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Bildquellen: CC0 Public Domain pixabay.com/pexels.com/unsplash.com

„Ein für alle Mal haben wir entschieden, auf der Seite der vielen Menschen zu stehen. Denn was für unsere Kunden gut ist, wird auf lange Sicht auch für uns gut sein. Das ist eine Zielsetzung, die verpflichtet.“, schrieb IKEA Gründer Kamprad vor 36 Jahren, gerade 50 Jahre alt, im Ton des Sozialreformers in einem Büchlein mit dem Titel „Das Testament eines Möbelhändlers“, und er gab als Parole aus, sein Unternehmen solle „den vielen Menschen einen besseren Alltag schaffen“.

Es scheint, als glaubten die Mitarbeiter daran. Und die Kunden auch. Umfragen belegen das auf für die Konkurrenz geradezu deprimierende Weise.

Wisst ihr eigendlich wofür IKEA steht? Das Wort setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Gründer IngvarKamprad, des elterlichen Bauernhofs Elmtaryd und des Dorfes Agunnaryd zusammen, in dem der Hof lag.

Muss man nicht wissen, ist aber witzig.

Was ich euch aber unbedingt ans Herz legen will, ist ein Auszug aus dem Büchlein „Das Testament eines Möbelhändlers“. Ich habe es gelesen und es stehen ein paar wirklich gute Sachen darin. Das schönste und interessanteste habe ich euch hier zusammengefasst:

Über Teamgeist – eine starke und lebendige Realität
Bestimmt hast du ihn schon erlebt. Du hast ihn vielleicht sogar auf deine persönliche Art gedeutet. Klar, früher war es leichter, ihn lebendig zu halten; damals, als wir noch nicht so viele waren, näher zusammen saßen, persönlich miteinander reden konnten. Sicher ist es heute nicht mehr so einfach, wenn der Einzelne zwischen Verordnungen und Bestimmungen oder in den Aktenbergen der Personalabteilung förmlich verschwindet. Konkreter waren damals die Hilfsbereitschaft und die Kunst, uns mit dem Wenigen zu behelfen, was wir hatten, und das Beste daraus zu machen; Kostenbewusstsein bis zum Geiz; die Bescheidenheit; der unerschütterliche Enthusiasmus und die wunderbare Gemeinschaft.

In einer so großen Gruppe wie der unseren können nicht alle das gleiche Verantwortungsgefühl und den gleichen Enthusiasmus fühlen. Einige betrachten sicher ihre Arbeit nur als Mittel zum Broterwerb – als irgendeinen beliebigen Job. Manchmal ist es unser eigener Fehler, dass wir anderen unsere Arbeitsfreude nicht vermittelt haben, dass wir vielleicht sogar das eine oder andere Mal resigniert haben, dass wir es einfach nicht geschafft haben, einer anscheinend eintönigen Aufgabe Leben und Wärme einzuhauchen.

Der wahre IKEA Geist baut noch heute auf unseren Enthusiasmus, auf unseren gleich bleibenden Willen zur Erneuerung, auf unser Kostenbewusstsein, auf unsere Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und einander zu helfen, auf unsere Bescheidenheit gegenüber der Aufgabe und auf die Einfachheit, Dinge zu tun. Wir müssen uns umeinander kümmern, uns gegenseitig inspirieren. Es ist schade um diejenigen, die nicht dabei sein können oder wollen. Eine Arbeit darf niemals nur ein Broterwerb sein. Ohne Enthusiasmus bei der Arbeit geht ein Drittel deines Lebens verloren und diesen Verlust kann auch die Illustrierte in der Schreibtischschublade nicht ersetzen. Für alle mit Führungsverantwortung ist es ungeheuer wichtig, sich um die Motivation und Weiterentwicklung der Mitarbeiter zu kümmern. Teamgeist ist eine tolle Sache, aber er setzt voraus, dass sich alle im Team für ihre Aufgaben verantwortlich fühlen. Als „Mannschaftskapitäne” trefft ihr Entscheidungen nach Rücksprache mit eurem Team. Danach ist für Diskussionen keine Zeit mehr. Nehmt euch eine Fußballmannschaft zum Vorbild!

