Ernährung: “Am liebsten zu dritt”
Bereits kleine Änderungen im Essalltag haben große Folgen, so das Gesundheitsministerium.
Mögen Sie es auch gerne zu dritt?”, steht auf dem Sujet. Zumindest das Gesundheitsministerium ist für die Antwort “Ja”. Denn gemeint ist eine “Drittel-Lösung” für den Teller: Maximal ein Drittel Fleisch, ein Drittel Gemüse, ein Drittel Stärkebeilagen (Erdäpfel, Reis, Nudeln).
“Ernährung kann was” ist das Motto einer neuen Ernährungskampagne, die Gesundheitsminister Alois Stöger am Freitag gemeinsam mit den TV-Köchen Andreas Wojta und Alexander Fankhauser (”Andi & Alex”) vorgestellt hat. Sie ist eine Reaktion auf den im April präsentierten Österreichischen Ernährungsbericht: “Es wird zu fett und zu salzig gegessen, Kinder essen zu viel Süßes und wir alle zu wenig Ballaststoffe”, sagt Stöger. “Fast die Hälfte der verlorenen Lebensjahre in Gesundheit entfallen auf Krankheiten, die durch die Ernährung mitverursacht werden. Aber bereits kleine Änderungen im Essverhalten bringen große Erfolge. ”
Prägnant
Neben der “Drittel-Lösung” gibt es noch drei weitere prägnante Tipps:
5 x am Tag Von den empfohlenen zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse am Tag schafft ein Österreicher im Schnitt gerade die Hälfte. “Das klingt viel, ist es aber nicht”, motiviert Alex: “Ein Apfel und ein Glas Obst- oder Gemüsesaft sind bereits zwei Portionen.”
3 x am Tag Männer verzehren nur die Hälfte der empfohlenen Menge an Milchprodukten (Milch, Joghurt und Käse), Frauen immerhin fast zwei Drittel. Stöger: “Es gibt 14.000 Schenkelhalsbrüche jährlich in Österreich. Bei entsprechender Kalziumzufuhr wären viele dieser Verletzungen - und damit auch viel Leid und viele Kosten - vermeidbar.”
2 x wöchentlich Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche. Wer zwei Mal wöchentlich auf ein Bier verzichtet, spart im Jahr 22.360 “leere” Kalorien - das entspricht drei Kilos auf der Waage. Gut ein Drittel der Österreicher trinkt Alkoholmengen, die gesundheitlich bedenklich sind.
“Der Einfluss des Lebensstils auf die Gesundheit ist enorm”, betont Stöger. Wer sich gesund ernährt, nicht stark übergewichtig ist, nicht raucht und sich mindestens 3,5 Stunden in der Woche bewegt, hat ein deutlich geringeres Risiko für Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs. “Allerdings hat nur jeder Zehnte einen solchen gesunden Lebensstil.” Und was macht der Minister selbst? “Ich kaufe schon seit einigen Jahren keine Kekse und keine Schokolade mehr ein - früher habe ich am Abend zu viel Süßes gegessen. Aber Obst könnte ich noch mehr essen.” Andis Motivationstipp für alle Ernährungsmuffel: “Du musst den inneren Schweinehund besiegen. ”
Quelle: kurier und www.bmg.gv.at
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