur der Eine von Natur aus eben mehr als der Andere. Wir sind keine Papageien, welche nur Dinge nachsagen können. Leider lässt der Drang zur Kreativität im Alter nach, da wir uns immer mehr unseren Gewohnheiten hingeben.

2. So eine blöde Idee

Die Menschen sagen das viel zu oft zu Freunden, Bekannt oder sogar zu sich selbst. Tatsächlich ist das einer der gravierendsten Gründe, warum sich so mancher für unkreativ hält. Man zensiert dadurch seine Ideen und blockt von vorne herein jede Möglichkeit zur Kreativität ab. Frage dich lieber, wie du diese „dumme“ Idee realisieren kannst.

3. Kreative Menschen haben ständig bahnbrechende Ideen

Blödsinn! Kreative Menschen bemühen sich ständig um neue Ideen. Ohne diese zu bewerten, teilen sie diese Ideen mit anderen Menschen (welche ihnen meist sagen, dass diese blöd sind). Wodurch sich aber ein richtig kreativer Mensch nicht abschrecken lässt. Aber nur wenige dieser Ideen sind wirklich großartig oder bahnbrechend. Die Meisten sind gut oder sogar nur mittelmäßig. Ein kleiner Teil ist oft wirklich nicht zu gebrauchen. Nach einer gewissen Zeit bleiben uns aber meist nur die grandiosen Ideen in Erinnerung.

4. Konstruktive Kritik hilft Menschen dabei, ihre Ideen zu verbessern

Vermutlich die größte Kreativitätslüge aller Zeiten. Kritik, ob nun konstruktiv oder destruktiv, unterdrückt den kreativen Denkprozess oder erstickt ihn sogar manchmal schon im Ansatz. Ab und zu führt es sogar so weit, dass Leute ihre Ideen lieber für sich behält, da sie Kritik fürchten. Frische Ideen sind meistens schwach und zerbrechlich. Sie brauchen Unterstützung und „Nahrung“, aber auf keinen Fall Kritik. Besser ist, man hilft die Idee auszubauen. Stelle viele Fragen, um viele neue Ansätze zu gewinnen.

5. Die besten Ideen einer Firma, kommen von der Marketingabteilung

Stimmt nicht. Wenn nur die Leute einer Abteilung nach Ideen suchen, kommen meistens die selben Vorschläge wie bei der letzten Kampagne und der davor. Die kreativsten Ergebnisse erhält man, wenn man die unterschiedlichsten Abteilungen zusammenführt. Mache also ein Brainstorming mit je einer Person aus dem Verkauf, Lager, Management, Personalabteilung, EDV, Kundenberatung etc.. Die Vielfalt an Erfahrungen dieser verschiedenen Abteilungen führt zu einer großen Vielfalt von neuen Ideen und kreativen Ansätzen.

6. Super Idee. Das machen wir sofort. Nächster Vorschlag

Super Ideen aufschreiben, JA! Diese sofort umsetzen, NEIN! Leider haben wir die schlechte Angewohnheit, die erst beste Idee sofort realisieren zu wollen. Leider gibt man dadurch vielen anderen Ideen keine Chance, geboren zu werden. Darüber hinaus könnten aus guten Ideen oft grandiose Ideen werden, wenn man länger daran arbeitet. Nimm eine super Idee also nicht als fertig hin. Sie sollte viel mehr als erste Schritt in einem kreativen Prozess gesehen werden.

Zum Thema:  Trau dich - 9 Punkte die zeigen, warum "lästig sein" erfolgreich macht

7. Wenn etwas nicht kaputt ist, muss es auch nicht repariert werden

Ich war immer schon einer dieser Menschen, die sich ständig Gedanken gemacht und nach neuen Ideen gesucht haben. Auch über Dinge die auf den ersten Blick einwandfrei zu sein scheinen. Dafür habe ich in meinem Leben schon oft Kritik einstecken müssen. Leider! Viele Menschen sind der Ansicht, wenn etwas funktioniert (egal ob das eine Maschine, ein Prozess oder eine Methode ist), braucht man es auch nicht zu verändern. Hauptsache es läuft. Zum Glück haben Sir Frank Whittle und Dr. Hans von Ohain anders gedacht, denn sonst würden wir immer noch in Propellerflugzeugen herumfliegen. Sie haben nämlich in Zeiten wo Flugzeuge mit Propellerantrieb perfekt funktionierten, an der Entwicklung des Düsentriebwerkes gearbeitet, und mussten dabei viel Spott über sich ergehen lassen.