Seid dankbar für unsere „Gesellschaftsträger”: Einfache und ruhige Menschen, die man oft für eine Selbstverständlichkeit hält und die immer hilfsbereit sind. Sie tun ihre Pflicht und tragen ihre Verantwortung, ohne in Erscheinung zu treten. Für sie ist der Begriff Verantwortungsbereich ein notwendiges, aber hässliches Wort. Denn für sie ist die Gesamtheit ebenso selbstverständlich wie die Bereitschaft, immer zu helfen und ihre Kenntnisse weiterzugeben. Ich nenne sie „die Loyalen” ganz einfach deshalb, weil sie in allen Systemen unverzichtbar sind. Es gibt gerade bei uns so viele von ihnen: in unseren Lagern, in den Büros, bei den Verkaufsmitarbeitern …

Einfachheit ist eine Tugend
Wo viele Menschen in einer Gesellschaft oder in einem Unternehmen zusammenarbeiten, muss es Regeln geben. Je komplizierter diese Regeln
sind, desto schwieriger sind sie zu befolgen. Komplizierte Regeln lähmen! Althergebrachtes, Angst und der fehlende Wille, Verantwortung zu
übernehmen sind der Nährboden von Bürokratie. Unentschlossenheit führt zu mehr Statistiken, mehr Untersuchungen, mehr Sitzungen, mehr Bürokratie. Bürokratie erschwert und lähmt. Planung ist oft gleichbedeutend mit Bürokratie. Gewiss sind Planungen notwendig, um Richtlinien für die Arbeit jedes Einzelnen und für das Funktionieren eines Unternehmens auf lange Sicht aufzustellen. Vergiss dabei jedoch nicht, dass übertriebene Planung die häufigste Todesursache von Unternehmen ist. Übertriebene Planung unterdrückt deine Handlungsfreiheit und verkürzt die Zeit, die dir zur Durchführung bleibt. Komplizierte Planung lähmt. Einfachheit und Vernunft sollten deine Planung prägen. Bei uns ist Vereinfachung eine gute Tradition. Einfache Arbeitsabläufe bedeuten größere Effektivität. Einfachheit in unserem Auftreten verleiht uns Stärke. Einfachheit und Bescheidenheit prägen uns im Umgang miteinander, mit unseren Lieferanten und unseren Kunden. Nicht nur aus Kostengründen vermeiden wir Luxushotels. Wir brauchen keine protzigen Autos, hochgestochene Titel, maßgeschneiderte Arbeitskleidung oder andere Statussymbole. Wir verlassen uns auf unsere eigene Kraft und unseren eigenen Willen!

Keine Methode ist wirkungsvoller als das gute Beispiel.

Dinge anders tun
Wenn wir am Anfang Experten um Rat gefragt hätten, ob man ein Unternehmen wie IKEA in einem kleinen Ort wie Älmhult aufbauen könnte, hätte man uns sicher abgeraten. Trotzdem beheimatet Älmhult heute einen der weltweit größten Betriebe der Möbelbranche. Wir fragen immer nach, warum man etwas so oder anders macht und finden deshalb neue Wege. Wir weigern uns, etwas nur deshalb so zu machen, weil es so schon immer gemacht wurde. Dadurch kommen wir weiter. Wir haben den Mut es anders zu machen! Nicht nur, wenn es um große Fragen geht, sondern auch bei der Lösung der kleinen, alltäglichen Probleme. Es ist kein Zufall, dass unsere Einkäufer sich für die Fertigung von Tischgestellen an eine Fensterfabrik und für die Herstellung von Sitzkissen an eine Hemdenfabrik wenden, sondern ganz einfach eine Antwort auf die Frage nach dem Warum! Unser Protest gegen das Althergebrachte ist kein Selbstzweck, sondern wir verleihen durch ihn unserer ständigen Suche nach Weiterentwicklung und Verbesserung Ausdruck.

