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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Calvin Klein, H&M oder C&A tun es schon länger: Sie entwerfen Mode für Frauen jenseits klassischer Modelmaße. Und dem stetig wachsenden Markt und Bedarf an Kleidung in Übergrößen wird seit Anfang Oktober auch in der TV-Show „Curvy Models“ Tribut gezollt. Sie soll ein Zeichen gegen den Magerwahn in der Gesellschaft setzen. Aber was ist dran an dem neuen Trend zu kurvigeren Models?

Mit der Sendung „Curvy Supermodels“ hat es ein Casting-Wettbewerb für Frauen mit Rundungen ins Privatfernsehen geschafft. „Ob schlank oder kurvig: Jede Frau ist schön!“ – so verkündet der der Privatsender RTL II im Slogan zur TV-Show. Es gibt jedoch bereits kritische Stimmen zur Sendung: Im Wesentlichen unterscheide sich das TV-Spektakel kaum von Formaten wie „Austrias Next Topmodel“, da nur die durchtrainierten Molligen weiterkämen. Österreich und Deutschland scheinen hier also noch Nachholbedarf zu haben. Bei „America’s Next Top Model“ bspw. mischten sich hingegen in den vergangenen Staffeln Plus-Sizelerinnen bereits ganz selbstverständlich einfach zwischen die unter- bis normalgewichtigen Modelanwärterinnen. Ein paar Positiv-Beispiele gibt es also.

Model-Shows wollen Zeichen gegen Bodyshaming setzen

Es muss nicht immer Size-Zero sein. Dass Models auch mit Sanduhrfigur und weiblichen Kurven die Modewelt begeistern können, beweisen erfolgreiche Frauen wie das international bekannte Model Ashley Graham und Julia Holzknecht, die aktuelle Miss Plus Size in Österreich. Die Miss-Plus-Size-Wahl in Österreich, die von Ulla Popken und der WorldModel Agency präsentiert wird, gibt es erst seit knapp 2 Jahren. Die Macher setzen sich zum Ziel, das Selbstbewusstsein und den Status von übergewichtigen Frauen in Österreich zu verbessern. Niemand soll sich mehr für weibliche Rundungen schämen müssen, sondern sich trotzdem attraktiv und begehrenswert fühlen können. Durch die Show sollen sich noch mehr mollige Frauen wahrgenommen fühlen und lernen, zu ihrem Äußeren zu stehen. Die Vorbereitungen für die Wahl der Miss Plus Size in Österreich laufen bereits: Bewerben können sich modeinteressierte Frauen direkt über ein Online-Formular. Es ist zu hoffen, dass die neueren TV-Shows die Sehgewohnheiten so verändern, dass zunehmend auch solche Menschen in Film und Fernsehen akzeptiert werden, die nicht gertenschlank sind.

Größere Größen – größere Auswahl beim Shoppen?

Aus dem gegenwärtigen Trend zu schlussfolgern, dass kurvige Frauen es nun auch im Alltag leichter haben, schöne Kleidung in ihrer Größe zu finden, wäre jedoch etwas voreilig. Zwar haben auch Modehäuser wie H&M, C&A und sogar die Modekette Mango, die für ihre engen Schnitte bekannt ist, lägst eine eigene Abteilung für Mollige. Doch nur die großen Filialen führen die neuesten Stücke wirklich in jeder Konfektionsgröße – zudem sind große Größen lediglich in geringer Stückzahl verfügbar und schnell vergriffen, wie diese Bloggerin berichtet. Der spanische Einzelhändler Mango zog mit seiner Plus-Size-Kollektion „Violeta“ sogar einen Sturm der Empörung auf sich, indem er schon eine 40 als Übergröße deklarierte. Darauf folgte eine Petition, deren Unterzeichner sich vehement gegen die Vermittlung eines falschen Körperideals aussprachen.

Weitere Kritikpunkte: Die Kollektion sei zu schlicht und müsse erweitert werden, um besser auf die Bedürfnisse kurvenreicher Frauen eingehen zu können. Viele trendbewusste Vollschlanke entscheiden sich aus diesem Grund nach wie vor dafür, ihre Kleider in bewährten Fachgeschäften einzukaufen statt bei den berühmten Modeläden. Denn um sich schön zu fühlen, braucht es schließlich oft gar keine TV-Show, sondern nur ein neues Lieblingsstück.

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