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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

Ist es nicht brutal, womit man heutzutage bei der Jobsuche zu kämpfen hat? Bewerbungsmappen per Post werden teilweise nicht mehr akzeptiert, bei manchen Unternehmen bewerben sich ca. 100.000 Menschen pro Jahr und die Jobbeschreibungen lesen sich teilweise wie Rollenbeschreibungen bei Raumschiff Enterprise. Hat man das alles erst einmal überwunden, steht einem aber immer noch das Vorstellungsgespräch bevor und auch diese werden in vielen Organisationen immer anspruchsvoller.

Psychologische Tests, Rollenspiele, Assessment Center und Fragenkataloge sind schon fast „normal“. Damit du jetzt kurz vor dem so entscheidenden Gespräch nicht versagst, gibt es einige Dinge die du machen kannst, um dir deinen Traumjob zu angeln. Alle Tricks will ich euch noch nicht verraten, aber hier ist mal ein kleiner Auszug:

Bereite dich mehr als nur „Vor“

Ich gehe mal davon aus, dass du nicht mit Kaffeeflecken auf der Krawatte, Spinat zwischen den Zähnen oder ohne ausführlich Kenntnis über die Organisation und die Position, für die du dich beworben hast, zum Vorstellungsgespräch erscheinst. Das setze ich voraus. Wir wollen mehr und uns deshalb mit etwas beschäftigen, das man im Englischen als „over-preparing“ (zu deutsch „Über-Vorbereitung“) nennt. Das sieht wie folgt aus: Plane deine Strategie, formuliere deine Antworten auf alle möglichen Fragen, die kommen könnten (auch die unangenehmen), formuliere deinen eigenen Lebenslauf bis ins letzte Detail und dann üben, üben, üben. Mache Rollenspiele und wiederhole deine besten Antworten, bis sie völlig natürlich über die Zunge rollen. Trainiere das Vorstellungsgespräch mit einem Freund oder Partner. Die Antworten müssen, dann wenn es ernst wird, mit einer glaubhaften Spontanität präsentiert werden. Das gelingt nur durch ständiges Wiederholen.

Du musst wissen, was du kannst und was du wirklich willst

Achte darauf, dass du deinen Lebenslauf bis in die kleinste Kleinigkeit im Kopf hast: Jeden Kurs, die Namen deiner Chefs, ausführliche Details deiner Aufgaben, Zeitabschnitte, geographische Details, etc. In Bezug auf deine zukünftige Arbeit, sei präzise, was du willst und was du absolut nicht willst. Leute, die mit allem übereinstimmen und keine Anforderungen stellen, erhalten in der Regel nichts!

Achte darauf, dass deine Antworten auch wirklich mit deinen Ansprüchen übereinstimmen. Wenn du also einen Kurs besucht hast, um eine spezielle Qualifikation für deinen Traumjob zu erhalten, dann weise darauf hin. Z.B.: „Ich habe den B Trainer Kurs besucht, um in meinem angestrebten Beruf als Coach die Menschen speziell in Teamwork-Praktiken schulen zu können“.

Wenn du dich chronologisch anhand deines Lebenslaufs vorstellst, dann plappere ihn nicht auswendig herunter. Schließlich hat der Personalchef zu 99% deinen Lebenslauf vor seiner Nase liegen und kann lesen. Beschreibe lieber die entscheidendsten Momente in deiner Karriere und füge an, warum diese gerade für den angestrebten Job von Bedeutung sind.

Sei dir deiner Stärken und Schwächen genau bewusst

Die Frage, was du denkst, welche deine Stärken und Schwächen sind, kommt bestimmt und wird häufig nur als Fangfrage verwendet. Gerade aus diesem Grund sollte man sich diesbezüglich besonders gut vorbereiten und wenn man besonders clever ist, stimmt man diese speziell auf die Position ab, für die man sich beworben hat. Vermeide jedenfalls Aufzählungen. Mach es lieber wie folgt:

1. Reflektiere dich selbst und frage Freunde und Verwandte, was sie denken, wo deine Stärken und Schwächen liegen (umso mehr Antworten, umso besser).

2. Die Stärken und Schwächen sollten sich ziemlich die Waage halten (also nicht 6 Stärken und nur 1 Schwäche).

3. Stelle deine Stärken und Schwächen im Gespräch gegenüber und präsentiere somit Balance und Kenntnisse deines Potentials.

4. Präsentiere deine Schwäche genauso selbstsicher wie deine Stärken, das beweist Aufrichtigkeit und Mut. Außerdem gefällt das Personalchefs, wenn Bewerber sehr gut ihre Schwächen kennen und dazu stehen.

5. Erkläre, wie du deine Stärken gekonnt einsetzt und was du unternimmst, um deine Schwächen auszugleichen.

6. Sag niemals, dass du an all deinen Schwächen arbeitest und diese bald weg sind. Schwächen gehören nun mal zu uns Menschen.

