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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Kennst du das? Du bestellst vier T-Shirts und schickst drei davon wieder zurück – das Porto zahlt ja der Händler. Was im E-Commerce bisher gängige Praxis war, ändert sich mit der Vereinheitlichung des europäischen Verbraucherrechts nun grundlegend. Seit dem 13. Juni 2014 sind Online-Shops nicht mehr verpflichtet die Versandkosten von Warenrücksendungen zu übernehmen. Wer online bestellt und intakte Produkte zurückschickt, muss das Porto künftig selber zahlen.

Es war so einfach: Ohne lange nachzudenken, hast du bestellt, was du wolltest. Ein Klick aufs Produkt, und es lag im Warenkorb. Drei Tage später stand der Postbote vor der Tür. Ausgepackt und anprobiert – was nicht mehr gefiel, ging zurück an den Händler, kostenlos natürlich. Doch damit könnte nun Schluss sein. Europa wird vereinheitlicht, und damit auch das europäische Verbraucherrecht. Eine grundlegende Änderung trifft nun die Widerrufsregelung beim Erwerb von Waren im Fernabsatz. Gemeint sind Online-Shopping, Katalogbestellungen und der Verkauf über Shopping-Kanäle im TV.

Dem neuen Gesetz zufolge verkürzt sich die Widerrufsfrist von 30 auf 14 Tage. Anders als zuvor ist es Händlern künftig freigestellt, ob sie die Kosten für eine Rücksendung einwandfreier Ware übernehmen oder diese auf den Kunden abwälzen. Eine Kostenübernahme des Portos ist künftig nur noch bei fehlerhaften Produkten vorgeschrieben. Zudem muss der Widerruf ab sofort explizit erklärt werden. Eine Begründung, warum ein Produkt zurückgesendet wird, ist jedoch nach wie vor nicht nötig. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) empfiehlt, die Widerrufserklärung schriftlich dem Paket beizulegen oder per E-Mail an den Händler zu senden. Dem Gesetz zufolge reicht ein Widerruf via Telefon. Dieser lässt sich im Falle eines Rechtsstreits jedoch schlecht belegen.

Neue Regeln, neue Chancen?

Als gute Nachricht wird die Neuregelung des Widerrufsrechts hingegen von kleineren Unternehmen und semiprofessionellen Online-Händlern angesehen. Neben den Branchen-Riesen Amazon, Zalando und Co. finden Kunden im Internet eine Vielzahl kleiner Versender, die mühsam versuchen, sich den Platzhirschen gegenüber zu behaupten. Dank professioneller und unkompliziert bedienbarer Systeme ist die technische Hürde zum eigenen Online-Versandhandel in den letzten Jahren stetig gesunken.

Zahlreiche neue Wettbewerber drängen auf den Markt. Diese kaufen in der Regel jedoch sehr viel teurer ein als die Großen. Das Preisniveau zu halten ist für kleine Online-Unternehmen also ein alltäglicher Kampf. Marketingstrategien à la Zalando mit kostenlosem Versand und großzügigen Rückgaberegelungen können sich diese Händler nicht leisten. So wird die Neuregelung des Widerrufrechst gerade von kleinen Onlineshops als Entlastung gesehen. Ob sie wettbewerbsfördernd wirken wird, kann und wird nur die Zukunft zeigen.

Viele der großen Online-Versandhändler haben bereits angekündigt, das Porto für Retouren nicht auf die Kunden abwälzen zu wollen. Somit wird die Gratis-Rücksendung künftig vermutlich noch stärker zum Wettbewerbsvorteil der Marktführer. Den Nachteil haben kleinere Händler, die nicht mitziehen wollen oder können. Denn gerade bei Waren aus der Produktsparte Bekleidung oder Schuhe werden sich die Kunden auf Geschäftsmodelle mit kostenpflichtigen Retouren voraussichtlich nicht einlassen. Weitere Fragen zur Neureglung des Widerrufrechts und zum Online-Kauf allgemein beantwortet dir die Stiftung Warentest.

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