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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Horst Schulze, der frühere Vorstandsvorsitzende und COO der Hotelkette Ritz-Carlton, definiert Führung folgendermaßen:

Führung bedeutet, eine Umgebung zu schaffen, in der die Leute nicht nur für das Unternehmen arbeiten, sondern Teil von ihm sein wollen. Führung erzeugt eine Umgebung, in der die Leute ihre Aufgabe erledigen wollen, statt das nur zu müssen. Die Schaffung einer solchen Umgebung ist einer der ganz großen Imperative für die Unternehmen. Ich muss den Leuten ein Ziel geben, nicht nur Arbeit und eine Funktion. Ich bin verpflichtet, für eine Umgebung zu sorgen, in der sie sich als Teil von etwas und erfüllt fühlen und einen Zweck haben. Nur ein Zweck – ein Wert in ihrem Leben – bringt die Leute dazu, ihren Verstand wirklich einzusetzen. Dann bekomme ich das Maximum von ihnen und gebe andererseits jedem Einzelnen das Maximum. Alles andere wäre dem Unternehmen gegenüber unverantwortlich und würde eine stärkere Kontrolle durch mich erfordern.

Wenn man die Leute lediglich als Erfüller einer Funktion betrachtet, behandelt man sie wie ein Ding, wie den Stuhl, auf dem man sitzt. Ich bin der Ansicht, dass wir Menschen uns nicht das Recht dazu anmaßen dürfen. Keiner von uns will bloß etwas sein, was in der Ecke steht. Wir haben festgestellt, dass es für die Leute die größte Befriedigung ist, wenn sie das Gefühl haben, dass sie Teil von etwas sind und dass man ihnen genug Vertrauen entgegenbringt, um sie Entscheidungen fällen und Beiträge leisten zu lassen.

In seinem spezifischen Bereich ist jeder ein Wissensarbeiter; der Tellerwäscher weiß zweifellos mehr über seine Situation als ich. Daher kann er zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Produktivität (weniger zerbrochenes Glas usw..) beitragen. Jeder kann sein Wissen ungeheuer stark in seinem Bereich einbringen.

Vor ungefähr 16 Jahren kam ein junger Mann aus Nairobi als Tellerwäscher in eines meiner Hotels. Sein Englisch war schlecht, doch er arbeitete hart. Nach einiger Zeit boten wir ihm eine Stelle im Zimmerservice an, später wurde er Leiter des Zimmerservice, dann wechselte er ins Foyer; er wurde Barkellner, Assistent des Foyer-Managers … Heute leitet er den Bereich „Food and Beverages“. Er ist der zweite Mann in jenem Hotel – und hat dort als Tellerwäscher angefangen!

Als ich selbst 16 war, brachte meine Mutter mich mit einem kleinen Koffer in das Hotel, wo ich meine Lehre beginnen sollte. Ich sah all die wichtigen Gäste und dachte, sie stünden himmelhoch über mir. Dann aber nahm sich ein bemerkenswerter 70-jähriger Oberkellner meiner an. Wenn er einen Raum betrat, spürte man seine Präsenz; er war hervorragend und wurde bewundert. Bei allem, was er sagte und tat, und auch bei seinem Äußeren strebte er immer nach Vortrefflichkeit. An diesem Maitre d’hotel sah ich: Wenn man die Dinge ungewöhnlich gut macht, ist man ebenso wichtig wie diese Leute. Ich erkannte, dass ich genauso wichtig sein konnte, wenn ich das, was ich machte, richtig machte – egal was es war. Diese Idee ist dann sogar der Wahlspruch von Ritz-Carlton geworden:“We are ladies and gentlemen serving ladies and gentlemen.“

Quelle: Der 8. Weg: Von der Effektivität zur wahren Grösse

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