8. Ich brauche keinen Notizblock. Ich habe ein super Gedächtnis

Einfach nur arrogant, oder wie wir in Österreich sagen: präpotent. Wenn wir durch etwas inspiriert werden, ist das oft völlig überraschend und steht in keinem Zusammenhang damit was wir gerade tun oder noch vor haben. Stellen sie sich vor, sie sehen beim Frühstück aus dem Fenster und ein Wolkenbild bringt sie plötzlich auf eine völlig geniale Idee. Schreiben diese aber nicht auf. So! Nun müssen sie die Kinder zur Schule bringen, dann ab in die Arbeit, dort haben sie wieder einmal Dauerstress, dann abends nach Hause, Stau im Verkehr, am Abend dann endlich zu Hause. Und jetzt wollen sie mir erklären, dass sie noch genau wissen, was sie sich bei dem kreativen Wolkenbild heute früh gedacht haben?

Dadurch wird deine Kreativität gehemmt

  • Konformismus: Der Wunsch, mit anerkannten Meinungen und Verhaltensweisen übereinzustimmen
  • Hang zu vorschnellen Urteilen
  • Neigung zu Routine
  • Versäumnis, (scheinbar) Offenbares zu überprüfen
  • Mangelnde Fähigkeit, zwischen Ursachen und Wirkung zu unterscheiden
  • Fehlende Bereitschaft, immer wieder zu zweifeln und zu fragen
  • Mangel an echter Hingabe an einer Sache
  • Meinung, Phantasie sei kindisch und / oder nutzlos
  • Zu starke Problemeinengung
  • Angst, eigene Ideen könnten „gestohlen“ werden
  • Keine Risikobereitschaft
  • Zeitdruck
  • Perfektionismus
  • Arroganz
  • Angst, Grenzen zu überschreiten
  • kulturelle Einengung
  • gesellschaftliche Unterdrückung

Die typische Eigenschaften kreativer Menschen

  • Lebensalter meist unter 45 Jahren (Menschen darüber werden auf Grund unreflektierter Erfahrungen oft kritisch-analytisch)
  • Geschick in administrativen Dingen (Administrative Fähigkeiten lassen auf ein verallgemeinerndes und damit neue Kombinationen förderndes Denken schließen)
  • Risikobereitschaft, auch in menschlichen Beziehungen
  • Vielseitige Ausbildung und Tätigkeiten (Dadurch erhöht sich u. a. der für den kreativen Prozess sehr wesentliche Erfahrungs- und aktive Wortschatz)
  • Bildliche Sprechweise (Sie ist ein Hinweis auf die im kreativen Prozess wichtige Fähigkeit des Denkens in Analogien)
  • Hartnäckigkeit bei der Verfolgung von Projekten und bei der Hinnahme von Rückschlägen (Frustrationstoleranz)
  • Ständiges streben nach Unabhängigkeit
  • Sie nehmen gerne Informationen auf, haben vielfältige Interessen und können sich ausdauernd konzentrieren
  • Sie haben ästhetische Ansprüche und sind empfindsam.
  • Kreative Menschen sind für sich kreativer als in der Gruppe
  • Können besser abschalten
  • Flüssigkeit und Flexibilität im Denken
  • Intellektuelle Wissbegierde (wollen einer Sache auf den Grund gehen)
  • Hohes Selbstbewusstsein (zweifeln selten an sich selbst und der Idee)
  • Fähigkeit und Bereitschaft, hart zu arbeiten

Möglichkeiten seine eigene Kreativität anzukurbeln

  • Wenn dir absolut nichts zu einem Thema einfällt, nimm ein Wörterbuch oder ein Lexikon zur Hand, und wende die Random-Input-Technik an. Die hilft immer!
  • Mache öfter mal einen Spaziergang oder einen lockeren Lauf (frische Luft und ein Wechsel der Atmosphäre tun Körper und Seele immer gut)
  • Sei neugierig und hinterfrage alles im Leben!
  • Schränke das Fernsehen ein und lese mehr
  • Sich in die Situationen Anderer versetzen (Damit trainiert man die Fähigkeit, den Standpunkt der Betrachtung zu verändern.)
  • Immer wieder über Neuheiten informieren (Neuheiten sind das Ergebnis von Kreativität)
  • Gehirnjogging (Der Mensch altert schneller und wird weniger kreativ, wenn er nicht mehr lernt.)

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