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Wie viel Zeit deines Lebens verbringst du mit Arbeit? Ist dein Leben Arbeit? Wir alle haben schon einmal davon gehört, dass das ausgewogene Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben wichtig für Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden ist, aber was genau bedeutet das und wie erreicht man es?

Von Ausgewogenheit spricht man dann, wenn alle Teile (Bereiche) unseres Gemeinwesens zueinander ausgerichtet und in unserem täglichen Leben integriert sind. Von meinen Erfahrungen als Führungskraft, Trainer und Journalist hab ich den Schluss gezogen, dass eine ordentliche Work-Life-Balance aus sechs Teilbereichen besteht: den intellektuellen, emotionalen, körperlichen, spirituellen, sozialen und kreativen. Jeder Aspekt trägt etwas Einzigartiges zu unserem Leben bei. Anders gesagt, sind wir komplexe, multi-dimensionale Geschöpfe, und das Erreichen unseres vollen Potentials erfordert die Ordnung und Erfüllung all dieser Teilebereiche.

Bis auf ein paar Genies, sind alle Menschen in bestimmten Bereichen gut bis sehr gut, in einigen mittelmäßig und den einen oder anderen Bereich vernachlässigen sie total. Wenn du das richtige Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben finden willst, musst du berücksichtigen, dass alle Teile in einer Wechselbeziehung zu einander stehen. Deine körperliche Gesundheit beeinflusst dein emotionales Wohlbefinden. Wenn du dich nicht mit etwas Größerem verbunden fühlst, fehlt es dir vielleicht an kreativer Inspiration.

Wenn du auf Ausgewogenheit und Wohlbefinden abzielst, müssen für einen optimalen Erfolg, alle Bereiche angesprochen werden.

Als Trainer habe ich gelernt, dass alleine das Erkennen eines vernachlässigten Bereiches schon genügt. Welchen Teil deines Wesens du also vernachlässigst; hier gehört Sprichwörtlich „der Hebel angesetzt“!

Hier sind nun einige Tipps.  Sollte also ein Bereichs deines „Ganzen“ vernachlässigt worden sein, mache folgendes um wieder ins Gleichgewicht zu kommen:

Körperlich

  • Berühr deine Zehen. Morgens und abends. Wenn du dich wirklich ehrgeizig fühlst, streck dich zuerst ganz weit nach oben und beuge dich dann runter, um deine Zehen zu berühren.
  • Benutze öfter wieder mal die Treppe.
  • Gehe so oft wie möglich an die frische Luft und sammle Sonnenstrahlen.
  • Lass dich monatlich massieren.
  • Du betreibst keinen Sport? Kein Problem. Fang an, dass du einmal die Woche spazieren gehst.
  • Beschäftige dich mit „Nordic Walking“. Das ist einfach und effektiv.
  • Geh tanzen anstatt im Kino oder vor dem Fernseher zu sitzen.
  • Trink Wasser – mindestens 1 Liter pro Tag (Ideal wären 2 Liter).
  • Bewusstes Atmen: Hol 5 Mal lange, langsam und tief Luft; du musst den Atemzug in deinen Zehen fühlen können.

Intellektuell

  • Sieh dir einen GUTEN und ANSPRUCHSVOLLEN Film an.
  • Lies etwas anderes als Liebesromane, Autozeitschriften, Tratschblätter oder Modemagazine.
  • Lerne mehrere Wörter in einer anderen Sprache.
  • Betreibe Gehirnjogging (Gedächtnistraining).
  • Beginne selbst zu schreiben: kleine Gedichte, einen Brief oder vielleicht sogar einen Kurzroman.
  • Beschäftige dich mit der Kunst des „positiven Denkens
  • Beschäftige dich mit einem völlig neuen Hobby.
  • Meditiere. Befreie deinen Geist.

Emotional

  • Führe ein Tagebuch – schaffe es, deine Gedanken auf Papier zu verewigen.
  • Führe ein Gespräch, das du versucht hast, zu vermeiden.
  • Rufe wieder einmal einen Freund an, von dem du schon lange nichts mehr gehört hast.
  • Triff dich mit geliebten Menschen und erkunde dich nach ihrem Zustand.
  • Sei ehrlich zu dir selbst und frage dich: „wie steht’s mit meinem eigenen Leben?“
  • Mache jemanden ein Geschenk und wenn es „nur“ ein spirituelles ist.
  • Öffne dich und zeige Gefühle. Weine, wenn dir danach ist.
Zum Thema:  Die 20 wertvollsten Lektionen unseres Lebens

Spirituell

  • Bete
  • Meditiere
  • Zünde eine Kerze an.
  • Lausche der Natur.
  • Sei eine wertvolle Minute lang, bevor du aus dem Auto aussteigst, ganz still.
  • Atme.

