Beitrag teilen

Als ich nach meinem Studium meinen ersten Job angetreten bin, kam es gleich einmal zu einer richtigen „Prüfungssituation“. Just an meinem ersten Arbeitstag bin ich in einen richtigen „junger Wilder“ vs. „alter Verwalter“ Konflikt geraten. Mir fiel auf, dass in meinem Arbeitsvertrag ein total veraltet Passus stand, welcher aus dem österreichischen Arbeitsrecht bereits vor einem halben Jahr gestrichen wurde. Als ich darauf meinen zukünftigen Chef (Vertriebsleiter) ansprach, wurde dieser sehr empfindlich und sagte nur: der Vertrag wurde vor Jahren von unserer Rechtsabteilung geprüft. Sie können entweder unterschreiben oder es bleiben lassen.

„Na Bumm“ … Ich war geschockt. Noch nicht einmal einen Tag in einem Unternehmen und schon bin ich mit meinem zukünftigen Chef zusammengekracht.

Tja nun musste ich mich entscheiden. Sollte ich mich „der Macht“ beugen und somit ein klassischer Jasager werden, oder sollte ich zeigen, dass ich „Eier in der Hose habe“. Es war einfach eine dieser mittlerweile sehr klassischen Situationen. Ich bin eben ein typischer Pionier ein „Go Forward Typ“ und der Vertriebsleiter war einer dieser typischen „Betriebsdinos“ ein richtiger Verwalter … so ein „das haben wir schon immer so gemacht“ Typ. Eigentlich empfand ich diese Situation gar nicht sooo schlimm, eher schockierend, aber für den alten Vertriebschef war es das. Deswegen funktioniert das auch nicht gleich mit uns beiden. Da waren wir sehr weit weg von gegenseitiger Sympathie.

Natürlich hat jede Sichtweise ihre Berechtigung, die beiden Sichtweisen passten nur nicht zueinander.

Somit entschloss ich mich das Heft in die Hand zu nehmen. Ich bat meinen zukünftigen Vertriebsleiter um ein Gespräch. Ich stellte in diesem Gespräch klar, dass es hier zu keiner entweder/oder Situation kommen darf. Als Lösung bot ich ihm an, dass er die Rechtsabteilung um Prüfung dieses Passus bitten solle, da wir denken, dass es hier ein neues Gesetz gibt (Ich dachte, so kann er die Lorbeeren dafür ernten). Ausserdem habe ich ihn überhöflichst gefragt, ob er denkt, dass es für so eine bekannte Firma von Vorteil ist, veralterte Arbeitsverträge anzubieten. Das leuchtete ihn ein. Und so geschah es dann auch.

Zum Thema:  Nur das Original ist genial - Warum du nicht die Prostituierte deines Umfelds werden darfst

Noch am selben Tag rief mich mein neuer Personalchef an und ich dachte oh mein Gott, der jetzt auch noch!

Der Personalchef sagte: wie ich höre, mischen Sie unsere Firma gleich mal ordentlich auf. Endlich bring mal jemand Pfeffer in die Hütte. Sie gefallen mir!

Nun habe ich Den Zusammenhang zwischen Mut und Arbeitsfreude verstanden. Ich wußte aber auch, dass ich in die Personalabteilung wechseln musste, denn da wird mein Mut geschätzt. Und genau so kam es auch … Wir hatten echt eine Menge Spaß bei der Arbeit. Leider haben viele Menschen nicht diese Courage und somit werden sie zu Opfern. Ich jedoch habe die Erfahrung gemacht, dass man hin und wieder auch seinen Chef führen kann beziehungsweise sogar muss um Innovationen voranzutreiben.

(Foto: YURALAITS ALBERT/shutterstock.com)

Newsletter

Die beliebtesten und aktuellsten Beiträge kannst du ab sofort monatlich erhalten, indem du anschließend ganz einfach unseren Newsletter abonnierst.


Beitrag teilen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here