Ehrlichkeit

Wenn du in deinem alten Job gefeuert wurdest, dann stehe dazu. So viele Menschen wurden in den letzten Jahren unschuldig entlassen, dass es mittlerweile keine große Sache mehr ist – es sei denn, es war gerechtfertigt (z.B. Diebstahl oder unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz). Antworte ehrlich auf diese Frage, aber ohne Spott und Hohn in deiner Stimme. Deine persönliche Bewertung und Meinung ist in diesem Fall nicht angebracht.

Flexibilität schließt Klarheit nicht aus

Ein Standard-Frage, die in allen möglichen Variationen auftritt, ist: „Wo sehen Sie sich heute in fünf Jahren?“ Hier ist es wichtig, Flexibilität zu zeigen. Warum? Weil sich die Wirtschaft und nahezu jede Branche so schnell verändert, dass es schwierig ist in Bezug auf die ferne Zukunft exakte Prognosen abzugeben. Also, anstatt zu antworten, „Ich habe vor Abteilungsleiter in diesem Unternehmen zu werden“, zeigt folgende Variante viel mehr Weitblick: „Ich habe vor, mich mit dem Unternehmen in jeder Phase dieser Branche weiterzuentwickeln, so dass ich allen zukünftigen Herausforderungen gewachsen bin“. Die genaue Antwort hängt natürlich von den Besonderheiten des angestrebten Jobs ab, aber das Prinzip ist: Sei spezifisch und beweise gleichzeitig die Flexibilität, welche in unserem Zeitalter absolut notwendig ist.

Habe klare, persönliche Standards

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Frage wenig mit dem angestrebten Job oder dem unmittelbaren Gespräch zu tun hat. Heute jedoch sind viele Organisationen und Firmen auf der Suche nach Menschen, die Standards und Prinzipien in Bezug auf ihr persönliches und berufliches Leben haben und danach leben. Präsentiere diese im Gespräch klar und präzise. Je kürzer, desto besser. Z.B.: „Ich delegieren meine Schwächen“ oder „Ich übernehme keine Projekte, wenn ich mir sicher bin, dass ich diese nicht zu 100% erledigen kann“ oder „Ich gebe klare Anweisungen und vermeide Smalltalk im Beruf“.

Interviewe den Interviewer

Menschen, die alles so hinnehmen wie es ist, bringen es auf dieser Welt nicht sehr weit. Wenn dir also ein Job angeboten wird, musst du ihn nicht so hinnehmen, wie er beschrieben wird. Versuche ihn zu deinem persönlichen Job zu machen. Dazu musst du dem Personalchef viele Fragen stellen, um absolute Klarheit zu gewinnen. In der Regel wird er dies respektieren, da es eindeutig als Bemühung deinerseits zu verstehen ist, den Job mit deinen Fähigkeiten abzugleichen. Nur so kann man sich selber Klarheit verschaffen und sicher sein, dass die ausgeschriebene Stelle auch wirklich zu einem passt. Schließlich hast du nichts davon, wenn du zwar den Job bekommst, dann aber feststellen musst, dass du überhaupt keinen Handlungsspielraum und nur begrenzte Freiheiten hast und dir so der Job wieder keinen Spaß macht.

Lasse dich beim Gehalt nicht lumpen

In vielen Vorstellungsgesprächen hört man immer noch die alte Schnulze: „Unsere Politik ist neuen Mitarbeitern nicht mehr als XY zu zahlen.“ oder „Wir zahlen zu Beginn nicht mehr als XY da wir ihnen Möglichkeiten zur Steigerung bieten wollen“.

Sorry, aber so geht das nicht! Wir befinden uns in einem extrem kapitalistischen Zeitalter in dem Geld eine wichtige Rolle spielt. Du hast Fähigkeiten und eine Arbeitsmotivation, welche einen gewissen Wert haben und dafür willst du auch bezahlt werden. Dein Wert ist gleichzeitig der Wert der Arbeit. In den meisten Branchen, gibt es klare Parameter für eine bestimmte Aufgabe, ein Gehaltsspanne in der man sich bewegen kann, je nach Position, Erfahrung und Verantwortung. In den meisten Fällen, es sei denn du hast wirklich außerordentliche Qualifikationen, wird man sich innerhalb dieser Grenzen bewegen. Aber innerhalb dieser Grenzen, liegt es an dir den Personalchef davon zu überzeugen, dass du die Höchstgrenze verdienst. Also fassen wir noch einmal kurz zusammen: Finde die geläufige Gehaltsspanne für deinen angestrebten Job heraus, lege realistisch deinen Wert dar und bleibe standhaft. Wenn du dich beim Gehalt „abkochen“ lässt, wird das immer im Hinterkopf sein und du wirst nie 100%ige Zufriedenheit erlangen.

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2 Kommentare

  1. Danke für die wertvollen Tipps. Hatte vor 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch und habe gestern die Jobzusage bekommen. Bin heute zufällig nochmal auf die Seite gekommen, und dachte: Ich bedanke mal :)

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