Sozial/Gesellschaftlich

  • Gieß die Pflanzen.
  • Unterhalte dich mit deinen Nachbarn.
  • Spende Geld für wohltätige Zwecke.
  • Bedanke dich bei anderen Menschen.
  • Lade Freunde und Kollegen zu dir ein.
  • Geh wieder mal öfter einen Kaffee mit Bekannten trinken.
  • Rede wieder öfter mit Freunden, deinem Partner oder Kollegen.
  • Verstecke dich nicht in deiner Wohnung.
  • Fahre wieder mal mit dem Bus oder der U-Bahn, anstatt mit dem Auto. Man weiß nie wen man trifft.
  • Hör auf alles persönlich zu nehmen – die Person, die dich auf der Autobahn geschnitten hat, kommt womöglich gerade von einer 24-stündigen Krankenpflegeschicht.

Kreativität

  • Koche wieder mal selbst.
  • Baue ein Luftschloss.
  • Hinterfrage wo du nur kannst.
  • Wenn du etwas machen willst, mache zur Abwechslung einmal das komplette Gegenteil.
  • Höre klassische Musik
  • Mache eine Kulturreise.
  • Stelle dein Zimmer oder Büro um.
  • Tanze, singe oder summe einfach nur eine Melodie.
  • Erfinde eine Gute-Nacht-Geschichte für deine Kinder – ihnen ist es egal, ob sie gut ist! Schlage ihnen vor, mitzumachen. Du sagst einen Satz; sie sagen einen Satz; du sagst einen Satz; sie sagen einen Satz.
  • Kritzle mit deiner nicht bevorzugten Hand – das nennt man heutzutage abstrakte Kunst!
  • Arbeite im Garten.

Natürlich ist nicht jeder Tag und jeder Abschnitt deines Lebens gleich. Deine Anforderungen und Verantwortlichkeiten werden manchmal steigen, manchmal gleich bleiben und ab und zu auch sinken. Du solltest jedenfalls immer Zeit für dein Wohlbefinden haben, also lerne Zeit zu schaffen.

Übe an jedem Tag dieser Woche, mindestens eine Minute deinem Wohlbefinden zu widmen. Ich weiß, man findet für alles Ausreden, nur keiner kann mir erzählen, dass er nicht ein paar Minuten am Tag für sein eigenes Wohlbefinden aufbringen kann. Du wirst sehen, dass das Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben beginnt, Gestalt anzunehmen, und diese Minuten werden im Endeffekt, die angenehmsten deines Tages sein.

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2 Kommentare

  1. Danke für diesen ausführlichen und interessanten Kommentar. Ich finde es klasse, wenn Leute wie du so ein ausführliches Statement abgeben. Das macht eindeutig Sinn auf Informationsseiten.

    Muchas gracias
    Rainer

  2. Wunderbare Tipps finde ich!

    Eine Zeit lang habe auch ich mich mit dem Thema Work-Life-Balance auseinander gesetzt. Dabei stieß ich natürlich zwangsläufig auf die Begriffe „Privatleben“ und „Berufswelt“. Es schien als teilte sich das Leben eines jeden Einzelnen in zwei Leben bzw. Welten auf. Job und Privates. Und das brachte mich zum Nachdenken. Ich unterhielt mich mit vielen erfolgreichen und erfolglosen Menschen. Mit jenen, die ihren Job liebten und mit jenen, die ihn nicht möchten. Und ich traf nur einen, der keinen Job, sondern seine Berufung ausübte. Tatsächlich war dieser Mensch auch der Einzige, der nicht verstand warum so ein Aufhebens um das Thema Work-Life-Balance gemacht wird.
    Er lebte sein Leben und in diesem Leben kam auch Arbeit vor. So würde ich es zusammenfassen.
    Meiner Ansicht nach dürfen wir das Leben nicht unterteilen in zwei Welten, die nichts miteinander zu tun haben (dürfen). Leben ist Leben und es gibt nur eines in der Gegenwart. Wer seinen Job liebt und ihn zu seiner Berufung machen kann oder wer seine Berufung zum Beruf machen kann, der darf sich glücklich schätzen, denn die Frage nach der Balance erübrigt sich somit. Mittlerweile darf ich mich zu diesen glücklichen Menschen zählen und ich kann sagen es ist sehr angenehm, wenn alles wieder ineinander verschmilzt. Weil mein Beruf für mich keine üble Last ist, muss ich ihn nicht von anderen Lebensbereichen abtrennen. Meines Erachtens ist es die Getrenntheit, die Probleme dieser Art erst hervorrufen.

    Ich finde es sehr schön, dass sich Hafawo mit diesen Themen auseinandersetzt und Hilfe anbietet. Ich bin sicher, dass ihr damit einigen Menschen das Leben erleichtern könnt.

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