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Das Verhältnis zum Vorgesetzten bestimmen oft Kleinigkeiten. Mit etwas Finesse lassen sich dessen Entscheidungen in die richtige Richtung lenken.

Die Erwartungen der Mitarbeiter an das Führungsverhalten ihres Chefs sind in der Regel recht bescheiden: Sie beschränken sich im Wesentlichen auf vermeintliche Selbstverständlichkeiten: Geduld, Verständnis, klare Führungslinien und vor allem ein starkes Durchsetzungsvermögen gegenüber den höheren Managementetagen.

„Auf den ersten Blick erscheint das nicht viel“, sagt Ludovica Brachinger-Franke, Karrierecoach beim Unternehmen ComTeam, das seit Jahren auf Beratung für Führung, Organisation und Kommunikation spezialisiert ist. In ihren Seminaren stellt sie immer wieder fest, dass viele Mitarbeiter dennoch mit dem Führungsverhalten ihres Vorgesetzten unzufrieden sind. „Die Gründe dafür sind vielfältig: Mal sind es die schwammigen Anweisungen, mal die fehlende Führungslinie, mal das Zeitmanagement“, zählt Brachinger-Franke auf.

Wie kritisch viele Mitarbeiter dem Führungsstil ihres Chefs gegenüberstehen, spiegelt auch eine repräsentative Umfrage der GfK-Marktforschung in Nürnberg unter knapp 900 Beschäftigten wider: Demnach glaubt jeder fünfte Mitarbeiter, dass der Chef von Mitarbeiterführung „keine Ahnung“ habe. Jeder siebte findet seinen Vorgesetzten sogar unorganisiert und chaotisch.

Rollenspiele im Büro
Egal wo die Schwachstellen des eigenen Chefs liegen – tatenlos müssen sich die Betroffenen ihrem Schicksal nicht ergeben. Mit etwas Raffinesse und strategischem Geschick können Beschäftigte die Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten selbst in schwierigen Situationen verbessern.

„Zwischen Chef und Mitarbeiter besteht immer ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis“, erklärt Sven Fissenewert. Er betreut seit zehn Jahren als Coach für das Fuldaer Unternehmen Process One die Bereiche Organisationsentwicklung, Managementcoaching und -entwicklung. Seine Beobachtung: Längst nicht nur der Chef entscheidet, was in seiner Abteilung passiert, auch die Mitarbeiter haben Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens. „Das Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter wird zunehmend als eine Beziehung auf Augenhöhe betrachtet“, so Fissenewert. Denn ohne ein gutes Team ist auch der beste Chef nur halb so viel wert.

Den eigenen Marktwert kennen
Viele Leistungsträger wissen zudem um ihre Bedeutung für die Abteilung, in der sie arbeiten. „Bei Top-Leuten stehen nicht nur die Headhunter Schlange, sondern oft auch Vorgesetzte aus dem eigenen Haus, die die Überflieger unbedingt für ihre eigene Abteilung gewinnen wollen“, beobachtet Fissenewert. Das führe oftmals dazu, dass die Macht des bisherigen Vorgesetzten eingeschränkt würde: Weil dieser seinen Leistungsträger bei Laune halten wolle, hat der Mitarbeiter eine gute Ausgangsbasis, um seine Forderungen nach mehr Freiraum oder größeren Entscheidungsspielräumen durchzusetzen. Dementsprechend wachse der Druck für den Vorgesetzten, richtig zu reagieren beziehungsweise zu handeln – schließlich will er seine Leistungsträger keinesfalls verlieren.

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Wer seinen Chef im eigenen Sinne führen will, muss dafür keineswegs seinen Ausstieg aus dem Unternehmen androhen. In der Regel reichen bereits ein wenig taktisches Gespür und eine gute Beobachtungsgabe, um den Vorgesetzten in die richtige Richtung zu bewegen, ohne dessen Position grundsätzlich infrage zu stellen.

„Königsmörder sind die wenigsten Mitarbeiter“, so Experte Fissenewert. Die meisten wünschen sich mehr Freiräume, bessere Mitspracherechte, zusätzliche Verantwortung oder schlicht eine bessere Vernetzung der Hierarchieebenen im Unternehmen.

Um diese Ziele durchzusetzen, ist ein strategisches Vorgehen allerdings unerlässlich.

Den kompletten Dreistufenplan für alle, die das Optimum aus ihrem Chef herausholen wollen, gibt es auf dem Karriereportal von Online Focus

1. Die schwächen des Chefs erkennen

2. Die eigenen Stärken nutzen

3. Im richtigen Moment zuschlagen

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