Die Dynamik in unserem Unternehmen zu bewahren und weiterzuentwickeln gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Auch deshalb hoffe ich, dass wir nie zwei „identische” Einrichtungshäuser haben werden. Wir wissen, dass es selbst im neuesten Haus noch viele unzureichende Lösungen geben wird. Insgesamt gesehen wird es trotzdem das beste Haus sein. Dynamik und Experimentierfreude werden uns immer vorwärts führen. „Warum” bleibt ein wichtiges Schlüsselwort.

Über das bündeln von Kräfte sammeln und warum das für den Erfolg so wichtig ist
Ein Feldherr, der seine Streitkräfte aufteilt, wird unweigerlich den Kürzeren ziehen. Schon für den Zehnkämpfer ist dies ein Problem. Auch für uns gilt, dass wir uns konzentrieren müssen – unsere Kräfte sammeln. Wir können sowieso nicht alles überall gleichzeitig erledigen. Unser Sortiment darf nicht zu umfangreich werden. Wir können ohnehin nicht jeden Geschmack zufrieden stellen. Wir müssen uns auf unser eigenes Profil konzentrieren. Wir können nie unser gesamtes Sortiment gleichzeitig bewerben. Wir müssen unsere Kräfte sammeln. Wir können nicht alle Märkte gleichzeitig erobern. Wir müssen Kräfte sammeln, um mit oftmals begrenzten Mitteln eine maximale Wirkung zu erzielen.

Während wir unsere Kräfte auf wichtige Bereiche konzentrieren, müssen wir in anderen das tun, was in Småland „lista” heißt. „Lista” bedeutet, gerade mit äußerst begrenzten Ressourcen die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können. Wenn wir einen neuen Markt aufbauen, konzentrieren wir unsere Kräfte auf die eigentlichen Marketingmaßnahmen. Kräfte sammeln bedeutet, dass wir in wichtigen Zeitabschnitten gezwungen sind, an sich wichtige Dinge, wie z. B. Sicherheitssysteme, zu vernachlässigen. Aus diesem Grund müssen wir besonders hohe Anforderungen an die Ehrlichkeit und Loyalität eines jeden Mitarbeiters stellen. Kräfte sammeln – schon in dem Begriff selbst liegt Stärke. Nutze ihn in deiner täglichen Arbeit. Er bringt dir Erfolg.

Verantwortung übernehmen – ein Privileg
In allen Unternehmen und Gesellschaften gibt es auf jeder Ebene Menschen, die lieber eigene Entscheidungen treffen, als sich hinter denen anderer zu verstecken. Es sind Menschen, die mutig genug sind, Verantwortung zu übernehmen. Je weniger dieser verantwortungsbewussten Menschen es in einem Unternehmen oder einer Gesellschaft gibt, desto mehr Bürokratie herrscht. Sitzungsmarathons und Gruppendiskussionen beruhen oft auf dem Unwillen oder der Unfähigkeit des Verantwortlichen, Entscheidungen zu treffen. Vorgeschoben werden manchmal Demokratie oder Beratungspflicht.

Verantwortung zu übernehmen hat nichts mit Ausbildung, finanzieller Lage oder Stellung zu tun. Die Verantwortungsbewussten finden sich im Lager, im Büro, bei den Einkäufern und Verkaufsmitarbeitern – mit anderen Worten: überall. Und sie werden in allen Systemen gebraucht. Sie sind wichtig für jeden Fortschritt. Sie sorgen dafür, dass das Getriebe in Gang bleibt. In unserer IKEA Familie wollen wir den Menschen im Mittelpunkt behalten, einander unterstützen. Wir haben alle unsere Rechte, aber auch unsere Pflichten. Freiheit mit Verantwortung. Unsere gemeinsame Initiative ist ausschlaggebend. Unsere Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.

