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Foto: Veröffentlicht unter (CC0) Lizenz.

Kurzgeschichten sind nicht die Erfahrung selbst, sondern Modelle der Wirklichkeit. Sie laden dazu ein, anders über bestimmte Positionen nachzudenken und dabei neue, oft nützliche Perspektiven zu gewinnen. Denke daran: Das Erzählen von Kurzgeschichten, von Metaphern, Parabeln oder Gleichnissen ist eine Möglichkeit sehr praktischer Lebenshilfe. Denn das, was in der Sprache des Alltags oft umständlich verklausuliert wird, tritt in Kurzgeschichten deutlich zu Tage, wird konzentriert auf die wesentliche Substanz gebracht.

Kurzgeschichten regen zum Denken an

Kurzgeschichten schaffen Distanz. Sie laden dazu ein, über eigene Wünsche oder Konflikte nachzudenken oder neue Lösungsmöglichkeiten auszuprobieren. Denn der Zuhörer wird in die Inhalte der Geschichte mit hineingenommen. Er wird von ihr betroffen, aber nicht verletzt. Und die Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten lässt den Hörern die Chance, Rückschlüsse auf die eigene Person und auf eigene Verhaltensweisen zu ziehen, da der Inhalt nicht nur über sich selbst spricht, sondern auch mehrere Bedeutungsebenen hat.

Eine Geschichte zum Ziele formulieren

Immer wieder müssen Menschen neue Herausforderungen annehmen. Und sie kommen zu der Erkenntnis, dass sie unbegrenzte Möglichkeiten, jedoch nicht unbegrenzt Zeit haben. So müssen sie sich den Fragen stellen, was sie wollen, welche Ziele sie selbst oder ihre Mitmenschen haben, oder was die Vision für ihren Beruf und ihr Leben ist.

Da gibt es die Geschichte eines alten, weisen Russen, der im Sterben lag und deshalb seine drei Söhne zusammenrief. „Der, der in der direktesten Linie über das mit Schnee bedeckte Feld geht, wird das ganze Land erben!“ sagte er und liess seine Söhne machen. Der erste Sohn ging hinaus, sah sich immer wieder um und ging fast im Zickzackkurs. Der zweite Sohn wollte es besser machen und ging rückwärts, aber auch eher im Zickzack. Der dritte Sohn dagegen sah einen Baum am Horizont, hielt ihn im Blick und ging Schritt für Schritt auf den Baum zu. „Wer seine Ziele im Auge behält, der ist auch würdig, mein Erbe anzutreten“, sagte darauf der Vater und starb friedlich.

Fähigkeiten und Potentiale

Die Gedanken steuern unsere Wahrnehmung und Taten, sodass wir oft dazu neigen, mit unserer subjektiven Sichtweise vermeintlich Recht zu bekommen – doch in Kraft getreten ist nur die sich selbst erfüllende Prophezeiung.
Da Gibt es zum Beispiel die Story vom „Schatz des Wissens“. Sie handelt von einem Bauern, dessen Traktor nicht mehr fährt. Alle möglichen Leute, die er um Hilfe bittet, sehen vergeblich danach. Endlich kann sich der Bauer durchringen, einen Experten herzurufen. Der kommt, sieht sich den Traktor an und schlägt gezielt einmal mit dem Hammer zu. Dann übergibt er dem Bauern die Rechnung. Erregt meint der: „Was, du willst 50 Euro für einen einzigen Hammerschlag?“ – „Nein“, sagt darauf der Fachmann, „für den Hammerschlag bekomme ich nur einen Euro, 49 aber für mein Wissen, dass ich wußte, wohin ich schlagen muss.“