Nur wer schläft, macht keine Fehler Fehler zu machen, ist das Privilegdes Tatkräftigen, der fähig ist, Fehler zu korrigieren. Unsere Zielsetzung verlangt von uns, dass wir uns ständig darin üben, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen, dass wir ständig gegen unsere Angst vor Fehlern ankämpfen. Die Angst vor Fehlern ist die Wiege der Bürokratie und der Feind jeder Entwicklung. Keine Entscheidung darf den Anspruch erheben, die einzig richtige zu sein. Es ist die Tatkraft hinter der Entscheidung, die über ihre Richtigkeit entscheidet. Es muss erlaubt sein, Fehler zu machen. Es ist immer der Mittelmäßige, der negativ ist; der Zeit darauf verwendet, zu beweisen, dass er keinen Fehler gemacht hat. Der Starke ist immer positiv und blickt nach vorne. Es sind immer die positiven Menschen, die gewinnen. Sie machen stets andere und sich froh. Gewinnen heißt aber nicht, dass ein anderer verlieren muss. Die schönsten Siege sind diejenigen, bei denen es keine Verlierer gibt. Wenn jemand eines unserer Produkte kopiert, vermeiden wir einen Rechtstreit – denn ein Rechtstreit ist immer negativ. Stattdessen lösen wir das Problem, indem wir ein neues Produkt entwickeln, das noch besser ist. Nutze dein Privileg – dein Recht und deine Pflicht, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Das meiste ist noch nicht getan – Wunderbare Zukunft!
Das Gefühl, etwas abgeschlossen zu haben, ist ein wirkungsvolles Schlafmittel. Ein Mensch, der in Rente geht und denkt, er habe alles getan, welkt schnell dahin. Ein Unternehmen, das sich am Ziel glaubt, stagniert schnell und verliert seine Lebenskraft. Glück liegt nicht darin, sein Ziel erreicht zu haben – Glück ist, auf dem Weg zu sein. Unsere wunderbare Herausforderung ist es, gerade am Anfang zu stehen. In allen Bereichen. Nur indem wir uns ständig fragen, wie wir das, was wir heute tun, morgen besser machen können, kommen wir weiter. Positive Entdeckerfreude muss uns auch in Zukunft mit Leben erfüllen. Das Wort „unmöglich” ist und bleibt in unserem Wörterbuch gestrichen. Mit dem Begriff „Erfahrung” müssen wir vorsichtig umgehen. „Erfahrung” ist ein Bremsklotz für jede Weiterentwicklung. „Erfahrung” ist für viele Menschen die Entschuldigung dafür, nichts Neues auszuprobieren. Trotzdem ist es klug, sich manchmal auf Erfahrungen zu verlassen. Vertraue dabei aber möglichst auf deine eigenen Erfahrungen. Sie sind oft wertvoller als langwierige Nachforschungen.

Der Ehrgeiz, uns selbst als Menschen und als Mitarbeiter weiterzuentwickeln, muss weiter hochgehalten werden. Das Schlüsselwort ist Bescheidenheit. Bescheidenheit bedeutet bei unserer Arbeit und in unserer Freizeit so viel für uns, sie ist entscheidend für uns als Menschen. Bescheidenheit bedeutet nicht nur Rücksichtnahme und Respekt vor unseren Mitmenschen, sondern auch Freundlichkeit und Großzügigkeit. Willenskraft und Stärke ohne Bescheidenheit führen oft zu Konflikten. Verbunden mit Bescheidenheit sind Willenskraft und Stärke deine Geheimwaffe, um dich als Individuum und Mitmensch weiterzuentwickeln. Denk daran, dass Zeit deine wichtigste Ressource ist. Du kannst so viel in zehn Minuten erreichen. Vergeudete zehn Minuten sind endgültig verloren. Du bekommst sie nie zurück. Zehn Minuten sind nicht nur dein Stundenlohn geteilt durch sechs. Diese zehn Minuten sind ein Stück von dir selbst. Unterteile dein Leben in Zehn-Minuten-Abschnitte und lass so wenige wie möglich sinnlos verstreichen.

Das meiste ist noch nicht getan. Lasst uns eine Gruppe von positiven Enthusiasten bleiben, die sich mit unerschütterlicher Hartnäckigkeit
weigern, das Unmögliche, das Negative zu akzeptieren. Was wir wollen, das können wir, und wir werden es gemeinsam tun. Wunderbare Zukunft.

Quelle: Das Testament eines Möbelhändlers. Kleine IKEA Wörterliste © Inter IKEA Systems B.V. 1976 – 2007

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