Charisma und Ausstrahlung

Menschen mit Charisma haben eine Ausstrahlung, die Visionen transportieren kann. Sie besitzen eine grosse Überzeugungskraft, weil sie das selbst leben, wovon sie überzeugt sind. Und so gelingt es ihnen, nicht nur selbst Visionen zu haben, sondern auch andere für ihre Ideen zu gewinnen. Entwicklung, Wachstum und Geduld sind es, die mit Charisma und Werden einher gehen. So wie der Apfelbaum selbst bei bester Pflege keine Birnen wachsen lassen kann, entwickelt sich der Mensch immer nur im Rahmen seiner Möglichkeiten. Wir
müssen also werden, was wir sind!
Ein Mann mit Erfahrung in der Meditation wurde von Schülern gefragt, warum und wie er so gesammelt erscheine. Er antwortete ihnen: „Wenn ich stehe, stehe ich. Wenn ich gehe, gehe ich. Wenn ich sitze, sitze ich. Wenn ich esse, esse ich …“ Er hatte noch nicht ausgeredet, als ihm die Fragesteller ins Wort fielen und sagten, dass sie das doch auch täten. Der Mann wiederholte nur, was er vorher schon gesagt hatte, und wieder warfen die Leute ein: „Das tun wir aber doch auch!“ Doch der Mann antwortete: „Nein. Denn wenn ihr betet, seid ihr bereits bei eurem Geschäft. Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon. Wenn ihr steht, lauft ihr schon …“

Zum Thema:  Die TOP 10 Ratschläge für den gesunden Umgang mit Fehlern

Eine Geschichte über „gute Führung“

Von einem grossen Unternehmen in den USA erzählt diese Geschichten. Einer der besten Mitarbeiter, ein junger Mann, den alle für ausserordentlich tüchtig hielten, machte einen Fehler. Viele hunderttausend Dollar Schaden waren dadurch entstanden. Doch niemand konnte verstehen, wie es dazu gekommen war. Kurze Zeit später erfuhr der Unternehmer von dem Fehler und bestellte den Mitarbeiter zu sich. Voller Angst, zögernd und mit zitternden Knien stand der vor dem Chef. „Sie erwarten jetzt Ihre Kündigung?“ fragte der Unternehmer den Angestellten. Nachdem er ihn intensiv angesehen hatte, fügte er hinzu: „Sind Sie verrückt geworden? Wir haben gerade eine Million Dollar in Ihre Ausbildung investiert.“

Über Konflikte und Lösungen

Der erste Schritt zur Konfliktlösung ist, zu erkennen, dass etwas im Argen liegt. Doch Konflikte sind nicht mit der „Denke“ zu lösen, aus der heraus sie entstanden sind. Es erfordert daher Wissen und Fähigkeiten, verfahrene Situationen wieder in Gang zu setzen. Eine besondere Herausforderung dabei ist es, sich in die Situation des anderen zu versetzen, um aus seiner Perspektive heraus das Problem zu sehen.
Von zwei Zen-Mönchen, die einen breiten Fluss überquerten, erzählt die folgende Geschichte:
Dabei trafen die Mönche auf eine sehr schöne junge Frau, die jedoch Angst vor dem Wasser hatte. Da nahm der eine Zen-Mönch die junge Frau auf die Schultern und trug sie hinüber zum anderen Ufer des Flusses. Der andere Mönch ärgerte sich darüber gewaltig, da buddhistische Mönche doch keine Frauen berühren dürfen! Doch er schwieg, obwohl er innerlich kochte. Als die Mönche viele Meilen weitergegangen waren, sagte der erzürnte Mönch: „Du, ich werde mit dem Meister darüber sprechen müssen. Das war doch verboten!“ Darauf fragte ihn der andere Mönch, was er eigentlich meinte. „Ja, weisst du es denn nicht mehr? Du hast doch diese junge, schöne Frau auf den Schultern getragen!“ Der aber antwortete: „Natürlich
habe ich das, doch ich habe sie vor vielen Meilen abgesetzt. Trägst du sie noch?“

Zum Schluß noch eine Geschichte über Freiheit

Ein Weiser Mann, der dadurch berühmt war, dass er immer die richtigen Ratschläge gab, wurde deshalb von vielen Menschen stets um seine guten Ratschläge gefragt. Das aber ärgerte die Oberen im Land. Darum überlegten sie, ihm eine Falle zu stellen. Und sie hatten eine Idee: Einer von ihnen sollte zu dem weisen Mann mit einer Maus in der geschlossen Hand gehen. Würde er sagen, dass in der Hand eine Maus verborgen sei, wollte man ihn durch die Frage blossstellen, ob das, was in der Hand ist, tot oder lebendig sei. Denn entweder wollte man dann die Hand öffnen oder sie schliessen – und die Maus auf diese Weise töten. Auf die Frage: „Was ist in meiner Hand?“ antwortete der weise Mann dann auch: „Eine Maus!“ Und es kam die nächste Frage, die von dem weisen Mann so beantwortet wurde: „Ob das, was ihr in eurer Hand haltet, lebt oder tot ist, das liegt in eurer Hand.“

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